Führungskräfte ohne Digitalstrategie (8) – Charisma wird bei Führungskräften ziemlich unwichtig, Netzwerken-Können steht dagegen ganz oben. Von Ulrich Goldschmidt vom DFK-Verband für Führungskräfte

Führungskräfte ohne Digitalstrategie: Gastbeitrag von Ulrich Goldschmidt (8).

Manager reden zwar von Digitalisierung – lassen ihren Worten aber keine Taten folgen. Laut der Studie „Führung und Digitalisierung“ des DFK-Verbands für Fach- und Führungskräfte wird Charisma bei Führungskräften ziemlich unwichtig, Netzwerken-können steht dagegen ganz oben.

 

Ulrich Goldschmidt

 

Führungskompetenzen der Zukunft: 

In seiner Studie „Führung und Digitalisierung“ hat der Berufsverband DFK – Verband für Fach- und Führungskräfte über 1.500 Mitglieder gefragt, welche Führungskompetenzen in einer digitalisierten Arbeitswelt wichtiger werden. Das Ergebnis ist eindeutig: 78 Prozent glauben, das Denken und Arbeiten in Netzwerken wird am wichtigsten und landet ganz klar auf Platz eins. Gefolgt von Förderung von Selbststeuerung und -organisation. Weit abgeschlagen dagegen: Charisma.

 

Führungskompetenz-Ranking: Unterstützung von Mitarbeitern zählt

In einer agilen und digitalisierten Arbeitswelt 4.0 setzen die Befragten stärker auf Führungskompetenzen, die auf neue Formen der Zusammenarbeit, auf Veränderungsfähigkeit und auf Unterstützung von Mitarbeitern ausgerichtet sind.

Wie erwähnt glauben die meisten an die Fähigkeit, in Netzwerken zu denken und zu arbeiten. Weibliche Befragte sogar noch stärker (84 Prozent) als männliche.

 

Die Top-Ten-Rangliste der Führungskompetenzen:

1. Denken und Arbeiten in Netzwerken (78 Prozent)

2. Förderung von Selbststeuerung und –organisation (56 Prozent)

3. Innovationsfähigkeit (45 Prozent)

4. Veränderungsfähigkeit (43 Prozent)

5. Agilität (43 Prozent)

6. Fähigkeit zum Delegieren (42 Prozent)

7. Disruptives Denken (35 Prozent)

8. Digitalexpertise (33 Prozent)

9. Mitarbeiter entwickeln (33 Prozent)

10. Strategische Kompetenz (29 Prozent)

 

Die Rangliste zeigt: Bei der Auswahl von Führungskräften noch auf Fachkompetenz abzustellen und die Befähigung für Führungsaufgaben als selbstverständlich vorauszusetzen, so eher nebenbei, führt in der Arbeitswelt 4.0 in die Irre. Noch mehr als heute schon. Sie zeigt aber auch weiter: Unternehmen müssen die Vorbereitung auf Führungsaufgaben neu ausrichten und ernsthaft betreiben. Tun sie das nicht und übertragen Menschen Führungsaufgaben, auf die sie unvorbereitet sind, werden diese Vorgesetzten Führung am lebenden Objekt üben  – an ihren Mitarbeitern. Das ist unfair den Mitarbeitern gegenüber, aber auch gegenüber den Führungskräften selbst.

 

Die Bereitschaft zur dienenden Führung

Warum Charisma mit sieben Prozent weit abgeschlagen auf dem letzten Platz gelandet ist? Weil in Zukunft der heroische Führungsstil weniger gefragt ist. Wichtiger wird stattdessen die postheroische Führung mit einer Persönlichkeit, die bereit und in der Lage ist, dienende Führung zu praktizieren. Will heißen: Auch in Zukunft und auch in einer Arbeitswelt 4.0 wird Führung gebraucht – nur eben in einer neuen Rolle.

 

 

 

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