Reding legt los: Sie wartet nächsten Monat mit einem Gesetzentwürfchen zur europaweiten Frauenquote auf

 

„Keiner mag Quoten, aber ich mag, was Quoten bewirken“, hatte Reding im März in Frankfurt für ihre Idee geworben. „Wir bräuchten sonst Jahrzehnte, um dahin zu kommen, wo wir hin wollen.“ Die  hat errechnet: In den Unternehmen in den wichtigsten deutschen Börsenindizes (Dax, MDax, TecDax, SDax) lag der Frauenanteil in den Aufsichtsräten im Jahr 2011 durchschnittlich bei knapp 14 Prozent, in den Vorständen sitzen demnach nicht einmal 4 Prozent Frauen.

Also: Alles halb so wild. Nein, nicht heute oder morgen sollen 40 Prozent der Aufsichtsräte mit Frauen besetzt sein, sondern erst in acht Jahren. Also Zeit genug. Die Nachricht kam heute: Viviane Reding macht ernst, der Gesetzesentwurf für die Frauenquote – für Deutschland aber nur in den Aufsichtsräten – kommt im Oktober.

 

Unternehmen unter 250 Mitarbeitern oder unter 50 Millionen Euro Umsatz sind  raus aus der Nummer

Und es sollen – natürlich nicht, davon war nie die Rede – keineswegs alle Unternehmen sein, sondern nur börsennotierte Aktiengesellschaften wie die DAX30 – und das auch nur dann, wenn sie 250 Mitarbeiter aufwärts haben und über 50 Millionen Euro Umsatz machen.

Und, meine Herren: An den entscheidenden Stellen, da wo´s wirklich passiert,  in den Vorständen, brauchen Sie auch nicht befürchten, von Frauen bedrängt zu werden. Über 180 Männer stehen auch heute noch, nach eineinhalb Jahren Frauenquoten-Diskussion und über zehn Jahren freiwilliger Selbstverpflichtung nur acht Frauen gegenüber, die ihnen aber schreckliche Angst einjagen.Initiative FidAR (Frauen in die Aufsichtsräte

Ich wiederhole: es sind nur acht – die passen in einen Toyota-Van namens Sienna und – was für die Top-Manager doch wieder schön ist: diese Frauen denken nicht daran sich für andere Frauenkarrieren öffentlich stark zu machen. Im Gegenteil: Hat sich nicht jede von denen schon gegen die Frauenquote ausgesprochen oder sie zumindest nicht befürwortet? http://blog.wiwo.de/management/2012/02/17/alle-weiblichen-dax-vorstande-passen-zusammen-in-einen-familien-van-wie-den-toyota-sienna/#more-643199

 

Strafen, die dem Manager-Portemonnai weh tun

Interessant sind hingegen die Strafen, die sich Reding ausgedacht hat. Die sind nicht von Pappe und sie waren es ja auch damals in Norwegen nicht.

Die „Welt am Sonntag“ hat den Entwurf bereits und schreibt: „Halten sich die Firmen nicht an die Vorgaben, gibt es Strafen: Bußgelder, den Entzug staatlicher Subventionen oder den Ausschluss von öffentlichen Wettbewerben.“ Autsch, das tut besonders weh. Es drohen sinkende Prämien für die Manager, – und das wollen sie nicht.

Und weiter: „Wird ein Mann zum Aufsichtsrat berufen, obwohl es eine mindestens genauso qualifizierte Frau für den Posten gegeben hätte, könnte er den Job deshalb wieder verlieren.“ So ein weit gehender Einschnitt ist nicht schön, aber wirkungsvoll.

Man bedenke den Fall der Gema-Abteilungsleiterin, die zwar in der Sache recht bekam  – das Gericht sah sie als diskriminiert an im Beförderungszirkus – , aber den Posten bekam sie deshalb nicht zugesprochen. Nur das Salär der Position. http://www.taz.de/!26428/

Aber, wie hart die Strafen in Deutschland ausfallen, ist damit noch nicht gesagt: „Welche Sanktionen sie konkret ergreifen, können die Mitgliedstaaten selbst bestimmen“, schreibt die „Welt“.

 

Gedöns und Schauveranstaltung

Und dann beschleicht frau das Gefühl, dass es doch nur ein wenig Säbelrasseln ist?  Top-Anwältin Ute Jasper von Heuking Kühn aus Düsseldorf nannte es kürzlich hier im Blog so: „Gedöns und Schauveranstaltung“ ist es, wenn Frauen nur in die Aufsichtsräte sollen, in eine Arzt Teilzeitjob für vielleicht 14 Tage oder maximal einen Monat Arbeit im Jahr. http://blog.wiwo.de/management/2012/07/29/gedons-und-schau-veranstaltung-wenn-die-eu-nur-frauen-im-aufsichtsrat-will-statt-dort-wo-die-luzie-abgeht/#more-644670

Ute Jasper, Partnerin bei der Sozietät Heuking Kühn

 

 

 

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/eu-kommission-plant-frauenquote-fuer-aufsichtsraete-a-853414.html

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Alle Kommentare [1]

  1. Frau Tödtmann, wenn Sie schon Norwegen als Beispiel bringen, dann hätten Sie auch darauf hinweisen können, das dort letztes Jahr der ganze Gender-Unsinn und seine (un)logischen Ableitungen wie ein Kartenhaus in sich zusammenstürzte und der Genderkaiser auf einmal splitternackt war.

    https://agensev.de/agens-meint/aus-fur-gender-2/

    Auch die Förderung der Genderforschung wurde zum Jahresende 2011 ersatzlos gestrichen. Solange z.B. aus Afghanistan ausschließlich Särge mit Männern Heim kommen, sollten sich die Feministinnen ein klein wenig zurückhalten.