Wunderbares Home office

Der Personaldienstleister Robert Half sing das hohe Lied auf Home offices, sprich Heimarbeit. Wenn Lokführer und Kitas streiken, ist es auf jeden Fall vorübergehend eine gute Lösung. Dem ist so.

Doch immer und nur? Manche Heimarbeiter beginnen ja nach einer Weile, mit ihrem Hund zu reden. Mangels menschlicher Ansprache.

george mit Wiwo

 

Denn klar ist auch: Wer telefonisch den Kontakt zu den Kollegen halten will, läuft heute oft vor die Wand. Entweder sitzen die im Großraumbüro und telefonieren so wenig wie möglich. Oder sie sind arbeitsverdichtet und haben keine Freiräume mehr für solche, Verzeihung, Betreuungsgespräche. Auch wenn die wiederum nötig sind, keine Frage.

Vor allem aber lassen sich solche Gespräche eben nicht mehr darstellen oderb rechtfertigen – wenn der Unternehmensberater kommt und im Minutentakt die Arbeitseinsätze der Mitarbeiter aufschreibt.

Kein Mitarbeiter wird gelobt dafür, dass er zum Beispiel die Praktikanten, Lehrlinge oder sonstwen betreut, wenn er nicht unbedingt muss. Keiner wird gelobt, für Hilfsaktionen außerhalb der Abteilungegrenzen. Keiner wird mehr gewürdigt, weil er den Anrufern kein „ich bin unzuständig“ entgegenblafft, sondern ihnen wirklich hilft – ohne es zu müssen.

Und wer eben doch zum Beispiel die Kollegen im Home office bedenkt – mit Zeit, Hilfestellung und Betreuung – , dem dankt´s keiner. Nicht der Chef und auch kein Kollege.

Sprich, es taucht in seier Leistungsbilanz gar nicht auf, die Zeit ist aber trotzdem weg.

 

Schlechtere Kommunikation mit Home-office-Mitarbeitern

Dazu passt das Umfrageegebnis von Robert Half: 32 Prozent der Personaler machen bei Home offices eine Verschlechterung der Kommunikation und 30 Prozent eine Verschlechterung der Zusammenarbeit aus. 200 Personalmanager wurden von Robert Half befragt zum Thema Home office. Ein weiteres Resultat: Während 26 Prozent der Personalmanager sagen, dass das Angebot für Home-Office in den vergangenen drei Jahren zugenommen hat – so beobachten fast ebenso viele – nämlich 25 Prozent – „einen Rückgang dieser Zusatzleistung.“

 

By the way: was am Home office eine Zusatzleistung und für wen ist, das frage ich mich an der Stelle.

Die Schuld an den Vorbehalten gegenüber der Heimarbeit wird gerne dem Kontrollzwang deutscher Chefs zugeschrieben. Die erst dann glauben, dass alle ihre Mitarbeiter raffeln, wenn sie es mit eigenen Augen sehen.

 

Mehr Kreativität und Konzentration im Home office

Die Umfrage weiter: Bewusst ist den Personalern, dass Kreativität (57 Prozent) und Produktivität (58 Prozent) steigen, wenn Mitarbeiter Ruhe zur Konzentration haben statt Ablenkungen des Großraumbüros.

Und trotzdem sind Großraumbüros der Trend – immer noch.

 

Was wären die Auswirkungen auf folgende Bereiche, wenn Sie Ihren Mitarbeitern flexible Arbeitszeiten oder Home-Office ermöglichen würden?

Produktivität

Kreativität

Kommuni-kation

Zusammen-arbeit

Effiziente Mitarbeiter-führung

Verbesserung

58%

57%

38%

35%

35%

Verschlechterung

17%

17%

32%

30%

22%

Keine Veränderung

26%

27%

30%

36%

44%

Quelle: Arbeitsmarktstudie 2015 von Robert Half, Befragte: 200 HR-Manager

 

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