Warum es bei Beförderungen nützlich sein kann, Rheinländer zu sein: Jan Feigen wird bei EY Law Leiter der weltweiten Praxisgruppe M&A

Drei Jahre ist es her, dass der Private-Equity-Experte Jan Feigen in Hamburg bei EY Law – dem Anwaltszweig der globalen Big-Four-Beratungsgesellschaft –  antrat. Jetzt soll er ab Juli die weltweite Praxisgruppe von EY Law für M&A leiten. Der sperrige Titel so eines Jobs ist: Global Transaction Law Leader. In diese Gruppe gehören 500 Anwälte in 60 Ländern.

Zum Vergleich: CMS, die Kanzlei in Deutschland mit den meisten Anwälten bringt es auf knapp 720, danach folgt Freshfields mit rund 500.

 

Jan Feigen (Foto. Privat)

 

Damals kam Feigen von Latham & Watkins, arbeitete in Düsseldorf und Hamburg mit bekannten Anwälten wie Oliver Felsenstein und Harald Selzner. Das waren so anstrengende Zeiten, dass Feigen seinen Sohn Paul – den älteren seiner beiden Jungs -, nur am Wochenende sah, erzählt Feigen. „Nach meinem Wechsel haben wir das EY-Private-Equity-Law -Team mit Vollgas aufgebaut. Unser Umsatz und die Mitarbeiterzahl haben sich seitdem mehr als vervierfacht, wir sind heute rund 25 Anwälte, die regelmäßig gemeinsam PE-Deals bearbeiten.“ Im vergangenen Jahr schaffte es Jan Feigen schon ins Ranking WiWo-Topkanzleien M&A, seine Deals wie der Verkauf von DuMonts „Hamburger Morgenpost“ fielen in der Branche auf.

 

Feigens neue Aufgabe? Eine Managementaufgabe: Die M&A-Anwälte von EY Law sollen sich welteit untereinander kennen lernen, ihre Truppe ist stark gewachsen in den vergangenen Jahren, neue Teams dazu gekommen. Und die PE-Anwälte soll er stärker bereichsübergreifend verzahnen mit den EY-Kollegen bei Finance und Steuern. Und er hofft, in den einzelnen Ländern auf besonders gut funktionierende Methoden, Usancen oder Prozesse zu stossen, die auch die anderen Private-Equity-Kollegen übernehmen können. Dass er viel herumfliegen muss dafür, wenn es wieder möglich ist nach Corona, das ist ihm klar.

 

Dass die Wahl für den Posten auf Feigen fiel, hat übrigens mit seiner Herkunft zu tun. Der gebürtige Bonner ist ein typischer Rheinländer, nämlich sehr kontaktfreudig. Und wer bei seinem Nachnamen schon gestutzt hatte: richtig, sein Vater ist der prominente Strafverteidiger Hanns Feigen.

 

„What you should know about me: I´m a rhinelander“

Jan Feigen beginnt seine Präsentationen immer mit diesem Satz: „What you should know about me, I´am a rhinelander“, erzählt er. Leute zusammenbringen, das könne er.  Überhaupt, Menschen sind ihm wichtig. Nicht viele Anwälte erwähnen so oft ihr Team wie er. Und dass es ihm wichtig ist, dass sie sich gegenseitig auch den Rücken frei halten und für einander einspringen, wenn sie wichtige private Termine als Eltern haben, Hockeyturniere der Kinder beispielsweise.

Feigens Sportbegeisterung, da ist sein Redefluss kaum zu stoppen, dürfte ihm künftig auch helfen. Weniger die für Lacrosse, was er bei seinem Studium in Passau spielte und wo er heute noch von den Passau Lacrosse Opens schwärmt. Umso mehr aber seine Leidenschaft für Golf, die für Anwälte schon eher typisch ist (siehe auch sein Nahaufnahme-Fragebogen hier im Management-Blog).

Jan Feigen (Foto: privat)

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Um seine Frau, Amina – auch eine Anwältin – näher kennenzulernen, zeigte Feigen auf Sylt auch vollen Körpereinsatz. Er hatte sich verquatscht und sie war mit ihrer Clique in den Nachtclub „Pony“ weitergezogen. Dummerweise ließ man ihn nicht hinein, es sei voll. Ein Freund drinnen gab ihm Zeichen, als der Sicherheitsdienst abgelenkt war. Kurzerhand kletterte Feigen über ein Mauer hinein, blieb aber mit dem Fuß in einer Girlande hängen und plumpste ziemlich unelegant auf eine Bank – und ihr vor die Füße.
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Lese-Tipp Fragebogen „Nahaufnahme“: Harald Selzner von Latham & Watkins wäre gerne mal Schuhmacher
https://blog.wiwo.de/management/2016/08/14/fragebogen-nahaufnahme-harald-selzner-von-latham-watkins-waere-gerne-mal-schuhmacher/
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