Buchauszug Magdalena Neuner, Christopher Spall und Christian Grams: „Peak Performer: Von Spitzenleistern lernen, das echte Leben zu meistern. Leistungskultur neu denken“
Die Autoren plädieren in ihrem neuen Buch »Peak Performer« für eine zeitgemäße Leistungskultur. Ihre Botschaft: Du kannst dein Leben meistern. Aus eigener Kraft. Dafür musst du nicht partout jede Grenze überschreiten, sondern genau trainieren und wissen, wann du es tun willst, und wann nicht. Gemeinsam haben sie das erste Inspirationsbuch für eine sinnvolle Leistungskultur geschrieben.

Cristopher Spall (r.), Michaela Neuner und Christian Grams (l.) (Foto: PR/Murmann)
Leistungsantrieb: Schubkraft von innen und außen oder die einzigartige Suche nach dem eigenen Gipfel
Januar 2007. Ein großer Tag. Bernard Krone übernimmt offiziell die
Geschäftsführung des Unternehmens, das sein Vater, Urgroßvater und
Ururgroßvater aufgebaut und weiterentwickelt haben. Dass es einmal
so kommen würde, stand für ihn schon fest, als er ein kleiner Junge
war. Wie oft sind seine Kumpels und er in die Werkshalle geschlichen?
Stromerten herum, versteckten sich vor dem Werksmeister, hängten
sich mit dem Gürtel an den Kran, um sich bis unters Dach ziehen zu
lassen.
Das Unternehmen mit den großen Landmaschinen als großer Abenteuerspielplatz.
»Manche denken, als einziger Sohn hätte ich keine
andere Wahl gehabt, doch das ist Quatsch. Mein Vater hat es mir
freigestellt, immer gesagt: Du kannst, musst aber nicht, Hauptsache
du bist glücklich und findest eine Lebensaufgabe, die dir Spaß macht.
Durch seine Art hat er Unternehmertum als etwas Schönes, etwas Besonderes
vorgelebt. Er hat sich nie beschwert, nie gezaudert und
schon gar keine Probleme an den Abendbrottisch gebracht, höchstens
spannende Geschichten. Ich habe mich da immer gesehen.«
Ein Unternehmen in die vierte Generation zu führen mag Antrieb genug
sein. Bewahren, was Vorfahren geschaffen haben. Doch wenn
Krone darüber nachdenkt, was ihn im Leben pusht, ist da noch etwas
anderes. In der Schule war er nie besonders gut. »Ich habe mich mit
Ach und Krach durch die Wirtschaftsschule gequält, tausend Sachen
waren interessanter, erst Fußball, dann Clique und Mädchen.« In seiner
Ausbildung zum Industriemechaniker merkt er, dass es nicht egal
ist, ob er seinen Stoff beherrscht und seinen Job gut macht, selbst als
Azubi kann er »Dinge einen Tick besser machen«. Also hockt er sich
über seine Bücher, lernt nicht wie zu Schulzeiten um seinetwillen,
»um etwas bessere Noten in meinem Zeugnis stehen zu haben, das
Leistungsantrieb: Schubkraft von innen und außen
hat mich nicht interessiert«, sondern für seine Kollegen, seinen Chef,
den Betrieb, einen gemeinsamen Erfolg. »Das hat mich massiv motiviert
und motiviert mich auch heute noch sehr. Im Team einen Beitrag
leisten für ein größeres Ganzes.«
CHRISTIAN »Kann ich gut nachvollziehen. Bei mir ist es
ähnlich. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die sich in ein
Detail verlieben und unbedingt wissen wollen, wie die letzte
Schraube in einer Maschine funktioniert. Ich bin Generalist.
Mein Antrieb ist es, Menschen zusammenzubringen, die
Ahnung von ihrem Fachgebiet haben. Um dann gemeinsam
etwas Größeres, Ganzes, Echtes zu schaffen, das auch unabhängig
von meiner täglichen Arbeitskraft bestehen kann.
Insofern war es für mich nach meiner Festanstellung nie eine
Option, als Freiberufler auf eigene Rechnung zu arbeiten, um
dann nach Auftrag X die Tür von meinem Büro für immer
zu schließen. Bestand und Beständigkeit sind für mich zwei
zentrale Punkte.«
MAGDALENA »Spannend, weil doch sehr unterschiedlich zu
meinem Antrieb. Ich erinnere mich noch ziemlich genau:
Es war an meinem elften Geburtstag, ich durfte vor der Schule
die Olympischen Winterspiele 1996 im Fernsehen anschauen.
Die Biathletin Uschi Disl holte Bronze. Sie strahlte, und auch
meine Eltern feierten ihren Erfolg. Da habe ich zum ersten
Mal gespürt, wie toll es ist, bei Olympia dabei zu sein, und
welche Emotionen mein geliebter Sport auslösen kann. Beim
Sportler, aber auch bei den Zuschauern. In meiner kindlichen
Naivität habe ich beschlossen: Dieses Gefühl will ich auch
erleben. Das war über all die Jahre mein Antrieb, mein Ziel.
