Der „Spiegel“ hat eine Mitarbeiterbefragung gemacht, die ganz offenbar tatsächlich ernst gemeint ist und auch neue Erkenntnisse gewinnen will. Befragt wurden nämlich nicht nur diejenigen, die an Bord sind, sondern auch diejenigen, die das Haus verlassen haben. Die Ex-Mitarbeiter. http://kress.de/news/detail/beitrag/134474-swr-ueber-bislang-unveroeffentlichten-innovationsreport-vom-spiegel-wir-ueberhoehen-unsere-wichtigkeit.html
Die Sorge, aus der freie Felder leer bleiben
Das dürfte die Chance erhöhen, ehrliche Antworten zu bekommen. Und zwar angstfreie, durchaus negative. Denn was raten sich Mitarbeiter heute gegenseitig: Lieber nichts in die Kommentarfelder hinein zu schreiben, um weniger gut entdeckt zu werden – als unbequemer Querulant, Nörgeler oder gar mutmasslicher Verhinderer.
Sicher, vielleicht sind auch verklärte dabei, die die Vergangenheit glorifizieren, aber die Wahrscheinlichkeit ist gering. Zumal Mitarbeiter bei der Trennung oft das wahre Gesicht ihres Ex-Unternehmens kennen lernen und schon mal wie ein Sträfling behandelt wurden – siehe das Interview mit Führungskräfte-Expertin Heike Kroll hier im Management-Blog.
Die Kollegen beobachten Misshandlungen sehr genau – und ziehen ihre Schlüsse
Denn der Punkt ist: Wie Unternehmen Kollegen misshandeln, beobachten die anderen verschärft. Und sie merken es sich, darauf kann sich das Top-Management verlassen. Angst-Klima ist die Folge. Das steht meist im krassen Gegensatz zur eigenen Wahrnehmung der Top-Ebene, die ohnehin kaum mehr die Wahrheit erfährt.

Den Mut und Wunsch nach ehrlichem Feedback wünschte ich auch anderen Unternehmen.
Das ist ein sehr guter Punkt. Noch besser ist es wohl, neben jährlichen Mitarbeiterbefragungen auf permanentes Feedback in alle Richtungen zu achten. Und hier müssen Führungskräfte mit gutem Beispiel vorangehen.
Ich denke eine Mitarbeiterbefragung ist eine gute Sache. Unternehmen können so erfahren, was fern von der Führungsebene passiert und vielleicht verändert werden muss.