Personalsuche mit Xing statt mit Personalberater

Mancher Headhunter macht sich schon Sorgen, ob ihm die Job-oder Busines–Netzwerke  wie Xing eines Tages das Wasser abgraben könnten. Könnte es für Personalchefs doch mit Hilfe dieser beruflichen Kontaktbörsen einfacher werden, selbst auf Kandidatensuche zu gehen – und ihnen Beraterhonorare ersparen.

Vor allem: All das, was Personaler vielleicht eines Tages nicht mehr fragen dürfen wie Alter, Geschlecht, Hautfarbe und auf anonyme Bewerbungen beschränkt sind, liegt bei Xing offen zutage: Geburtstag, Foto, wo jemand schon gearbeitet hat und auch gleich wen er so kennt. Das kann ja auch schon weiterhelfen.

Xing hat jedenfalls dieses Asset erkannt und geht schon selbst jetzt in die Offensive: Das Netzwerk will seine Datenbank mit über zehn Millionen Mitgliedern verstärkt als Mittel zur Personalsuche anbieten. Xing-Vorstand Stefan Groß-Selbeck sieht beim E-Recruiting gute Wachstumsmöglichkeiten. Und er vergisst natürlich nicht, dabei auf den drohenden Facharbeitermangel in den Unternehmen hinzuweisen. Das alles aber nur dann, wenn es die einzelnen Mitglieder erlaubt haben. Stellenanzeige 2.0 nennt Groß-Selbeck das passende Online-Instrument.  Auf der deutschsprachigen Xing-Plattform gibt es schon 4,3 Millionen Berufstätige, die als Mitglieder registriert sind.

Researchabteilungen der Personalberatungen sollten sich also anstrengen – um mehr zu bieten. Und Headhunter sollten vor allem ihre Erfahrung und ihren Vorteil als diskreten Mittler stärker in den Vordergrund rücken. Und sich vielleicht mal ein paar Methoden aus den Statten abgucken: Wo Headhunter bei Massenentlassungen in Unternehmen schon am selben Tag auf dem Parkplatz die Geschassten abpassen.

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Alle Kommentare [2]

  1. Stimmt. Ein dickes Adressbuch alleine reicht für erfolgreiche Personalberater nicht mehr aus, das gibt es mittlerweile auch bei Xing und Co.
    Doch überflüssig werden Personalberater dadurch noch lange nicht. Aus den vermeintlich vielen verfügbaren Kandidaten den einen passenden herauszufiltern, vielleicht zu coachen und ihn dann an den geeigneten Arbeitsplatz zu vermitteln, setzt auch weiterhin einschlägige Erfahrung und Menschenkenntnis voraus.

    Zudem können Personalberater hier von Xing und anderen Sozialen Netzwerken sogar profitieren, indem sie ihr eigenes Kontaktnetz vergößern und verfeinern.

    Auf Parkplätzen rumstehen müssen sie dazu nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn sie dank Social Media schon vorher Informationen aus dem betreffenden Unternehmen und Kontakte zu Arbeitnehmern gewonnen hatten….

  2. Vielleicht sollte man auch mal einen Artikel aus Sicht der Jobsucher schreiben. Meine Erfahrung ist, dass es bei vielen Jobsuchern noch Luft nach oben gibt. Insbesondere klare Selbstmarketing- und Selbstvermarktungsstrategien bei der Web 2.0 Jobsuche fehlen oft.