Als ich 14 Jahre später tatsächlich bei den Olympischen Winterspielen
antrat, wollte ich nicht mehr nur für mich Gold holen,
sondern auch für meine Eltern. Ich sah nach all den Jahren
der Unterstützung Olympia 2010 als Gemeinschaftsprojekt
an. Es war mir wichtig, dass sie mitfahren und wir die Spiele
gemeinsam erleben können. Und bei dir, Christopher, was ist
dein Antrieb?«
CHRISTOPHER »Ich kannte in meinen 20er-, beginnenden
30er-Jahren nur ein Ziel: Ich wollte mein eigenes Potenzial
ausschöpfen, alles aus mir rausholen. Etwas Außergewöhnliches
schaffen. Heute glaube ich zu wissen, woher das kommt.
Meine Vorfahren setzen sich so gut wie ausschließlich aus
Arbeitern und Bürgermeistern zusammen. Arbeit und Verantwortung.
Das war und ist meine DNA. Diesem Ziel habe
ich alles andere untergeordnet. Vielleicht etwas übertrieben.
Ich weiß noch, wie ich mit Anfang 20 zweimal die Woche in
der Freizeit zu einem Schreibmaschinenkurs und einen Kurs
in Business English gefahren bin, weil ich wusste, dass ich da
schwach auf der Brust war. Mit 24 war ich plötzlich Marketingleiter
und Chef von acht Leuten, unter denen selbst der Praktikant
drei Jahre älter war als ich – zum Glück wusste er das nicht.
Das war der beste Entwicklungsbooster, den man sich vor stellen
kann und ganz nach meinem Geschmack: auf einem Level
zu spielen, das andere normalerweise mit 35 oder 40 erreichen.
Dahinter steckte sicherlich eine gute Portion Rebellion ge-
Statement
»Wenn Leistungsbereitschaft und Zielstrebigkeit
auf Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft treffen,
wird daraus Peak Performance.«
Franz Reps
gen den Glaubenssatz, mit dem ich aufgewachsen bin: ›Wer
hoch hinaus will, wird tief fallen.‹ Auch heute suche ich nach
Momenten, in denen es einen Unterschied macht, ob ich da
bin oder nicht. Doch im Gegensatz zu früher geht es mir nicht
mehr so sehr um mein persönliches Fortkommen und meine
Entwicklung. Vielmehr will ich auf gesellschaftlicher Ebene
einen möglichst großen, positiven Fußabdruck hinterlassen.
Ich will andere befähigen, einen Unterschied zu machen.
Das ist der Grund, warum ich mit euch zusammen die Peak
Performer Stiftung vorantreibe. Mit unserem Engagement
für Kinder und Jugendliche können wir zusammen einen
Unterschied machen. Wir setzen mit unseren Camps Impulse,
damit Kinder Spaß haben, etwas aus eigener Kraft zu erreichen
– so dass sich unsere Gesellschaft hoffentlich auch übermorgen
noch etwas leisten kann.«
Was Menschen antreibt, kann unterschiedlich
sein. Und doch gibt es Überschneidungen.
Lassen wir an dieser Stelle alle anderen Peak Performer zu Wort
kommen:
Tobias Arlt und Tobias Wendl: »Wir waren schon als Kinder viel draußen,
haben uns ständig bewegt. Natürlich wollen wir auch besser
werden und gewinnen. Aber unser größter Antrieb, der uns immer
wieder in den Eiskanal treibt, ist unser Spaß an der Bewegung und
unsere Liebe zu unserem Sport.«
Leistungsantrieb: Schubkraft von innen und außen
Anja Blacha: »Das Leben ist da, um gelebt zu werden, es macht einfach
Spaß, neue Dinge zu entdecken, und es ist einfach nur unglaublich, was
man alles erleben kann, wenn man seine Zeit richtig zu nutzen weiß.
