Fälschte Yahoo-Chef Thompson sein Zeugnis?

Der Internetkonzern Yahoo hat ein Problem, das sich kein Unternehmen wünschen kann: Ausgerechnet sein Chef Scott Thompson soll seine Vita gefälscht haben. Wann genau, ist nicht bekannt. In seiner Zeit bei Ebay jedenfalls, soll der tatsächlich nicht absolvierte Abschluss bereits aufgetaucht sein. Mit Hilfe vo Google hat wohl ein Großaktionär den Blender enttarnt, der einen Abschluss in Computerwissenschaften vorgegeben hat – wahrheitswidrig. Seine Uni – das Stonehill College – habe erst 1983 diesen Abschluss vergeben – und nicht schon 19179, wie Thompsons Unterlagen wohl besagen. Tatsächlich soll er jedenfalls einen Abschluss als Buchhalter haben. Was ja an sich auch nichts Schlechtes ist.

Dumm nur, dass er als großer Hoffnungsträger bei Yahoo im Board zu Jahresbeginn startete, nachdem man sich so klartextig von Carol Bartz getrennt hatte – die ein stattliches Sümmchen dafür kassierte. http://blog.wiwo.de/management/2011/09/08/bei-anruf-kundigung/

Was Thompson bei Yahoo dieses Jahr geleistet hat? Nichts, was nicht jede Putzfrau kann: Nur viele Leute entlassen. Als Management-Fähigkeit lässt sich das nicht unbedingt bezeichnen. Hätte er den Umsatz ausgeweitet, neue Produkte nach vorn geschoben und neue Märkte erschlosen, ok – aber so? Ausser Blenden nix gewesen?

Nach den Presseberichten der Nachrichtenagenturen dpa und dapd könnte aber im Gefolge noch jemand anderes bei Yahoo an der Spitze Probleme bekommen: Die Verwaltungsrätin Patti Hart hatte Scott Thompson wohl aufgespürt und ausgesucht – und der Großaktionär Dan Loeb soll auch ihr vorgeworfen haben, sie habe bei ihrem Abschluss nicht ganz die Wahrheit gesagt.

Wenn´s stimmt, dürften beide reif sein – ohne jede Abfindung. Zu den Grundsätzen guter Unternehmensführung passt soviel Blenderei nicht – selbst wenn die Leistung unterm Strich stimmen sollte.

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