Warum es clever ist, wenn Fieldfisher-Anwalt Jan Hartmann gleich mit einem Kleintransporter ins Corona-Home-Office umzieht. Und ein „Teller Nudeln anderer Art …beim Kanzleibesuch“

So langsam wandelt sich die Stimmung. Vor drei Wochen zogen viele Angestellte im ersten Moment fast beglückt – oder wie befreit? – Hals über Kopf in ihre sogenannten Home Offices. Doch inzwischen fehlt dem ein oder anderen der ganz normale Büroalltag. Anderen fehlt in der Familienwohnung ganz einfach der Platz. Ein Angestellter, erzählt mir, dass er dreimal am Tag umziehen muss in seiner Mietwohnung, um sich eine halbwegs ruhig Arbeitsecke zu suchen inmitten des Trubels seiner vierköpfiger Familie.

 

Was im Corona-Home-Office fehlt, ist das richtige Equipment und die Kollegen

Manchem fehlt auch das geeignete Equipment vom funktionierenden Drucker bis hin zum Firmenheadset, um ungestört telefonieren zu können. Vielen fehlt die Arbeitsatmosphäre, die geregelten Abläufe, die persönliche Ansprache und vor allem: die Kollegen. Das gemeinsamen Brainstorming, Tipps auszutauschen oder der Teeküchen-Schnack. Am Ende des Tages haben die Kollegen nämlich doch einen hohen Stellenwert. Umfragen, warum Angestellte auch krank bei der Arbeit erscheinen oder trotz Ärger über den Chef nicht kündigen, haben es schon länger gezeigt: Kollegen sind etwas Wertvolles, das Betriebsklima wichtig und Kollegialität hat dann doch einen hohen Stellenwert im Leben jedes einzelnen.

 

Auch ich vermisse meine Redaktionsstube, mein Headset und meinen Schreibtisch, die Zeitpläne, Rankings und Übersichten an der Wand. Ich vermisse den netten Kollegen nebenan, der sich so gut mit aller Technik auskennt. Und die Kolleginnen gegenüber, die fragen „was ist los, Du siehst sauer aus?“. Oder die Rat wissen, wenn ich auf der Suche nach einer besonders schwer zu findenden Archiv-Quelle bin.

 

… und ungestörtes Arbeiten-Können

Und ich vermisse Recherchetelefonate ohne Störungen. Bei denen niemand – anders als zuhause – durchs Zimmer läuft. Bei denen kein Paketbote klingelt, der Corgi George auf den Plan ruft. Denn der will sofort laut kläffend die Wohnung  verteidigen. Die Verständigung am Telefon ist zuhause inmitten des lebendigen Familylebens so oder so schwierig, Vor allem: Den Paketboten muss ich ja unbedingt sofort abfangen, sonst habe ich hinterher stundenlang die Rennerei und muss mein Paket irgendwo in der Stadt abholen – ohne Parkmöglichkeiten und mit langer Warteschlange. Vor allem ist es leider unmöglich, das einem renommierten, gesuchten Experten am anderen Ende der Leitung zu offenbaren. Vor allem nicht binnen Sekunden und auf die Schnelle. Im Klartext: Arbeit zuhause bedeutet zusätzlich zu Zeit- und Erfolgsdruck mit all solchen Widrigkeiten oft Stress hoch Tausend.

Derweile stehen die Büroräume leer, wie hier bei der Wirtschaftskanzlei Fieldfisher an der Düsseldorfer Kö.

 

Fieldfisher-Büro Düsseldorf (Foto: Presse)

 

Fieldfisher-Büro in Düsseldorf (Foto: Presse)

 

Wenn der Einsatz plötzlich vor der Übung geschehen muss

Eigentlich hatten die Kanzleimitarbeiter geplant, Mitte März ihren Testlauf fürs Arbeiten im Homeoffice zu starten. Aber dann ging es ruckzuck, der Ernstfall kam dem Testlauf zuvor. Und dann merkten die Anwälte auch schnell, dass mobiles Arbeiten – das machen wir ja alle tatsächlich gerade – und ein tadellos eingerichtetes und ausgerüstetes Homeoffice zwei paar Schuhe sind. Denn beim mobilen Arbeiten ist eben nichts so planmäßig funktionierendem und gewartetem Equipment. Auch wenn manche gleich so weitsichtig waren, sich ihre Monitore einzupacken.

 

Marcus Iske (Foto: Privat)

 

Marcus Iske etwa fehlte nach zwei Tagen Arbeiten am Küchentisch ein vernünftiger Bürostuhl mit Rollen und Seitenlehnen. Und als er sich ohnehin ins Büro schleichen musste, hievte er kurzerhand seinen Büroschreibtischsessel ins Auto und tauschte seinen Küchenstuhl aus. Genauer gesagt, ins Cabrio seines Kollegen Sascha Dethoff, weil Iske gar kein eigenes Auto hat. Auch dem Rücken zuliebe. Marcus Iske geht es so wie vielen anderen. Das Equipment ist im Büro einfach besser und wenn´s auf Zeit geht und Termine eingehalten werden müssen, kann man sich keine Verbindungsprobleme leisten. Ebenso wenig wie streikende Drucker, fehlende Druckerpatronen und all die vielen Technik-Tücken zuhause. Marcus Iske brauchte übrigens einfach nur das Kanzleibriefpapier.