Eigentlich steckt Neugier in uns allen, nur leider verlieren viele Menschen
diesen Reiz im Laufe ihres Lebens.«
Lars und Sven Bender: »Alle Kinder haben eine innere Freude, wissen
intuitiv, was ihnen gefällt und was ihnen nicht gefällt. Wir hatten das
Glück, dass uns niemand diese Freude genommen hat beziehungsweise
nehmen konnte. Für uns gab es keinen Plan B, Fußball allein war
unser Antrieb – und der Wille, wenigstens einmal in unserem Leben
das perfekte Spiel zu spielen.«
Benedikt Böhm: »Ich finde es einfach großartig zu sehen, was in mir
steckt. Leistung setzt sich aus so vielen Dingen zusammen. Talent
spielt sicherlich eine Rolle, doch gleich danach kommen Technik,
Taktik, Willenskraft, Disziplin – an all diesen Stellschrauben kannst
du eigenmächtig, selbstwirksam drehen und in Folge eine Leidenschaft
entwickeln, für die du auch bereit bist, im wahrsten Sinne des
Wortes zu leiden.«
Bernhard Fragner: »Inzwischen weiß ich, dass es letztlich um Anerkennung
geht, die ich durch meinen Vater nicht bekommen habe. Ich
sehe das nicht negativ, sondern als Antriebsfeder, immer wieder neue
Standards zu setzen – und über das Lob vonseiten meiner Kunden das
Defizit auszugleichen, das sich in jungen Jahren aufgebaut hat.«
Thomas Huber: »Zum einen ist da dieser enorme Spaß, der mir das
Klettern immer noch bereitet, in den Bergen spüre ich intensiv das
Leben, es ist eine Welt, deren Sprache ich gelernt habe und beherr162
sche. Zum anderen ist da aber auch diese Dankbarkeit, durch den
Sport so sein zu können, wie ich bin: wild, rebellisch, manchmal immer
noch so verrückt wie als kleiner Junge. Dieses Leben so leben
zu dürfen empfinde ich als absolutes Privileg, und es lässt mich weiterklettern.«
Michaela Kirchgasser: »Es gab für mich nie etwas anderes, als Skirennfahrerin
zu werden. Solange ich denken kann, ist dieser Wunsch
in mir verankert. Ich hatte keinen Plan B. Insofern war mein Antrieb,
diesen Lebenstraum in Erfüllung gehen zu lassen.«
Dominik Klein: »Ich will nicht wissen, was ich kann. Ich will wissen,
was ich nicht kann. Denn wenn ich es schaffe, etwas aus eigener Kraft
zu erlernen, erlebe ich Selbstwirksamkeit. Dieses Gefühl motiviert
mich ungemein, ich suche danach. Insofern ist nach der Herausforderung
vor der Herausforderung.«
Alexander Penzkofer: »Wenn ich in einer Sache Potenzial sehe, treibe
ich sie so lange an, bis sie läuft. Danach halte ich Ausschau nach etwas
Neuem. Ich kann nicht genau sagen, woher dieser Drang kommt. Er
ist einfach da. Ich will Bestehendes verbessern, optimieren, auf ein
neues Level heben.«
Gerd Schönfelder: »Ich war schon immer ein Wettkampftyp. Das hat
mir sicherlich geholfen, nach meinem Unfall schnell wieder auf die
Beine zu kommen. Doch was mich noch stärker antreibt, ist einerseits
die Dankbarkeit, überhaupt noch leben zu dürfen. Und andererseits
der Wille, nicht behindert, nicht abhängig von anderen Menschen zu
sein.«
Statement
»Peak Performance funktioniert nur, wenn ein Mensch den nötigen Willen,
die nötige Geduld und die nötige Selbstdisziplin aufbringt.«
Raimund Russwurm
Matthias Steiner: »Es hat lange gedauert, bis man mich als Gewichtheber
wahrgenommen hat. Ich war netter Nachwuchs, mehr nicht.
Als ich dann gesehen wurde und Anerkennung für meine Leistung erhielt,
wollte ich das nächste Mal noch mehr zeigen. Gesehen-werdenwollen
und Anerkennung sind schon zentral für meinen Antrieb. Das
hat auch etwas mit meinem Vater zu tun, in den ersten Jahren interessierte
er sich nicht für mein Training und meine Wettkämpfe, obwohl
er den Sport in seiner Freizeit selbst betrieben hat.«
CHRISTIAN »Ich finde es ziemlich spannend, die Unterschiede
und Gemeinsamkeiten zu sehen. Als Unternehmer bin ich
gefordert, den Antriebsnerv meiner Mitarbeitenden zu treffen.
In Führungskreisen diskutieren wir regelmäßig: Wer hat welchen
Antrieb, wem können wir welche Aufgabe geben? Die
einen arbeiten sich innerhalb von drei Tagen in ein neues
Themengebiet ein, sie lechzen nach immer Neuem. Die anderen
treibt es in die erste Reihe, sie wollen Verantwortung
übernehmen, mitentscheiden, gesehen werden.
Und dann gibt es noch die dritte Gruppe: Sie wollen wissen, welche Aufgaben
sie heute und welche Aufgaben sie morgen zu er ledigen
haben, sie brauchen Struktur und Stabilität. Darauf zu achten
ist aus meiner Sicht wichtiger, als auf Abschluss, Know-how
und Erfahrung zu blicken. Das bedeutet: Wir suchen nicht
per Stellenausschreibung passende Mitarbeiter, wir suchen
für Bewerber die passende Stelle. Denn nur wenn das Setting
passt und der Mensch gemäß seinem Antrieb agieren kann,
wirft er sein Können in die Waagschale und eignet sich fehlendes
Wissen eigenständig an. Für mich bedeutet das keine
Leistungsantrieb: Schubkraft von innen und außen
große Anstrengung, mir hat es immer Spaß gemacht, das Beste
aus Menschen herauszuholen.
