Sie werden nicht gekündigt. Und wenn doch? Sind Sie vorbereitet

Was ist die typische Reaktion, wenn Kündigungswellen anrollen und Mitarbeiter erfahren, dass sie dieses Mal selbst auf der Abschussliste stehen? Fast alle dachten irgendwie, es träfe immer nur die anderen. Konkret: Vorher hatten sie keinen einzigen Zeitungsartikel zu dem Thema Kündigung gelesen – und wenn´s dann passierte, sind sie schier kopflos.

Was sie vorher längst an anderen dieser Schicksale hätten beobachten und daraus lernen können, hat sie schlicht nicht interessiert. Ein grober Fehler. Denn dann würden sie wissen, dass die Kündigung ganz oft nicht persönlich zu nehmen ist, wo sie geeignete Anwälte finden und dass ein kühler Kopf jetzt das Wichtigste ist.

Dorothea Assig und Dorothee Echter haben Tipps, wie man sich vorbereiten kann, hier im Gastbeitrag aufgeschrieben.

 

Dorothea Assig und Dorothee Echter (Foto: PR/Magdalena Jooss)

 

Sie werden nicht gekündigt. Und wenn doch? Sind Sie vorbereitet.

Zu erleben, dass das eigene Verhaltensrepertoire wirkungslos ist, das ist schmerzlich. Manche Menschen brauchen eine lange Zeit, diesen Schmerz zu bewältigen und machen in dieser Zeit sehr viele Fehler, die die Jobsuche noch schwieriger machen.

Gastbeitrag von Dorothea Assig und Dorothee Echter

Im Topmanagement kommen Kündigungen sehr, sehr schnell. Binnen Minuten werden sie ausgesprochen. Egal, ob sie eine längere Vorgeschichte haben, ob sie zu erwarten waren oder nicht, schließlich kommen sie für die Einzelne, den Einzelnen immer überraschend, schmerzhaft, wie ein Schock. Eine Kündigung kann extrem negative Auswirkungen nicht nur auf Ihre Karriere, sondern auf Ihre gesamte Lebenssituation haben, emotional, finanziell, rechtlich, familiär. Wie können Sie so damit umgehen, dass Sie sich keine Chancen für Ihre beruflichen Ambitionen verbauen? Kann man sich auf eine solche Situation vorbereiten? Ja, kann man.

 

Ihr Kündigungsschutz ist die Vorbereitung. Sie haben einen Notfallplan, den wir für Sie entwickelt haben 

Sie geraten nicht in Panik, treffen keine schnellen, falschen Entscheidungen, sondern orientieren sich konsequent an Ihrem Notfallplan. Damit beginnen Sie, während Sie noch beschäftigt sind.

 

Solange Sie noch beschäftigt sind:

  • Check: Sie kaufen oder bauen kein Haus, zu dem Sie sich verschulden müssten. Sie nehmen keinerlei Kredit auf, auch wenn Ihr Vorstandsvertrag noch länger läuft. Laufende Kredite zahlen Sie ab. Sie sorgen für ein wachsendes Vermögen.
  • Check: Sie haben eine persönliche Adressdatei mit allen für Sie wichtigen Kontakten, die Sie auf Ihrem privaten Server speichern.
  • Check: Sie haben einen auf das Topmanagement, auf Geschäftsführer- und Vorstandsverträge spezialisierten Rechtsanwalt, mit dem Sie besprechen, was in einer solchen Situation zu tun ist. Sie haben die Telefonnummer griffbereit.
  • Check: Sie treffen sich regelmäßig informell mit einflussreichen Menschen, die Sie kennen. Sie laden sie ein, folgen jeder Einladung und pflegen und erweitern Ihre Kontakte in jeder Weise, auf Linkedin, mit Glückwunschkarten, und indem Sie bei anderen Empfehlungen für sie aussprechen.
  • Check: Ihr LinkedIn-Profil ist auf dem neuesten Stand, alles ist Algorithmen-wirksam eingerichtet. Sie vernetzen sich, liken und vor allem kommentieren möglichst jeden Tag Beiträge von für Sie wichtigen Persönlichkeiten auf begeisterte Weise.


Während und nach einer Kündigung:

  • Sie bleiben ruhig und verhalten sich so, wie Ihr Rechtsanwalt es Ihnen vorab geraten hat (siehe oben), zum Beispiel: Sie unterschreiben nichts, Sie kommentieren nichts …
  • Sie argumentieren nicht. Sie werden keinesfalls beschuldigend, anklagend, rechtfertigend, erklärend, richtigstellend undsoweiter. Sie nehmen zur Kenntnis. Und wenn es geht, äußern Sie Verständnis, „aus Ihrer Sicht verständlich“ …
  • Sie rufen Ihren Rechtsbeistand sofort an.
  • Sie sprechen bei niemandem, außer wenigen engsten Verwandten und Freunden, auch nicht bei anderen privaten Kontakten negativ über Ihren Arbeitgeber, Kolleginnen, Aufsichtsräte undsoweiter
  • Sie sorgen gut für sich, bringen sich in eine zuversichtliche Stimmung, zum Beispiel, indem Sie sich innerhalb der Community treffen.
  • Sie haben ein wirksames Narrativ: „Man hat sich von mir getrennt, weil es von nun an eine neue Richtung gibt. Es tut sich sehr viel an der Spitze der Unternehmen. Ich bin in vielen sehr interessanten Gesprächen über tolle neue Möglichkeiten.“ Erklären Sie nicht zu viel zu Ihrer Trennung, sondern sagen Sie, was Sie als nächstes vorhaben. „Ich würde gern wieder als CIO einen größeren Energiekonzern durch Digitalisierung weiter nach vorn treiben.“

Sie werden nicht gekündigt. Und wenn doch, gibt es viele Chancen für Sie.

 

 

 

 

 

 

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