Business-Behave: Warum couragierte Oberkellner wichtig sind.
Manchmal wünschte man sich, dass es wenigstens dieses Handtuch auf der Badeliege gäbe. Dann würde man die Reservierung wenigstens erkennnen. So ungezogen sie auch sei – aber wenigstens das. Die Rede ist von einem lokales Business-Club-Treffen mit durchaus semi- oder gar richtig prominenten Mitgliedern und Gästen, jedenfalls geladenen und zahlenden. Um ein Stadt- oder sonst ein -Bashing zu ersparen, verrate ich hier weder Tatort noch Rahmen. Ausnahmsweise. Weil´s andere mitträfe, die wirklich unschuldig sind.
“Ich bin doch nicht seine Sekretärin”
Eine tolldreistes Stück aus der Reihe “Arbeit wegdelegieren” erzählte mir gestern die Chefin einer PR-Agentur. Sie war stinksauer und schnaubte “Ich bin doch nicht seine billige Sekretärin.”: Gemeint war ein Branchenkollege, ebenfalls Agenturinhaber, der ihr die Bewerbungsunterlagen einer jungen Frau bei seinem Unternehmen kurzerhand weiterschickte. Ohne jede Ankündigung oder vorherige Absprache. Nur mit den begleitenden Worten “Falls Du jemanden brauchst, ….ansonsten sage ihr bitte ab.”
Da haben wir´s wieder: Die Anwaltskanzlei-Mail, die
1) mit dem Betreff “Pressemeldung” ankommt – von jemand, dessen Name nicht ganz so geläufig ist wie Supermann oder Micky Maus (ich will hier aber niemanden vorführen und schreibe es nicht dazu).
Muss man das verstehen? Dass ein Flugbegleiter der American Airlines US-Schauspieler, Alec Baldwin, aus dem Flugzeug wirft, weil er auf seinem Handy eine Art Scrabble-Spiel, “Words with Friends”, spielt? Ist nicht längst klar, dass Handys unschädlich sind beim Fliegen? Und dass rund zehn andere Airlines weltweit das Handy-Telefonieren an Bord längs zulassen und sich über die entsprechenden zusätzlichen Einnahmen freuen, weil sie mitkassieren? Emirates zum Beispiel. http://blog.wiwo.de/management/2009/03/23/nervensagen-im-flugzeug/
Man weiß nicht so recht, ob es Masche ist, ein Imagewechsel von der trällernden Schülerin zur Stefan-Raab-Nachfolgerin – oder einfach nur schlechte Erziehung. Wenn die Eurovision-Song-Contest-Sängerin Lena vor laufender Kamera schlechtes Benehmen zur Schau stellt. Zum Beispiel als sie in Düsseldorf einen roten Teppich ausgerollt bekam, weil sie wohl vom Oberbürgermeister Elbers empfangen wurde. “Wie findest Du`s hier?” war die leutselige Moderatorenfrage an sie. “Dreckig”, war die Lena-Antwort und sie kniete sich mit einer kleinen Kamera hin und fotografierte irgendwelche Fußspuren auf dem roten Teppich.
Das Bundespräsidialamt hat Johannes Heesters in eine unangenehme Situation gebracht: Es hat ihn erst eingeladen zu einem Bankett mit Königin Beatrix aus den Niederlanden – und ihn dann ganz offiziell wieder ausgeladen. Weil man mehr Zusagen erhalten habe als erwartet. Ganz so, als könne man nicht in einen anderen Raum ausweichen oder mehr Tische und Stühle aufstellen.
Die Nachrichtenagentur AFP vermeldet, was hierzulande undenkbar erscheint: Da stellt ein Unternehmen – die UBS-Bank in der Schweiz – für seine Mitarbeiter konkrete Spielregeln auf, wie sie sich anziehen sollen und welche Unarten sie vermeiden sollen. Der Reputation der Bank zuliebe.
Doch was von weitem wie ein Eingriff in die Persönlichkeitsrecht erscheint, entpuppt sich bei näherem Hinsehen eher als 40-seitige Anleitung zu gutem Benimm im Job. Als Massnahme zur Rücksicht gegenüber Kunden und Kollegen – und als Leitfaden. Befolgt man ihn, steht man auf der sicheren Seite, das alleine hat schon was für sich. Ähnlich wie bei Schuluniformen, die auch viel zur Entspannung der Lage beitragen. Und dass manche junge Leute diese Stilfragen zuhause – mit Eltern der 68-er-Generation – nicht gelernt haben, ist klar.
Im Detail: Die Banker sollen bitteschön hautfarbene Unterwäsche tragen. Dessous sollen nicht erkennbar sein, Reizwäsche gehört nicht ins Business. Auch künstliche auffällige Fingernägel verbittet sich die Bank. Ebenso wie Tatoos und Piercings. In Ordnung. Aufdringlicher Schmuck soll nicht sein und der Rock darf nicht spannen, jedenfalls nicht von hinten. Dafür ist es eine Bank und kein Sonnenstudio. Die Bank zahlt besser und dafür darf sie auch ein paar Zugeständnisse erwarten.