Als ich als Jugendlicher Fußball gespielt habe, hat mein Trainer zu mir gesagt: ›Du spielst nicht, weil du gut bist. Du spielst, weil du die anderen besser machen
willst.‹ Das setzt jedoch voraus, dass Menschen sich von dem
Zerrbild verabschieden, dass sie alles gleichermaßen gut zu
können haben, und gemäß ihren Stärken auf einem Spielfeld
die richtige Position beziehen. Im Bewerbungsprozess merke
ich jedoch, dass die wenigsten offen, ehrlich und selbstbewusst
sagen können: Das kann ich, das kann ich nicht. Viele sind
sich ihres Antriebs auch nicht bewusst.«
CHRISTOPHER »Das fällt mir auch auf. Wenn ich über Antrieb
spreche, fragen mich Menschen, wie sie ihren Antrieb finden
können. Ich denke, es fängt damit an, die richtigen Fragen zu
stellen. Beispiel: Woran mache ich fest, ob ein Tag ein gelungener
Tag war? Wobei vergesse ich die Zeit und bin einfach
nur in meinem Element? Aber auch: Was lässt mich völlig
kalt? Über das Thema Geld hat tatsächlich nur Matthias
Steiner gesprochen. Es ist für ihn der Anti-Antrieb schlechthin.
Bei einem Bundesligafinale hat ihm der Präsident eines
gegnerischen Vereins einmal eine Stange Geld geboten, damit
er absichtlich verliert. Steiner hat ihn abblitzen lassen
und auf der Bühne eine Last gestoßen, die er zuvor noch nie
geschafft hatte. Geld hat ihn, wie er sagt, ›keinen Zentimeter
weitergebracht‹.«
Statement
»Ein Peak Performer sollte durch sein Tun junge Menschen motivieren,
ihre Leidenschaften zu entdecken und ihre Träume zu verfolgen. Er zeigt, dass Erfolg
zwingend auf positiver Lebenseinstellung basiert.«
Gerd Schönfelder
Leistungsantrieb: Schubkraft von innen und außen
Blicken wir etwas grundsätzlicher auf das Thema und gehen einen
Schritt weiter.
Für den Psychologen Hans-Georg Häusel steuern drei große Motiv- und
Antriebsysteme das menschliche Verhalten. Die »Balance-Instruktion ist ein Programm, das uns anhält, Gefahren zu vermeiden,
Gewohnheiten aufzubauen, uns nicht zu verausgaben und Geborgenheit
in der Familie oder bei Freunden zu suchen«. Wer überwiegend
davon gesteuert wird, sehnt sich nach Sicherheit im Privaten wie im
Beruflichen: langlebige Partnerschaften, sicherer Arbeitsplatz mit
geregelten Abläufen und Arbeitszeiten. Ganz anders funktioniert die
»Stimulanz-Instruktion. Sie hält uns dazu an, Neues zu entdecken,
Unbekanntes zu erforschen, nach Abwechslung zu suchen«. Dieser
Mensch braucht Abwechslung, Dynamik, immer wieder neue Herausforderungen.
Der dritte Einfluss ist die »Dominanz-Instruktion. Sie
drängt uns dazu, besser zu sein als andere, nach oben zu streben, den
eigenen Vorteil wahrzunehmen, Ideen durchzusetzen, unsere Macht
und unser Territorium zu erweitern.« Dieser Mensch will in Führung
gehen, benötigt Autonomie und Verantwortung. Insgesamt definieren
diese drei grundlegenden Einflüsse das sogenannte limbische
System. Alle drei Motivsysteme kommen bei jedem Menschen in unterschiedlicher
Ausprägung vor.
Peak Performer sind anfänglich stark von der Dominanz- und Stimulanz-Instruktion geprägt. Das ist gut und wichtig, um die entsprechenden Höchstleistungen zu erreichen. Doch mit der Zeit tritt Balancierung ein.
Werte und Sichtachsen verschieben sich, es geht um die Suche nach
einem neuen Maß, das sich nicht mehr nur an den eigenen Bedürfnissen
orientiert. Blicken wir zu Benedikt Böhm.
Vor 20 Jahren war sein Antrieb rein körperlicher und geistiger Natur.
»Ich war regelrecht besessen, mich immer wieder neu herauszufordern.
Was packt mein Körper, was packt mein Geist? Alles andere habe
ich ausgeblendet. Wenn ich beispielsweise nach Nepal geflogen bin,
gab es für mich nur Basecamp, Gipfel, Rekord.«
Auch heute braucht der Extremsportler viele Bälle in der Luft, damit
es ihm gut geht. »Doch ich werde insgesamt ruhiger. Ich will ein guter
Vater sein und wenigstens die Wochenenden mit meinen drei Kindern
verbringen – das klappt immer öfter, aber es gibt schon noch
krasse Ausreißer wie im Tierpark Aurach im vergangenen Jahr. Wir
sind so langsam zwischen den Hirschen und Rehen umhergeschlurft,
dass mein Puls unter 40 absackte und meine Sportuhr Alarm schlug.
