Kündigungen trotz Lockdown: Nur jeder vierte kündigt, weil er woanders mehr verdient

In der Pandemie kündigen? Wenn sowieso schon etliche Unternehmen Kurzarbeit anordnen, vielleicht gleich die Mitarbeiter kündigen oder peu à peu rausdrängen? Wenn die eigene Zukunft im eigenen und des eigenen Unternehmens immer unsicherer wird?

Das klingt und klang für viele Angestellte undenkbar. Und trotzdem: So viele Menschen saßen alleine zuhause, nur mit ihrem Laptop, vielleicht am Küchentisch, allein gelassen mit ihren Job-Aufgaben und unbekannten Tools wie Teams, Zoom undsoweiter. Aber dafür unter vielleicht absolutem Termindruck, aber dennoch mit dem festen Willen, ihre Firma nicht im Stich lassen zu wollen. Trotz der persönlichen Sorgen um die eigene Gesundheit.

 

Gut, schön, die technischen Hürden bekamen die Menschen in Griff, die Unternehmen konnten – zu ihrer eigenen Überraschung – mit Angestelltem im unfreiwilligen Homeoffice weiter funktionieren. Doch in ihrem Allein-Sein, mit Kollegen und Vorgesetzten nur noch auf dem kleinen Bildschirm verbunden, kamen viele Angestellte ins Grübeln – auch im Angesicht ihrer eigenen gesundheitlichen Bedrohung. Sie gewannen Abstand. Und überlegten, ob sie da noch richtig sind, wo sie sind. Und mehr als erwartet zogen ihre Konsequenz und kündigten.

 

Jeder dritte Kündigende erkannte für sich: Es ist nicht meine Unternehmenskultur

Die Personalberatung Korn Ferry befragte deshalb 684 Professionals, warum sie trotz Pandemie kündigten: Mehr als jeder Dritte (36 Prozent) gab an, dass er seine eigene Position und was er wirklich vom Leben will, von einer andere Seite betrachtet habe.  Fast jeder dritte (32 Prozent) kam zu dem Ergebnis, dass die Unternehmenskultur seines Arbeitgebers nicht zu ihm passe. Überraschend: Nur jeder vierte Kündigende (25 Prozent) ließ sich von mehr Gealt locken. Und für immerhin sieben Prozent war der direkte Vorgesetzte der Grund, die Company zu verlassen.

 

Carsten Schaefer (Foto: Korn Ferry)

 

Personalexperte Carsten Schaefer von Korn Fery urteilt. „Die Zeit in den Lockdowns hat bei vielen Menschen dazu geführt, die eigenen Ziele und Werte noch einmal zu hinterfragen und in Abgleich mit ihrem realen Leben zu bringen.“ Denn: Zufriedenheit im Job sei heute vielen Arbeitnehmern wichtiger als der Lohn, wenn sie grundsätzlich marktkonform verdienen, so Schaefer.

 

 

 

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