 

Jan Hartmann (Foto: Presse)

 

Iskes Partner Jan Hartmann hatte am Tag des Büro-Auszugs schnell geschaltet und gleich kurze Fünfe gemacht. Er hat einen Kleintransporter organisiert und ließ sich die komplette Einrichtung seines Büros nach Hause liefern: den Schreibtisch, seinen Bürostuhl, den PC, den Drucker und die Bildschirme. Konsequent wie umsichtig.

 

Andere Kollegen kämpfen denn auch mit den ganz normalen häuslichen Gegebenheiten: Sascha Dethof muss ins Schlafzimmer flüchten, wenn seine Tochter Online-Klavierunterricht bekommt. Die britischen Telefonkonferenz-Teilnehmer staunten nicht schlecht, als sie hörten, wie im Hintergrund immer wieder „Oh when the Saints“  geübt wurde.

 

Einfach ist es wirklich nicht, wenn Oliver Süme, ein IT-Partner aus dem Hamburger Fieldfisher-Büro irgendwann vom Home Office mit der ganze Familie so genervt war, dass er stöhnte: Wenn  er noch länger zuhause arbeiten müsse, würde er selbst versuchen, den Impfstoff gegen Corona zu entwickeln.

 

Doch auch bei den Mandanten herrschen dieselben besonderen Umstände – plötzlich menschelt es richtig. Ein Fieldfisher-Klient bat um Rückruf- und war dann völlig außer Atem. Er brachte gerade noch heraus: „Ich fahre gerade die Tour de France auf meinem Heimtrainer und bin jetzt vor einer gefährlichen Steigung, ich rufe Sie rück.“ Der Anruf kam dann zwei Stunden später.

Die Office Managerin hingegen hat wg. Corona plötzlich eine weitere Aufgabe angenommen: Sie ist nebenbei Yogalehrerin und bietet jetzt mittags eine Yogastunden an.

 

Betriebsklima steigern mit virtueller Weinprobe aber mit richtigem Wein

Um das Betriebsklima auch auf die neue, ungewohnte Distanz aufrecht zu erhalten, rufen manche Unternehmen ihre Angestellten zu Challenges auf. Fieldfisher veranstaltet gemeinsame Online-Weinproben. Marcus Iske und Sascha Dethof holten eigenhändig aus der Düsseldorfer Eiskellerbar mehrere Kisten Wein und stellten sie den Kollegen in ihre Büros – zum Abholen. Die Referendarin bekam die Flaschen als Care-Paket in ihr #stayathome nach Wiesbaden nachgeschickt. Zu einem gemeinsamen Termin wählten sich dann alle Kollegen ein, die Eigentümerin der Bar moderierte und alle durften die spanischen Rotweine probieren und mehr über sie lernen.

 

Die Fieldfisher-Küche muss vorläufig noch kalt bleiben, eher sie wieder genutzt wird für Besuche von Mandanten – oder anderen wie Journalisten.

 

Fieldsfisher-Teeküche Düsseldorf (Foto: Presse)

 

Memories: Was noch kurz vor der Corona-Krise sein durfte – „Ein Teller Nudeln bei Kanzlei Fieldfisher der ganz anderen Art“

Noch Vor-Corona wurde ich bei Fieldfisher von einem Kanzleibesuch der ganz anderen Art überrascht, es wurde nämlich recht vergnüglich. Es war an einem Freitag, um die Mittagszeit herum und die Gastgeber hatten sich selbst an den Herd gestellt. Quasi „Ein Teller mit“, nur ohne Lokal:

 

Sascha Dethof, Marcus Iske, Lisa Herrmann (v.l.n.r.)

 

 

Marcus Iske (l.) und Sascha Dethof

 

 

Marcus Iske, Lisa Herrmann

 

 

Büffelmozzarella auf Basilikumtomaten

 

 

Jan Hartmann

 

 

 

 

Und Pasta mit Rindfleischstreifen und Champignons:

 

 

 

 

 

 

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Alle Kommentare [1]

  1. Das hat doch was, die Weinkartons mit „Oh when the Saints….“ aus dem Keller holen. Steigert die Vorfreude und verbessert manchmal noch den Wein.
    Was in der augenscheinlich tollen Bürogemeinschaft auf Distanz fehlt ist ein Rezept von den Speisen, oder sind die Bilder aus einem Katalog. Wer dann meint er hat eine super Kreation hinbekommen kann dann den fieldfisher Lieferservice nutzen, damit alle anderen auch was davon haben. SCHÖNE OSTERN an die Runde.
    PS.Ich hoffe das alles dient nur dem Betriebsklima mit dem Ziel für die Steigerung von Effektivität und ist zielgerichtet im Zeichen von Corona.
    LG