Ich bin fast ausgeflippt.«

Magdalena Neuner, Christopher Spall und Christian Grams: „Peak Performer: Von Spitzenleistern lernen, das echte Leben zu meistern. Leistungskultur neu denken“ Murmann Verlag, 32,– Euro, 216 Seiten
Bei seinen sportlichen Aktionen hat Böhm ebenso umgeschwenkt:
»Ich muss mir nichts mehr beweisen und suche nach dem Higher
Purpose: Was will ich mit meinen Aktionen bezwecken, was bewirken?
Wenn ich heute nach Nepal fliege, nehme ich mir Zeit, spreche
mit den Menschen vor Ort, versuche zu verstehen, wo die Probleme in
puncto Naturschutz liegen und wie ich mich engagieren kann. Es ist
unsere verdammte Aufgabe, dafür zu sorgen, dass auch unsere Kinder
und Enkelkinder die Welt so sehen können, wie wir sie gesehen haben.
Ich würde sagen, dass sich mein Antrieb heute zunehmend aus
dem Gefühl von Demut und Dankbarkeit speist. Dankbarkeit für das
Leben, das ich leben durfte und leben darf.«
Leistungsantrieb: Schubkraft von innen und außen 169
MAGDALENA »Bei Dankbarkeit gehe ich total mit. Ich habe
so viel im meinem Leben bekommen, dass ich mich nur glücklich
schätzen kann. Dadurch stehe ich heute an einem Punkt
in meinem Leben, an dem ich in der Lage bin, vollumfänglich
zurückzugeben. Ich würde schon sagen: Mein Antrieb hat
sich gedreht, vor allem seit ich Mama bin. Mein zentrales
Ziel ist es, dass meine Kinder ein schönes Aufwachsen in
einem liebevollen Elternhaus haben. Damit sie später einmal
sagen können: Ich hatte eine tolle Kindheit und einen guten
Draht zu meinen Eltern. Ich bin jedoch überzeugt, dass dieses
In-Balance-Kommen nicht von selbst geschieht. Zack, auf
einmal hat sich der Antrieb geändert. Es ist eine bewusste
Entscheidung, die man trifft, weil man sich der Konsequenzen
bewusst wird: Was passiert, wenn ich weiterhin nur auf
ein Motiv- oder Antriebssystem setze, wie Hans-Georg Häusel
sagt. Wäre ich bereit, den Preis dafür zu bezahlen? Vermutlich
ist dieser Prozess auch nie abgeschlossen, es ist ein ständiger
Aushandlungsprozess mit sich selbst, mit seinen Nächsten,
mit dem Leben.«
Schauen wir uns ein zweites Modell an. Nahe an Häusel dran und
doch mit zwei wichtigen Aspekten on top.
Die Rede ist von Paul R. Lawrence und Nitin Nohria mit ihrem Driven-
Konzept. Die beiden Professoren für Organisationsverhalten an der
Harvard Business School gingen der fundamentalen Frage nach: Was
treibt Menschen im Grunde ihres Wesens an? Für sie gibt es nicht
drei, sondern vier Motivationskräfte. Den Drang, möglichst viele ma-
»Ein Peak Performer
ist ein Menschenfreund,
der Lust auf
Leistung hat, gerne
Verantwortung
übernimmt, Grenzen
auslotet und es liebt,
andere mit seiner
Begeisterung
anzustecken.«
Peter Schröttle
terielle und immaterielle Dinge zu erwerben beziehungsweise zu
erleben (Erwerbstrieb). Das Bedürfnis, langfristige Beziehungen einzugehen,
die sich durch gegenseitiges Interesse und Engagement aus –
zeichnen (Bindungstrieb). Den Wunsch, zu lernen und seine Neugier
zu befriedigen, nicht zuletzt, um die Welt und sich selbst besser zu verstehen
(Lerntrieb). Und den Willen, sich selbst, seine Nächsten, seine
Überzeugungen, Werte und seinen Besitz vor Schaden zu bewahren
(Verteidigungstrieb).
Für Lawrence und Nohria sind diese vier Antriebe die Grundpfeiler in
den Denk- und Handlungsgerüsten der Menschheit. Sie waren und
sind immer und überall anzutreffen. In allen Kulturen. Kurzum, sie
sind angeboren und allgemeingültig. Universell. Hinzu kommt: Der
Mensch ist immer auf der Suche nach einer guten Methode, alle vier
Grundtriebe unter einen Hut zu bringen. Doch situationsbezogen
oder phasenweise entscheidet er sich, welchem Trieb er den Vorrang
gibt. »Der Konflikt wird gelöst durch den intentionalen Willensakt,
der zu einer Handlung führt, die wiederum von den relevanten Trieben
angespornt wird.«
Der freie Wille, im besten Sinne.
