Ice Bucket Challenge: Herr Wulff, machen Sie mit! … fordert PR-Experte Behrendt den Ex-Bundespräsidenten auf, eine unverhoffte Chance wahrzunehmen

Wie cool ist Wulff? Ein Social-Media-Phänomen als unverhoffte PR-Chance. Ein Gastbeitrag von Frank Behrendt, Vorstand der Kommunikationsagentur FischerAppelt

 

Frank Behrendt, Vorstand der PR-Agentur FischerAppelt

Frank Behrendt, Vorstand der Kommunikationsagentur FischerAppelt

Das Netz kollabiert derzeit fast vor Kälte. Obwohl es eine Aktion quasi zum Herzerwärmen sein soll: die #icebucketchallenge verbreitet sich weltweit rasend schnell im Internet und den gängigen Social-Media-Kanälen. Da stellt sich Helene Fischer unter die Eiswürfel-Eimer-Schauer oder Michael Otto.

Und wo Bill Gates und Mark Zuckerberg mitmachen, darf auch „BILD“-Chefredakteur Kai Diekmann („Schatzi“) und seine Gattin und Silicon-Valley-Bestseller-Autorin Katja Kessler nicht fehlen. Mit der aufmerksamkeitsstarken Aktion sollen weltweit Spendengelder für die Forschung zur Heilung von ALS (Amyotrophe Lateralsklerose, eine degenerative Nervenerkrankung, die zu Lähmungen und schließlich zum Tod führt) gesammelt werden.

Die Regeln sind ganz einfach: Entweder man spendet 100 Dollar oder schüttet sich Eiswasser über den Kopf, macht davon ein Video und nominiert andere, es einem gleich zu tun. Der Clou: Viele, die sich den kalten Kick geben, spenden trotzdem. Und durch die verrückten Videos, die millionenfach Klicks im Netz nach sich ziehen, wird massig PR für ALS gemacht und der Spendenfluss aktiviert.

Ice Bucket Challenge

Ice Bucket Challenge

 

Nun kommen einige clevere Zeitgenossen auf die Idee, auch mal pudelnass die Kanzlerin oder Obama zu nominieren. Werden sie sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf gießen? Wohl eher nicht. Nun gut, die Dame und der Herr sind in Amt und Würden. Aber wie sieht es mit einem Ehemaligen aus? Kai Diekmann hat es nun gemacht: noch kalt abgeschreckt und triefend nominierte er Christian Wulff. Den Wulff, der einst auf Diekmanns Mailbox sprach und der kürzlich bei der Vorstellung seines neuen Buches eiskalt mit der Journaille abrechnete. Nun wartet die Netzgemeinde gespannt, ob sich der frühere Präsident nass macht oder nicht.

 

Wulff sollte mannhaft sein – und den Eiskübel über sich ergehen lassen

Was ich denn als PR-Berater empfehlen würde, fragte mich ein Freund als wir nett beim Italiener zum Wir-schauen-nicht-PromiBigBrother-Dinner beisammen saßen? Ohne zu zögern (was ich auch Wulf empfehlen würde): der Ex-Bundespräsident sollte die Challenge annehmen und mannhaft den Eiskübel über sich ergehen lassen. Er könnte dabei nur gewinnen. Denn mit seiner Larmoyanz und Medienschelte hat er viele Bürger und vor allem Journalisten verärgert. Das Umsetzen der Nominierung für den Eiskübel von Kai Diekmann wäre souverän und ein sauberer Strich unter die damalige Affäre. Es gäbe auch eine heiße Story aus einer anderen Perspektive und ein bisschen auch einen neuen Wulff. Damit könnte dann endlich final der Schwamm über den alten Zoff gehen und das auch noch für eine gute Sache. So eine Chance aus dem Nichts kommt für den Alt-Bundespräsidenten so schnell nicht wieder.

 

icebucket

 

Versöhnung und digitale Rache gleichzeitig

Wer übrigens smart vorgemacht hat, wie es geht, ist Brasiliens Fußball-Ikone Neymar. Er, der bei dem WM nach einem brutalen Foul des Kolumbianers Juan Zuniga im WM-Viertelfinale schwer verletzt vom Platz getragen werden musste, hat Größe gezeigt: Er nominierte seinen kolumbianischen Peiniger für die #icebucketchallenge. Und Zuniga nahm ohne lange zu fackeln an und kippte sich einen Kübel Eiswasser über den Kopf. Eine Art digitale Rache und gleichzeitig Versöhnung im Scheinwerferlicht der ALS-Charity-Kampagne. http://www.goal.com/de/news/838/spanien/2014/08/18/5042580/ronaldo-und-neymar-nehmen-an-ice-bucket-challenge-teil

So kann das aussehen Herr Wulff. Daher: Überraschen Sie Deutschland, schließen Sie ab und Frieden mit Kai Diekmann. Eiswasser marsch!

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Alle Kommentare [1]

  1. Vorsicht. Der Vergleich hinkt. Es wurde der kolumbianische „Peiniger“ herausgefordert. Dieckmann fordert jedoch das „Opfer“ heraus.