Studie Headhunter: Aufsichtsräte-Suche hat noch viel Potenzial

Studie Personalberater: Gute Zeiten für Headhunter
 
Trotz Online-Stellenbörsen, Berufsnetzwerken und Transparenz im Internet, werden Headhunter nicht überflüssig – im Gegenteil.

 
 
Online-Jobbörsen haben den Personalberatern keineswegs Geschäft abgenommen, im Gegenteil: In rund 2.200 Personalberatungen erwirtschafteten 6.175 Personalberater im vergangenen Jahr 1,8 Milliarden Euro (Zum Vergleich 2014: 1,7 Milliarden Euro) – das bedeutet eine Steigerung zum Vorjahresvergleich von 6,8 Prozent. Insgesamt besetzten die Headhunter 57.400 Jobs in Industrieunternehmen, Wirtschaft und Verwaltung, hat der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) errechnet.
 
Immer mehr Headhunter – trotz Internet
Gestiegen ist auch die Zahl der Headhunter: Und zwar um 375 Köpfe in den vergangenen zwei Jahren (2013: 5.800). Jeder Personalberater hat 2014 im Schnitt neun Suchaufträge erfüllt.
Die Personalsuche macht mit 82 Prozent die Hauptarbeit der Personalberatungen aus gefolgt von Managementdiagnostik mit acht Prozent und dem Besetzen von Beiräten und Aufsichtsräten erst 3,5 Prozent. Diese Zahl dürfte aber in den nächsten Jahren steigen angesichts der Rat- und Hilflosigkeit der Top-Entscheider in den Unternehmen, die in ihren eigenen Adressbüchern nicht mehr fündig werden, insbesondere wenn sie die Frauenquote erfüllen wollen.
Wie die Personalberater fündig werden? Nur noch in fünf Prozent der Fälle kommen sie mit Stellenanzeigen zum Ziel, alleine übers Internet funktionieren immerhin doppelt so viele, nämlich zehn Prozent. Am häufigsten klappen bei der Personalsuche kombinierte Suchmethoden: In 2014 waren dies 43 Prozent. Die reine Direktsuche machte im selben Zeitraum 42 Prozent aus.
 
Jeder fünfte Headhunter sucht auch im Ausland
Bei jeder fünften Suche fahnden die Headhunter inzwischen auch (15 Prozent) oder nur (sechs Prozent) im Ausland nach Kandidaten. Immer wieder fällt das auf, wenn sie auf der Sucht nach Top-Managerinnen – die bereits auf der obersten Ebene angekommen sind – im Inland erfolglos bleiben und auf Nachbarländer ausweichen, da dort schon länger und mehr Frauen bis auf die höchsten Top-Ebenen empor klettern konnten. Zumal die Unternehmen dann froh sind, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: sie können sich mit Internationalität sowie Frauenförderung schmücken.
Insgesamt ist der Anteil der Kandidatinnen in den vergangenen drei Jahren unverändert und zwar bei 22 Prozent.
In 62 Prozent der Fälle bemisst sich das Beraterhonorar am Einkommen des Kandidaten, in 18 Prozent am Arbeitsaufwand und in 20 Prozent ist es eine Kombination aus beidem. Besonders gesucht: Software-Spezialisten, die oft mit einem ganzen Team wechseln, weiterhin gefragt sind Ingenieure, Marketing- und Vertriebsexperten und Digitalprofis.
   
Nur 900 Kandidaten verdienen über 500.000 Euro im Jahr
Die meisten vermittelten Kandidaten verdienten  mit 15.225 Leuten zwischen 100.000- 150.000 Euro gefolgt von denen zwischen 75.000 bis 100.000 Euro Jahresgehalt (15.150). Unter 75.000 Euro verdienen immerhin 10.425 der gefundenen Jobwechsler. Nur 900 kamen auf ein Bruttojahresgehalt von über 500.000 Euro. Zwischen 250.000 und 500.000 verdienten 3,850 und zwischen 150.000 bis 200.000 Euro immerhin 8.000 Kandidaten.
Konsumgüterhersteller suchen am häufigsten mit Headhuntern 
Welche Branchen am stärksten mit Headhunter suchen? An erster Stelle im verarbeitenden Gewerbe die Konsumgüterindustrie (13,2 Prozent), dicht gefolgt vom Maschinenbau (13,1 Prozent), Telekommunikationsbranche mit 10,5 Prozent mit 13,1 Prozent und der Chemie-/und Pharmabranche mit neun Prozent. Am seltensten beauftragen die Öffentliche Verwaltung mit 1,4 Prozent sowie das Verkehrs- und Gastgewerbe mit 1,4 Prozent Personalberater.
 
 
Suche der Unternehmen in Eigenregie
Insgesamt erwarten 87 Prozent der Personalberater, dass die Unternehmen künftig zunächst einmal auf eigene Faust öfter in Eigenregie selbst im Internet nach geeigneten Mitarbeitern fahnden – jedenfalls bei der Suche nach Spezialisten und auf der unteren Führungsebene. Dafür müssten in der Personalabteilungen entsprechende Ressourcen und Erfahrungen vorhanden sein – denn zumeist arbeiten diese ja aus einer passiven Haltung heraus und lassen lieber die Bewerbungen auf sich zukommen mit unternehmenseigenen Online-Bewerbungsseiten.
 
 
Hilfe beim Andocken
70 Prozent der Berater glauben, dass außer ihrer Kernkompetenz – der Suche nach Kandidaten – auch ihr Know-how beim sogenannten Onboarding der neue Mitarbeiter gefragt ist. Dann coachen sie in der Einarbeitungsphase, damit die Besetzung auch erfolgreich verläuft und nicht der gefundene Kandidat gleich wieder von der Fahne geht oder im Unternehmen nicht akzeptiert wird.  

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Alle Kommentare [1]

  1. Die Suche nach Aufsichtsräten ist in der Tat sehr schwierig, zumal es auch nicht ganz so einfach ist allein die offenen Stellen ausfindig zu machen. Oft werden diese Stellen nur auf wenigen Plattformen kommuniziert oder durch persönliche Weiterempfehlungen an die entsprechenden Menschen herangetragen.