Stallgeruch ist doch wichtig für die Karriere – DAX-Untersuchung von Odgers Berndtson

Die Personalberater bei Odgers Berndtson haben´s ausgezählt: 80 Prozent der Dax-Vorstandschefs kommen aus dem Unternehmen selbst und waren auch schon im Vorstand, bevor sie den Chefsessel erklommen. Stallgeruch ist also ein wichtiges Kriterium.

Durch den Wechsel des Unternehmens katapultieren sich am ehesten Finanzvorstände (CFO´s) in die Topetage: Nur 57 Prozent von ihnen haben eine Kaminkarriere hinter sich, Tendenz aber auch hier: steigend.

 

Finanzvorstände werden selten Vorstandschef

Falsch ist laut Odgers-Berndtson-Berater Klaus Hansen die Behauptung, CFO´s seien immer häufiger der Kronprinz für den Vorstandschefsessel: Tatsächlich ist nur jeder sechste DAX-Chef vorher CFO gewesen. Hansen urteilt: „Trotz einiger Ernennungen von CFO´s zu CEO´s in den vergangenen Monaten gibt es keinen grundlegenden Wandel.“

 

Klaus Hansen, Geschäftsführer der Personalberatung Odgers Berndtson

Klaus Hansen, Geschäftsführer der Personalberatung Odgers Berndtson

Im Schnitt sind die DAX-Vorstände 53 Jahre alt, sind mit 48 in den Vorstand aufgestiegen und sind bereits zwölf Jahre in ihrer Company.

 

27 Prozent der Vorstände aus dem Ausland

Da die Unternehmen als exportstarke Nation auch international besetzte Vorstände haben sollen, sind inzwischen 27 Prozent der DAX-Vorstände nicht aus Deutschland. Woher sie im Einzelnen kommen, verrät die Studie leider nicht.

Allerdings: bei den Aufsichtsräten sind laut einer Studie von Russel Reynolds die meisten aus Österreich – was nicht gerade der allerwichtigste Handelspartner ist – gefolgt von der Schweiz.

 

Viel mehr Ausländer als Frauen

Weiblichen Geschlechts sind nicht ganz so viele: acht Prozent der DAX-Vostände sind Frauen.  Ein weiblicher CEO ist nicht in Sicht. – ist noch nicht und auch nicht nach der freiwilligen Selbstverpflichtung der Unternehmen vor über zwölf Jahren.

Wie viel sie im Durchschnitt verdienen? In 2014 waren es 3,3 Millionen Euro im Jahr und bei CEO´s 5,4 Millionen Euro, so die Odger-Berndtson-Studie.

 

Im Schnitt drei Aufsichtsratsmandate als Nebenjob

Interessant ist auch die Zeit, die den Vorständen noch für lukrative Nebenjobs als Aufsichtsrat bleibt: Hatte ein DAX-Vorstand vor zehn Jahren noch fünf Aufsichtsratsmandate nebenbei, so sind es heute nur noch drei.

Der Grund laut Odgers Berndtson: Die gestiegenen Anforderungen an die Unternehmensführung und der verschärfte Verhaltenskodex für Aufsichtsräte.

Die Erfahrungswerte von Personalberatern: Vier bis sechs Wochen Arbeitszeit kostet ein Aufsichtsratsmandat im Jahr.

 

Die meisten sind Wirtschaftswissenschaftler

Bleibt die Frage, welche Ausbildung die heutigen DAX-Vorstände hinter sich haben? Nur vier DAX-Vorstände haben gar keinen Uni-Abschluss.

Die meisten haben Wirtschafts-, Ingenieurs-, Naturwissenschaften oder Jura studiert. Mehr als jeder zweite ist Wirtschaftswissenschaftler.

 

Doktortitel? Immer unwichtiger

Immer unwichtiger ist auch der Doktor-Titel: 38 Prozent tragen ihn, vor zehn Jahren war es noch mehr als jeder zweite.

Headhunter Heiner Thorborg prophezeite das schon vor fünf Jahren hier im „Management-Blog“.

http://blog.wiwo.de/management/2010/12/02/auf-einen-teller-nudeln-mitheadhunter-heiner-thorborg-1/

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