Führungskräfte ohne Digitalstrategie (6) – Roboter als Chefs sind undenkbar. Von Ulrich Goldschmidt vom DFK-Verband für Führungskräfte

Führungskräfte ohne Digitalstrategie: Gastbeitrag von Ulrich Goldschmidt (6).

Manager reden zwar von Digitalisierung – lassen ihren Worten aber keine Taten folgen. Laut der Studie „Führung und Digitalisierung“ des DFK-Verbands für Fach- und Führungskräfte werden Chefs nicht durch Roboter ersetzt.

Ulrich Goldschmidt

 

Auch wenn mit der Digitalisierung die Bedeutung von Algorithmen im Arbeitsleben steigen wird, glauben Deutschlands Fach- und Führungskräfte doch nicht daran, dass demnächst Roboter auf dem Chefsessel Platz nehmen werden. Von den über 1.500 Fach- und Führungskräfte, die der Berufsverband DFK – Verband für Fach- und Führungskräfte in seiner Studie „Führung und Digitalisierung“ befragt hat, glauben gerade einmal acht Prozent an eine Robotisierung der Führung in den Unternehmen.

Dagegen sind 91 Prozent davon überzeugt, dass Empathie und soziale Kompetenzen auch in Zeiten der Digitalisierung weiter wichtig für die Wahrnehmung von Führungsaufgaben bleiben.

 

Keine Robotisierung der Führung

Es mag ein wenig wie Science Fiction klingen, aber wenn die Technologie insbesondere im Bereich Künstlicher Intelligenz weiter so rasante Fortschritte macht, wird das Bild des Roboters als Führungskraft der Zukunft immer vorstellbarer. Im Recruiting gibt es bereits erste Ansätze, Bewerbergespräche durch Algorithmen führen zu lassen oder die Integrität von Mitarbeitern per Sprachauswertung zu testen.

 

Trotzdem sagen 89 Prozent der Befragten, dass Führungskräfte nicht von Robotern oder Algorithmen ersetzbar sind. Das Bild des Roboters auf dem Chefsessel ist zwar mit der Erwartung verknüpft, dadurch Führung zu verobjektivieren, subjektive Einflüsse wie Vorurteile oder Vorlieben auszuschließen und damit zu besseren Führungsentscheidungen zu gelangen.

 

Das mag auch so sein, aber gleichzeitig würde man aber Führung zu einem rein technologischen Erlebnis machen – und sie ihres menschlichen Charakters berauben. Nicht umsonst heißt es, Führung sei „People Business“. So wichtig vorurteilsfreies Führen, Anweisen oder Kontrollieren ist, so beinhaltet Führung doch wesentlich mehr. Sie spielt in den zwischenmenschlichen Bereich hinein, bedeutet auch menschliches Interesse an seinen Mitarbeitern und eine menschliche Zugewandtheit – basierend auf Empathie und sozialen Kompetenzen.

Solche Fähigkeiten mag man einem Algorithmus antrainieren und programmieren können. Gleichwohl ist es dann immer noch keine menschliche Komponente, sondern das Funktionieren von Schaltkreisen. Die Skepsis der Fach- und Führungskräfte ist gut nachvollziehbar.

 

Empathie und soziale Kompetenz sind nicht durch Technologie ersetzbar

Die Ablehnung der Robotisierung von Führung erklärt sich auch mit der Haltung von Führungskräften zur Bedeutung von Empathie und sozialer Kompetenz bei der Wahrnehmung von Managementaufgaben. 91 Prozent der Befragten sagen in der DFK-Studie, dass auch in Zeiten der Digitalisierung Empathie und soziale Kompetenz weiterhin eine Rolle in der Führung spielen werden. Im Topmanagement stimmen sogar 95 Prozent dieser Aussage zu.

Führungskräfte sind also gut beraten, sich das immer wieder bewusst zu machen.
Digitale Instrumente sollten Führungskräfte zur Unterstützung heranziehen. Entscheidungen müssen sie aber selbst treffen und sollten diese nicht an Algorithmen delegieren. Der menschliche Faktor bleibt in der Führung unverzichtbar.

 

 

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Alle Kommentare [1]

  1. Eine spannende Diskussion, – deren Ausgang allerdings stark davon beeinflusst wird, wie man Führung definiert. Auf jeden Fall sollten wir aufhören, überall von „Digital Leadership“ zu reden, nur weil ein paar neue Medien eingesetzt werden. Etikettenschwindel, oder?
    Die von Ihnen angeregte Frage ist in der Tat viel spannender: Wann werden Roboter unsere Chefs? Hier unsere Gedanken dazu: https://lead2gether.de/wann-werden-roboter-unsere-chefs/