Bleibt die Frage: Wie lässt sich diese eine Sache finden, für die man
einen seiner Antriebe so gezielt nutzen kann, dass tatsächlich eine
Peak Performance herauskommt? Wie kam eine Michaela Kirchgasser
zum Skirennfahren, ein Thomas Huber zum Klettern, ein Dominik
Klein zum Handball oder ein Matthias Steiner zum Gewichtheben? Ist
es Zufall? Fügung? Der Hauptgewinn in der Lotterie des Lebens? Wir
haben keine eindeutige Antwort. Was wir jedoch unisono herausge172
hört haben: Es hat etwas mit Neugier, Mut, Ehrlichkeit sich selbst und
anderen gegenüber zu tun: Was macht mir Spaß, will ich überhaupt
Gipfel erklimmen, bin ich bereit, dafür Opfer zu bringen, und wenn ja,
wie groß dürfen sie sein? Auch die Fähigkeit auszublenden, was den
eigenen Antrieb gefährdet, spielt eine Rolle: Bedenken, negative Kommentare,
Entmutigungen, Neid. Und, passend dazu im Umkehrschluss:
das positive Umfeld, das einen stärkt.
Im Leben von Peak Performern gibt es in den
allermeisten Fällen mindestens einen Menschen,
der initial ihr Talent entdeckt, an sie geglaubt,
ihnen den Weg gewiesen oder die Chance
gegeben hat, ihre Passion zu finden und sie
zu leben.
Mal ist es die Mutter.
Michaela Kirchgasser: »In der Volksschule habe ich in mein Religionsheft
geschrieben: ›Ich will Skirennfahrerin werden, darf aber nicht,
weil es zu teuer ist.‹ Meine Mutter hat das Heft auf meinem Schreibtisch
gefunden und mich am selben Tag im Skiinternat angemeldet.
Um mich zu unterstützen, nahm sie die Trennung von ihrer zehnjährigen
Tochter in Kauf. Erst viele Jahre später hat sie mir erzählt, wie
sie am Tag der Einschulung zurück im Auto erstmal geweint hat.
Heute, als Mama eines Sohnes, kann ich ihren damaligen Schmerz
und ihre Eifersucht zu hundert Prozent nachempfinden. Am Wochenende
habe ich freudestrahlend von meiner Erzieherin erzählt: Sie ist
so toll, du bist so streng. Insofern: Meine Mutter hat einen Mörderjob gemacht! Auch weil sie es geschafft hat, für einen gerechten
Ausgleich unter uns Geschwistern zu sorgen. Weder meine große
Schwester noch mein kleiner Bruder fühlten sich je benachteiligt,
jeder konnte sich darauf verlassen, dass er dasselbe bekommt, wenn
vielleicht auch nicht zur selben Zeit.«
Mal ist es der Vater.
Thomas Huber: »Du brauchst nicht zu glauben, dass wir als Kinder
gerne in die Berge gegangen sind. Das Bergsteigen war erstmal eine
Kata strophe, ständig haben wir unseren Vater gefragt: Wie weit ist es
noch? Doch mein Vater ist drangeblieben und hat verstanden, nach
und nach die Tür zu einer ganz eigenen Welt aufzumachen. Er hat
Geschichten erzählt, uns in Felswände gestellt und zu verstehen gegeben,
dass Bergsteigen eine Auseinandersetzung mit sich selbst ist,
Schritt für Schritt lernt man sich besser kennen. Plötzlich war dieses
In-die-Berge-gehen kein lästiges Aufwärtsgehen mehr, sondern ein
Abenteuer, und unsere Augen haben geleuchtet. Für mich ist das die
Kunst des Elternseins, das Feuer, das in einem selbst lodert, weiterzugeben.
Fördern, nicht fordern. Das erfordert viel Geduld und viel
Gefühl. Außerdem durften wir aufs Gymnasium gehen. Nicht falsch
verstehen: Ich bin kein Fan davon, dass jedes Kind aufs Gymnasium
gehen muss! Aber für mich bedeuteten Abitur und Studium vor allem
Zeit fürs Klettern zu haben und dadurch den Grundstein für meine
Profikarriere zu legen.«
Mal sind es Geschwister.
Dominik Klein: »Ich bin in einer Handballerfamilie groß geworden.
Mein Papa, meine Mama, mein älterer Bruder Marcel, meine jüngere
Schwester Christin – wir alle haben diesen Sport geliebt und betrieben.
