Deutsche arbeiten sechs Wochen mehr im Jahr als Franzosen

In der „Süddeutschen Zeitung“ steht heute eine aufschlussreiche dpa-Meldung: Deutsche Arbeitnehmer arbeiten viel länger an ihren Arbeitsplätzen in den Firmen als ihre Kollegen in der EU. Kommen die Deutschen auf durchschnittlich 1.904 Stunden in den Companies – und das sind nur die aufgeschriebenen, ohne die vielen übertariflich geleisteten, nicht-notierten –  , son bringen es beispielsweise die Franzosen nur auf 1.679 Arbeitsstunden. Das ist immerhin eine stattliche Differenz von 225 Stunden. Und sie entspricht sechs Arbeitswochen.

Untersucht hat es ein französisches Wirtschaftsforschungsinstitut namens Coe-Rexecode.

Ähnlich gemütlich haben es die Spanier, die Italiener und die Briten, die wohl auch deutlich weniger Stunden im Job ableisten müssen.

Da frag ich mich, wieso sich deutsche Arbeitgeber immer so gekniffen vorkommen? Sie sollten froh sein, nicht in Frankreich produzieren zu müssen. Und vielleicht doch mal schauen, ob die vertrauensbasis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht mal wert wäre, wiederhergestellt zu werden nach den vergangenen stürmischen Entlassungsjahren.

Denn wenn qualifizierte Leute knapp werden und die Headhunter bereits mit Vorliebe den Top-Etagen ausländische Manager andienen, so könnten die Franzosen auf dieselbe Idee kommen: und sich die fleissigen Deutschen rüberholen. Die Loyalitätsquote zur eigenen Company ist europaweit bei den Deutschen am niedrigsten inzwischen. Wenn dann noch so manch anderes lockt von der Lebensart bis zur Küche…

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Alle Kommentare [2]

  1. Die Ergebnisse dieser Studie sind – wenn man den französischen Arbeitsmarkt kennt – nicht wirklich erstaunlich. Man könnte auch noch nach der Lebensarbeitszeit fragen, die wahrscheinlich hierzulande auch deutlich höher ausfällt als in Frankreich. Verwunderlich ist vielmehr, dass die Franzosen zwar laufend auf das deutsche Vorbild verweisen, aber selbst der vermeintliche Reformpräsident Sarkozy kaum in der Lage war, an dieser Situation etwas zu ändern. Dass der französische Schuldenberg so viel gefährlicher ist, als der deutsche, liegt genau an diesem Punkt: Die wirtschaftliche Leistung und Produktivität zwischen den europäischen Tandemstaaten klaffen weit auseinander.

    Und in einem Punkt muss ich sogar widersprechen: Das Arbeitsklima in Deutschland, insbesondere die Einstellung von Arbeitnehmern gegenüber den Unternehmen, ist deutlich besser als westlich des Rheins. Hier herrscht häufig noch ein sehr hierarchisches und distanziertes Denken vor. Hinzu kommt die erheblich niedrigere Bezahlung, Gehaltseinbussen müssen beim Wechsel nach Frankreich fast in allen Bereichen in Kauf genommen werden.

    Auch wenn in vielen Unternehmen die Arbeitgeber etwas für die Stimmung tun könnten, ein Abwandern nach Frankreich müssen sie wohl eher nicht fürchten…

  2. Wieso geben wir den ….. (sorry, hier stand ein Schimpfwort) … noch so viel Geld. Deutschland raus aus dem Euro. Merkel an den ——-.