Home Office: Sprich mit mir – aber leider fehlt denen in der Zentrale die Zeit fürs Reden mit Home-Office-Arbeitern

Warum Angestellte nicht von zuhause aus, neudeutsch im Home Office arbeiten? Da gab es schon diverse Umfragen und diverse Ergebnisse. Jetzt hat der Marktforscher Statista aktuell bei 1.800 Mitarbeitern nachgefragt, die selbst täglich ins Büro gehen. Die Begründungen: Am häufigsten sagten sie, dass die Arbeit von zuhause „nicht zum Job passt“. Da kann man trefflich orakeln, was genau gemeint ist.

Bei 69 Prozent der Männer und 70 Prozent der Frauen „erwarten die Vorgesetzten, dass sie ihre Arbeit im Betrieb ausüben“. Und: „Bei 59 und 55 Prozent ist die Arbeit im Home Office technisch nicht möglich“.

Was immer wieder übersehen wird – jedenfalls bei denen, die immer oder vorwiegend zuhause arbeiten: Sie verlieren den Anschluss an die Kollegen, bekommen keine Stimmungen in der Firma mehr mit und sind tatsächlich außen vor.

 

Keine Zeit für die da draußen

Hinzu kommt: Jene Heimarbeiter haben das Verlagen, mit den Büroarbeitern zu telefonieren, um ebendiese Infos weiter zu bekommen oder um Projekte im Detail abzusprechen. Das Problem ist nur, dass sie die Kollegen vor Ort damit von ihrer eigenen Arbeit abhalten. Auch die sitzen in aller Regel im Hamsterrad und schaffen ihr eigenes Pensum sonst nicht mehr.

Ganz abgesehen davon, dass sie im Großraumbüro nicht ewig telefonieren können und wenn, dann auch nicht Strömungen, Tendenzen, Büroklatsch – alles was man so braucht, um noch dazuzugehören, unbeobachtet, unbelauscht weitergeben können.

Es zählt ja auch nicht als irgendwie produktive Arbeit und stößt eher rundherum übel auf. Im Klartext: Wer seine Leute ins Home Office lässt, sollte sicher stellen, dass sie Ansprechpartner haben, die auch Zeit und Lust haben, mit denen zu reden.

Doch ich habe ehrlich gesagt noch nie von einem Manager, Personaler oder einer Führungskraft gehört, dass sie das berücksichtigen. Denn klar ist auch: Dazugeschaltet werden in eine Konferenz, kann diesen unmittelbaren, am besten vertraulichen, Austausch nie ersetzen.

 

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