Planänderung der EU: Frauenquote auch für den Mittelstand

„Solange es faktisch eine Quote für Männer gibt, brauchen auch Frauen eine Quote“, sagte Christine Hohmann-Dennhardt, die im Vorstand von Daimler für Compliance zuständig, ist Mitte Mai im „ZDF Morgenmagazin“. Damit ist sie eine Ausnahme unter den Karrierefrauen: Die meisten von den Damen, die es schon jetzt an die Spitze in Unternehmen geschafft haben, wollen es anderen Frauen nicht leichter machen, als sie selbst es hatten. Frauenquote, nein Danke, ist da oft die Devise. Loyalität der Frauen zu einander? Fehlanzeige.

Doch Viviane Reding, die EU-Kommissarin, lässt sich von all dem Widerstand gegen die Frauenförderung nicht beeindrucken, sondern legt jetzt sogar noch nach – auch der Mittelstand soll künftig verpflichtet werden und nicht nur die kleine Zahl der börsennotierten Gesellschaften neben den öffentlichen Unternehmen.

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Was bisher geschah…. 

Seit Frankreich die Frauenquote 2011 beschloss und die EU-Kommissarin Viviane Reding mit einer EU-weite Frauenquote für die Aufsichtsräte der börsennotierten Unternehmen droht, ist in das Thema Bewegung gekommen. Denn zu was sich die Unternehmen ja bereits zu Beginn des Jahrtausends „verpflichtet“ hatten – die Frauenförderung und zwar „freiwillig“ –  hatten sie ja nicht umgesetzt. Nicht einmal begonnen hatten sie. Doch in der Hoffnung, ein Gesetz abwenden zu können, beorderten sie in den vergangenen zwei Jahren auf die Arbeitgeberbank ein paar Ladys:  Auf 17,2 Prozent Frauenanteil kommen nun die börsennotierten Aktiengesellschaften, bei den Vorständen sind es nur sechs Prozent. Die Vereinigung Fidar rechnet das klägliche Ergebnis vor: In den vergangenen zweieinhalb Jahren gab es nur einen Zuwachs von 5,1 Prozentpunkten – also „noch reichlich Potenzial für Veränderung“.

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…wer künftig noch betroffen ist und wie die neuen Sanktionen aussehen 

Doch EU-Justizkommissarin Viviane Reding legt nach, bevor die Frauenquote aus Brüssel kommt: Sollten nach bisheriger Planung nur börsennotierte und öffentliche Unternehmen die Frauenquote von 40 Prozent bis 2020 erfüllen müssen, so will sie jetzt noch viel weiter gehen. Und zwar sollen nur die Unternehmen nicht der Frauenquote unterfallen, die nicht mehr als 250 Mitarbeiter und nicht über 50 Millionen Euro Jahresumsatz haben.  Das sind fast 21 Millionen Firmen, die die EU-Kommission als kleine und mittlere listet, wie „Die Welt“ schreibt.

Und noch etwas will die EU tun, um die Gleichbehandlung von Frauen voranzutreiben: Sie verschärft die Sanktionen. Die Mitgliedsstaaten müssen nach Redings neuer Planung Strafen für Verstöße festsetzen wie  Geldbuße oder die Annullierung einer Aufsichtsratswahl. Und damit gerade der Mittelstand Respekt vor der Frauenquote bekommt, soll es die Möglichkeit für den Ausschluss von öffentlichen Ausschreibungen geben.

 

Christine Hohmann-Dennhardt im ZDF pro Frauenquote: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1899858/Top-Managerin-Frauenquote-muss-sein

Spanien – Keine Managerinnen, keine öffentlichen Aufträge, basta: http://blog.wiwo.de/management/2012/03/26/kein-managerinnen-keine-auftrage-basta/

Frauenquote auch für den Mittelstand: http://www.welt.de/wirtschaft/article117806336/Frauenquote-soll-auf-Mittelstand-ausgeweitet-werden.html

http://nachrichten.rp-online.de/wirtschaft/eu-parlament-peilt-frauenquote-fuer-den-mittelstand-an-1.3525935

 

 

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Alle Kommentare [1]

  1. Ich empfinde die Aussage „Die meisten von den Damen, die es schon jetzt an die Spitze in Unternehmen geschafft haben, wollen es anderen Frauen nicht leichter machen, als sie selbst es hatten. Frauenquote, nein Danke, ist da oft die Devise. Loyalität der Frauen zu einander? Fehlanzeige.“ im ersten Absatz als unangebracht: Das unterstellt Karrierefrauen eine sehr neidische Einstellung. Mir persönlich geht es eher so, dass ich denke, dass aus der Frauenquote eben Quotenfrauen „gezüchtet“ werden. Dass Frauen auch ohne Quote Karriere machen können, zeigen doch schon diverse Beispiele. Natürlich ist es nicht einfach, unsere Wirtschaft ist noch immer männerdominierend. Aber es ist möglich – und ich persönlich würde mich sehr unwohl fühlen, wenn ich eine Quotenfrau wäre.