Schwanger – und zum CEO befördert: die neue Yahoo-Chefin Marissa Mayer

Ich muss ja doch nochmal auf die Idee zurück kommen, die ausgerechnet aus der CSU vor knapp zwei Jahren kam: die Forderung nach einer Einführung einer Mütterquote. Denn ganz offensichtlich ist die das deutsche Problem und nicht allein die Frauenquote. Denn fast alle Ladies, die es in Dax-Vorstände oder vergleichbare Top-Positionen geschafft haben, sind kinderlos. Sie sind es ja auch, die keineswegs andere Frauen oder gar Mütter gefördert wissen wollen. Eigentlich ist mir kein Name unter den Damen geläufig, der für eine Frauenquote ist. Das ist nur konsequent von ihnen.

 

Die Denkweise der Top-Frauen, die´s geschafft haben

Das sind diejenigen, die sich wie die Männer allein auf ihre Karriere konzentrieren können. Sie brauchen in der Tat weniger Unterstützung als andere Frauen – die ja auch nicht mehr unbedingt die Mehrheit sind – , die so nebenbei noch ein oder mehrere Kiddies groß ziehen. Das sind die Frauen, die Feierabend haben, wenn sie nach Hause kommen und nicht mit der zweiten Schicht loslegen müssen. Die Frauen, die dann preiswerten Urlaub außerhalb der Hauptsaison buchen können, wogegen andere Väter wie Mütter – die sich nach den Schulfeiren richten müssen – die teuren Urlaubszeiten buchen müssen. Und mitten im Gewühl sich zu entspannen versuchen müssen. Oder diejenigen, für die Wochenende Wochenende heisst. Und nicht backen für den Hockeyclub und Turnierbegleitung für die Kiddies. Diejenigen, die nie entscheiden müssen, welchem Zwang sie nun nachgeben oder nicht: Mit dem Kind zum Arzt oder doch noch die Konferenz abwarten? Oder pünktlich abends die Konferenz verlassen, weil die Kindergärtnerin sonst mit Blicken tötet oder – wie ein Kindergarten in Langenfeld, eine Gemeinde im Rheinland, jüngst plante – Strafgeld von verspäteten Eltern zu verlangen. Egal ob berufstätig oder nicht.

 

Das alles ist hier in Deutschland so – und wer´s geändert wissen will und es wagt, die Frauenquote zu befürworten, wird schnell in einer Revoluzzer-Schublade gepackt. Übrigens sehen das auch gerade die Frauen so, die bislang einen anderen Weg eingeschlagen haben und sich für den Hausfrauen-Job entschieden haben.

In diese schon peinliche Diskussion – Frauenquote ja oder nein – platzt letzte Nacht eine Meldung, wie ich sie noch nicht gesehen habe in der deutschen Wirtschaft – ich rede nicht von Politikerinnen, betone ich. Auch nicht von jüngen Müttern, die werden sogar manchmal in der Wirtschaft abgeheuert – aber nur wenn die Personalnot groß ist.

 

Im siebten Monat zum CEO aufsteigen

Das amerikanische Internet-Unternehmen Yahoo wirbt die Managerin Marissa Mayer von Google ab, als neue Chefin. Mit einer ganz besonderen Eigenheit: Die 37-Jährige ist schwanger, und zwar im siebten Monat. Jeder kann´s sehen und bald ist es auch schon soweit mit der Niederkunft. Im Oktober soll sie einen kleinen Jungen zur Welt bringen. Die Frau mit der Google-Personalnummer 20 – wie turi2 – zu berichten weiß, hat einen Ingenieursabschluß und war lange für die Google-Suchmaschine verantwortlich und wird nun bei Yahoo die fünfte Chefin in fünf Jahren sein. http://www.turi2.de/2012/07/17/heute2-google-managerin-marissa-mayer-neue-yahoo-chefin-14127297/

Das wäre in Deutschland nach allem, was ich gesehen und berichtet bekam, undenkbar. Im Gegenteil, nicht mal auf niedrigeren Hierarchieebenen wird Schwangerschaft verziehen: Frauen, die in Banken schwanger werden, bekommen schon mal ihre Beförderung rückgängig gemacht. Ansonsten haben sie sich damit selbst auf die Nicht-Beförderbaren-Liste katapultiert – und überlassen die Karriereleiter den Frauen, die sich nicht reproduzieren und das ist – nach Lesart mancher Demografen – ohnehin jede zweite Frau.

 

Frauen behindern gerne andere Frauen in ihrer Karriere

Und, was es da noch zu ergänzen gibt: im Berufsalltag sind es nicht mal unbedingt die Männer, sondern gerade die Frauen, die es Schwangeren und Müttern schwer machen. Aus welchen niedrigen Motiven auch immer.

 

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Alle Kommentare [2]

  1. Über die Einführung einer Frauenquote kann man streiten. Eine „Mutterquotte“ ist völlig absurd. Wer so argumentiert, wirft die Prinzipien der freien Marktwirtschaft über Bord. Gott sei Dank ist der Staatssozialismus in Ostdeutschland ein Relikt der Geschichte. Natürlich sollten Schwangere und Mütter grundsätzlich nicht benachteiligt werden. Die Frauen sind selbst gefragt den notwendigen Biss und absoluten Einsatz zu zeigen, wollen Sie an die Spitze eines Unternehmens aufsteigen.

  2. Lesehinweis und Nachtrag:
    April Dembosky schreibt aus san Francisco in der „FTD“ heute über Studien „die ergaben, dass Frauen in der Geschäftswelt beim Thema Mutterschaft am stärksten diskriminiert werden“. Ihnen würden in 79 Prozent der Fälle Frauen ohne Kinder vorgezogen bei Einstellungen, 100 Prozent mit Kind werden übergangen bei Beförderungen und beim Gehalt bekämen sie 11 000 Dollar weniger angeboten. Damit nicht genug: Ihnen wird – wie andere Studien zeigen – unterstellt, sie seien schlechte Mamis, sobald sie sich stark für ihre Arbeit engagieren.