Doch das größte Vorbild war sicherlich mein Bruder, ich habe
ihm nach geeifert, ich wollte so werden wie er, Jugendnationalspieler,
Adler auf der Brust. Nach jedem Spiel habe ich ihn gefragt: ›Wie viele
Tore hast du geworfen, wann darf ich mitspielen?‹ Als ich in die Herrenmannschaft
aufstieg, hat mir mein Bruder mein allererstes Tor
vorbereitet, da bekomme ich heute noch Gänsehaut und feuchte Augen.
Bei der TUSPO in Obernburg, die Halle mit 800 Menschen gefüllt,
der große Klein gibt dem kleinen Klein an seinem 17. Geburtstag
den entscheidenden Ball. Mein Wurf geht ins Tor, alle stehen
auf, klatschen. Das als Jugendlicher erleben zu dürfen war ein echtes
Brett.«
Mal ist es ein Trainer.
Matthias Steiner: »Ich habe mein Talent lange Zeit nicht gesehen,
fühlte mich immer schlechter als meine Mitstreiter. Vor allem meine
Technik ließ zu wünschen übrig. Doch meinem Trainer Walter Legel
fiel auf, dass ich stärker belastbar bin und schneller regeneriere. Er
hat an mich geglaubt und mich gefördert. Tra gischerweise ist er an
einem Gehirntumor gestorben, als ich 17 Jahre alt war. Ich saß an seinem
Sterbebett, sah, wie er vor sich hinvege tierte, mit seinem Tod
war auch meine Kindheit vorbei. Ich verspürte eine starke Wut und
den Wunsch: Für Walter mache ich weiter, ich schaffe es auf die internationale
Ebene, so wie er es sich immer gewünscht hat.«
MAGDALENA »Die richtigen Menschen an seiner Seite zu
haben ist ein Riesenglück. Meine Eltern haben mich zum
Langlaufen gebracht, weil sie selbst diesen Sport leidenschaftlich
betrieben haben. Meine Freunde haben mich spontan
Statement
»Ein Peak
Performer hört
niemals auf,
seine positive
Energie auf
dem Spielfeld
des Lebens
zu zeigen.«
Jörg Simon
zum Biathlontraining mitgenommen, das ich bis dahin gar
nicht kannte. Meine Trainerin, eine Cousine meines Vaters,
die ich schon als Kind sehr mochte, hat mich mit offenen
Armen empfangen. Genauso wie das Team, in dem ich mich
sofort wohlgefühlt habe. Das alles hat mir geholfen – neben
dem Fakt, dass ich direkt neben einer Loipe aufwuchs –, mich
auszuprobieren und zu merken: Was ich hier mache, liegt mir
total, geht leicht von der Hand und macht Spaß. Als Mama
setzt mich das manchmal ziemlich unter Druck und ich stelle
mir Fragen: Was, wenn meinen Kindern dieses Riesenglück
nicht zuteil wird? Kann ich als Mama herausfinden, welche
Talente in ihnen schlummern? Hat jedes Kind ein Talent,
auf dem eine besondere Leistung aufbauen kann? Und möchten
meine Kinder überhaupt in einer Sache besonders gut
werden – oder steckt da nicht vielmehr meine Biografie, mein
Wunschdenken, mein Anspruch dahinter?
Vielleicht möchten sie von Anfang an ein Leben in Balance führen. Ich denke, es
gilt zu beobachten, zu entdecken, zu ermöglichen, zu bestärken,
zu loben und sich in Gelassenheit zu üben. Interessant
bei Anja Blacha: Sie hat ihre Passion mit 23 gefunden. 2013
kaufte sie sich für ihren Peru-Urlaub zum ersten Mal in ihrem
Leben Wanderschuhe. Bis dahin hatte sie Bergsteigen nicht
interessiert, sie wuchs in Bielefeld auf, im Urlaub ging es an
den Strand oder in eine Stadt. Sie sagt ganz klar: Unsere Vergangenheit
bestimmt nicht unsere Zukunft, man ist nie zu
alt, um neue Leidenschaften zu entdecken.«
CHRISTIAN »Ich musste bei dem Wort ›Loben‹ schmunzeln.
Für mich als Bayer ist das schwierig. Es ist schon etwas an
dem Spruch dran: ›Nicht geschimpft ist genug gelobt.‹ Ich
versuche mich diesbezüglich zu verbessern und mehr auf
meine Leute zuzugehen. Aber leider kann ich nicht so gut aus
meiner Haut raus, wie ich es gerne möchte. Mir hat niemand
gesagt, das hast du aber gut gemacht, als Bub hast du funktioniert
und den allgemeinen Erwartungen entsprochen, diese
Erfahrung sitzt tief. Heute geht das nicht mehr. Lob ist wichtig
und ein großer Motivationsfaktor für Menschen, vorausgesetzt,
es ist ehrlich gemeint. Ich nehme mich nicht aus, auch
ich werde gerne gelobt. Meine jungen Führungskräfte tun
sich leichter und weisen mich darauf hin, wenn ich in mein
altes Muster falle und Leistung zu wenig anerkenne.
