Jahrelang priesen Konzerne, IT-Dienstleister und Analysten das Outsoucen der IT. Mittlerweile gibt es jedoch prominente Fälle, in denen sich IT-Verantwortliche dagegen stemmen. Zu Recht, findet IT-Organisationsexperte Robin Prothmann, Partner der Strategieberatung SMP AG in Düsseldorf.
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Ist Ihr Know-how sicher? Oder haben Sie Mitarbeiter, die frustriert sind? Rechnungen offen haben? Oder Geldbedarf?
In fast jedem zweiten Fall von Industriespionage und Know-How-Diebstahl sitzt der Feind im eigenen Unternehmen: 48 Prozent der taten verursachen eigene Mitarbeiter. In weiteren 23 Prozent der Fälle wurden Mitarbeiter geschickt ausgehorcht oder über die zwischenmenschliche Ebene zu der Tat verleitet. Insgesamt beträgt die Höhe der Schäden durch Industriespionage in der deutschen Wirtschaft mindestens bei 4,2 Milliarden Euro – und hat sich damit verdoppelt in den vergangenen fünf Jahren, belegt eine repräsentative Umfrage unter 7000 Unternehmen plus Tiefeninterviews durch die Sicherheitsberatung Corporate Trust aus München, die der „WirtschaftsWoche“ exklusiv vorliegt.
Mindestens jedes zweite Unternehmen (54,6 Prozent) hatte in den vergangenen drei Jahren entweder einen Spionagefall im eigenen Haus (21,4 Prozent) oder zumindest einen konkreten Verdacht (33,2 Prozent). 78 Prozent der Unternehmen befürchten, dass die Bedrohung durch Industriespionagedurch Cyberwar weiter ansteigt und 35 Prozent fürchten, dass die eigenen Sicherheitsvorkehrungen gegen Hackerangriffe, Abhöraktionen und der Diebstahl von IT- und Telekommunikationsgeräten nicht ausreicht. Weil die Unternehmen über diese Vorkommnisse nicht reden wollen – aus Sorge um das Image ihrer Firma -, schalten sie oft auch nicht die Polizei oder die Staatsanwaltschaft ein, so dass Experten von hohen Dunkelziffern ausgehen. Die Studie weiter: Konzerne mit ihren eigenen Sicherheitsabteilungen und dem üblichen Vier-Augen-Prinzip sind besser gefeit gegen Industriespionage als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft: die Hidden Champions und der innovative Mittelstand.
Aus der Reihe “Kaputt gespart”. Dieses Mal: Krankenhäuser
Wieder so ein Beispiel aus der Reihe “Kaputt gespart”: Die Hygiene in etlichen Krankenhäusern ist alarmierend, teilte EU-Gesundheitskommissar John Dalli jetzt der Öffentlichkeit mit. Jedes Jahr würden in der EU rund 37 000 Menschen an Krankenhausinfektionen sterben, 4,1 Millionen Patienten infizierten sich durch Krankenhauskeime.
Die Deutsche Bank verbündet sich mit Kanzlei Noerr – um Anwaltshonorare zu sparen
Die Deutsche Bank lagert ihre Prozesse aus – um ihre Ausgaben für externe Kanzleihonorare zu senken. So ein Vorgehen – einen ganzen Bereich juristischer Arbeit auszulagern – ist in Deutschland neu. Wer dieses große Los gewonnen hat? Am Ende war es die Kanzlei Noerr Stiefenhofer.
Wenn Manager Mitarbeiterinnen nötigen
Da ermittelt die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach offenbar gegen Führungskräfte von Aldi-Süd wegen Verdacht auf Nötigung: Weil mehrere Aldi-Manager im Schulterschluss eine Verkäuferin bedroht haben sollen. Damit sie einen Aufhebungsvertrag unterschreibt, oder ihre Kündigung. So berichtet es die “Rheinische Post” – und man reibt sich die Augen. Wie hoch mag die Abfindung für eine Aldi-Verkäuferin vor Gericht ausfallen? » Weiterlesen
Für Freie sind Kundendaten tabu – auch wenn der Vertrieb outgesourced ist
Dass die Postbank ihre Handelsvetreter – die nur freie Mitarbeiter sind und keine eigenen Angestellten – auf die Konten ihrer Kunden schauen liess, kommt sie nun teuer zu stehen: 120 000 Euro beträgt das Bußgeld, das der Landesdatenschutzbeauftragte Ulrich Lepper gegen die Postbank aus diesem Grunde verhängt hatte. Und das waren immerhin rund 4 000 Leute, die weit mehr als eine Million Kontandatensätze von Kunden abrufen konnten – zu Vetriebszwecken. Und bei über 4 000 Geheimnisträgern ist das Bankgeheimnis nicht viel wert, befand der NRW-Landesdatenschutzbeauftragte. » Weiterlesen
Unentdeckte Leichen in Kliniken: Immer weniger Leute schaffen die Arbeit immer besser? Pustekuchen.
Schon zum zweiten Mal wird da eine Leiche in einer deutschen Krankenhaustoilette gefunden, die da schon fünf Tage lang gelegen hat – unentdeckt. Dies Mal in Berlin in der Charité, vergangenes Mal – kurz vor Silvester – in Weimar
www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,613216,00.html .
In Krankenhäusern, wo es genaue Vorschriften über Sauberkeit und Hygiene gibt. Wo auch die Toiletten täglich geputzt werden müssen. In Krankenhäusern, in denen seit Jahren eine Sparwelle auf die nächste folgt. Wo immer mehr Personal entlassen wurde und eine Leistung nach der anderen outgesourct wurde, die externe Dienstleister angeblich ebenso gut und obendrein billiger erledigen können sollten. » Weiterlesen

