Schlafenszeit minimieren, Lebens- und Arbeitszeit gewinnen. Online-Verleger Ulrich Hanke erzählt mir beim Lunch von einem außergewöhnlichen Selbstversuch, um mehr Zeit aus den 24-Stunden-Tagen zu holen. Polyphasen-Schlaf ist das Stichwort. Um den langen Nachtschlaf von plus minus sieben Stunden zu vermeiden, könne man stattdessen auch nur alle drei Stunden jeweils 20 Minuten lang schlafen. Das seien zusammengerechnet grade mal zweieinhalb Stunden – statt sechs bis acht, rechnet er vor. http://de.wikipedia.org/wiki/Polyphasischer_Schlaf
Der einzige Haken an der Sache ist denn auch das K.O.-Kriterium, so oder so: Dieser Drei-Stunden-Rhythmus müsse strikt eingehalten werden, ausnahmslos, erzählt der Börsen-Journalist. Wenn es also mal zwingende Termine gibt oder man sich nach Terminvorgaben anderer Leute richten muss, klappt das Ganze nicht mehr.
Selbst wenn man ansonsten selbständig ist und im Home-Office arbeitet. So wie er in Hanau, unterm Dach auf 50 Quadratmetern, von dem er ganz begeistert ist. Es sei „ein Luxus“ und vor allem arbeite er ohne die Ablenkungen eines Großraumbüros viel effizienter. Als Abwechslung zu den Redaktionsstuben und Newsrooms. Der Ex-„FTD“-Redakteur hat zuvor bei „Börse Online“, „Stocks – Das Schweizer Anlegermagazin“ und auch bei der WirtschaftsWoche als Finanzjournalist gearbeitet. http://boersianer.info/wp-content/uploads/2015/01/KON_51_2014_30_MED_text2.pdf
Danach machte Hanke sein Hobby, historische Wertpapiere, zum Beruf: Er gründete „Nonvaleur“, eine Zeitschrift für alte Wertpapiere und gibt seit November 2014 das kostenlosen Online-Anlegermagazin boersianer.info heraus. Immer zwischen 30 und 60 Seiten stark, unabhängig und das jeden Samstag, erzählt Hanke. Finanzieren soll sich das Magazin durch Werbung.
„Als ich Verleger und Verkäufer wurde, musste ich umdenken“, erzählt Existenzgründer Hanke. Nun habe er nicht mehr nur die Rolle eines angestellten Redakteurs, sondern die des Verlegers, der „viel mehr im Blick haben und viel mehr berücksichtigen muss“.
Hanke hat sich hier im „Basil´s“ einen Teller Salat mit Rinderfiletstreifen bestellt und danach statt Kaffee, Espresso oder Latte Macciato eine Dose Red Bull. Damit ist er überhaupt der erste meiner Gesprächspartner, der sich einen Energy Drink bestellt.
Um die Bekanntheit seiner Marke Boersianer zu erhöhen, wurde Hanke sogar zum Seifenkisten-Bastler. Weil in Hanau am letzten Mai-Wochenende in Hanau Deutschlands größtes Seifenkistenrennen mit immerhin 300 Fahrern stattfindet, baute er einen zwei Meter langen roten Opel Manta samt Fuchsschwanz nach. Mit einem fünfköpfigen Team startete er durch und kam zumindest beim Crazy-Constructors-Cup für die schönsten Eigenbauten auf den zweiten Platz. Seiner Werbung sollte es helfen, denn immerhin kam auch das ZDF.
Und: http://boersianer.info/ausgabe-27/ (Seite 8).




Das mit dem 20-Minuten-Schlaf habe ich auch ausprobiert und es ist voll in die Hose gegangen. Mich wundert es, dass es bei Einstein funktioniert haben soll.