Ein Beispiel: Unsere Jahresziele für 2022 waren sportlich, wir haben
sie nicht erreicht, trotzdem haben wir das zweitbeste Jahr in
unserer Firmengeschichte realisiert. Nach meiner Jahresrede
wurde ich von mehreren Mitarbeitenden angesprochen, dass
ich die Bemühungen nicht stark genug gewürdigt hätte. Ich
muss mich da an meiner eigenen Nase fassen.«
CHRISTOPHER »Loben ist ein kompliziertes Thema. Ich
konnte lange kein Lob annehmen. Erst wenn ich meine Leistung
selbst für außergewöhnlich halte, nehme ich Lob überhaupt
ernst. Und selbst dann konzentriere ich mich eher auf
das, was ich noch verbessern kann. Irgendwann hat mir mein
damaliger Coach Stefan Günther gesagt: ›Sei auch mal stolz
auf das Erreichte, nimm dir die Zeit, Lob anzunehmen und zu
reflektieren.‹ Seitdem gehe ich bewusster mit Lob um. Anderen
Menschen Wertschätzung zu vermitteln ist essenziell. Gleichzeitig
glaube ich nicht, dass Bestätigung von außen ein Treiber
für Entwicklung ist. Der Mensch verändert sich nicht, weil du
ihm, platt gesagt, auf die Schultern klopfst und sagst: Gut
gemacht. Sondern nur, weil er sich verändern will oder verändern
muss.
Lust oder Leid.
Lob hat nicht nur positive Effekte.
Der Mensch lehnt sich möglicherweise zurück und denkt
sich, reicht schon, genug geleistet. Vor kurzem habe ich einen
Beitrag von Johannes Kölmel gelesen, selbst Fußballer und
Coach. Darin stellt er sich die Frage, warum Deutschland nur
noch Platz 15 in der FIFA-Weltrangliste belegt, hinter den USA,
Mexiko, der Schweiz und Marokko. Er zählt fünf Gründe auf,
einer davon: Aus Angst, Talente zu verlieren oder nicht für sich
zu gewinnen, schaffen die Leistungszentren ›absolute Wohlfühloasen‹,
den Jungs werden hohe Gehälter gezahlt, ihnen
wird alles abgenommen, sie werden mit Samthandschuhen
angefasst. Die Konsequenz: Hunger, Biss, Antrieb gehen verloren.
Es ist eine Gratwanderung zwischen Antrieb stärken und
Antrieb abwürgen, zwischen angemessener Fürsorge und zu
viel Komfort.«
CHRISTIAN »Lässt mich an gestern denken. Nach längerer
Zeit war ich wieder bei einem Bewerbungsgespräch dabei. Wir
haben der Uniabsolventin erzählt, was unser Unternehmen
ausmacht, was uns wichtig ist und was ihre Aufgaben bei uns
wären. Die einzige Frage, die sie zum Abschluss an uns hatte:
›Wie sieht das Work-Life-Balance-Konzept Ihres Unternehmens
Statement …
»Integrität, Empathie
und Verantwortungsbewusstsein
wären
für mich die wichtigsten
Bausteine, aus denen
sich Peak Performance
zusammensetzt. Es sind
Werte, die Menschen
inspirieren und positiv
beeinflussen.«
Dominic Sonnberger
… aus? Ich möchte von 7 bis 9 Uhr joggen, da kann ich auf keinen
Fall ins Büro kommen. Und mein Feierabend ist mir auch wichtig.‹
Das ist inzwischen keine Ausnahme mehr, ich kenne das
und antworte schon mal absichtlich provokant: ›Work-Life-
Balance geht für Sie noch nicht, dafür müssen Sie erst einmal
gearbeitet haben.‹ An der Reaktion merke ich, ob der Mensch
von seinem Mindset her zu uns passt. Fühlt er sich veräppelt
oder fängt er an zu lachen? Du kannst selbstbewusst Forderungen
stellen, keine Frage. Doch damit ein Unternehmen
funktioniert, braucht es Austausch, Ausgleich und Flexibilität
auf beiden Seiten.
Man kann nicht erwarten, dass sich ein
Arbeitgeber auf jeden Menschen individuell einstellt, und zugleich
ein starres Work-Life-Balance-Konzept für jedermann
einfordern. Zumal ich überzeugt bin: Wenn dein Antrieb
stimmt, du einen spannenden Job suchst und nicht nur Geld
verdienen willst, stellst du diese Frage nicht. Du organisierst
dich selbst. Mal hängst du dich länger rein, mal gehst du
früher nach Hause – und wenn du morgens joggen willst,
dann arbeitest du danach schneller oder holst die Stunden
abends rein. Deine Antriebe weisen dir den Weg, spornen dich
an und sorgen für die richtige Balance. Jedenfalls ist das für
mich die neue Leistungswelt, wie ich sie verstehe. Und für
die ich Lust habe zu arbeiten.«
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