Nebenbei bemerkt … was beim Webseiten-Check so auffiel
Haben Sie mal auf Kanzlei-Webseiten einzelne Anwälte gesucht? Ich mache das regelmäßig und irre öfter erfolglos herum, klicke dann irgendwann zu Google, und schwupps, finde ich die gesuchte Person auf Anhieb – und zwar auf der Kanzleihompage.
Dabei fällt mir immer wieder auf, wie die Großkanzleien ihre wichtigsten Player und Zugpferde, die Anwälte nennen. Unter welchen Begriffen die Besucher ihrer Webseiten sie auffinden sollen, das überrascht zuweilen. Cleary Gottlieb etwa nennt sie ganz schlicht Berufstätige – was dann doch etwas tiefstaplerisch daherkommt. Zumal man sich fragt, was ist mit all den anderen Mitarbeitern in den Kanzleien? Sind sie keine Berufstätigen?
Symphatisch kommt die Kanzlei Noerr daher, die ihre Profis unter „Personlichkeiten“ aufführt.

(Foto: C.Tödtmann)
Commeo und Hogan Lovells bieten ihre Anwälte den Webseitenbesuchern unter dem Begriff „Team“ an – was nicht sehr stolz klingt auf Bestleister, die im Minutentakt ihre Leistungen abrechnen. Auch Glade Michel Wirtz oder Flick Gocke verstecken hinter dem Begriff „Team“ ihre Spezialisten, wo man spontan eher die Belegschaft einer Apotheke oder Arztpraxis erwartet.
„Berufsträger“ bei Dentons klingt auch nicht erhebend. Was bitte soll das genau sein? Eigentlich sind das üblicherweise auch Steuerberater, aber die werden dort kaum gesucht. Und ist nicht jeder, der einen Job hat, ein Berufsträger? Sprachlich zumindest ist der Begriff nicht eben erhellend..
Spartanisch mutet es auch bei Freshfields an, wo die Top-Juristen schlicht unter „Anwaltssuche“ zu finden sind.
Was aber jedenfalls auffällt, sind die Suchen an sich – die sind nämlich verbesserungswürdig: Ein Vertipper im Namen des Gesuchten reicht und fast alle Kanzlei-Homepages versagen komplett – und sie tun gar nichts mehr. Wo Google zumindest ergänzt, korrekte Schreibweisen undsoweiter vorschlägt, sind nur die allerwenigsten Kanzleihomepages bei ihrer Suche mit der Lupe so flexibel, dass sie auch bei falschen Schreibweisen .
Doch weiter im Text: Hengeler Mueller führt seine Leute unter „Anwältinnen und Anwälte“, man gendert, aber immerhin ist es eindeutig.
Verblüffend kommen dagegen Herbert Smith Freehills und Baker McKenzie daher und nennen ihre Experten „People“ und Latham Watkins sogar „Volk“.

(Foto: C.Tödtmann)
Clifford Chance nennt sie „Menschen & Orte“ und Greenfort (die haben übrigens die ausgefallensten, unterhaltsamsten Fotos) nur als „Menschen“. Mit der Anmutung, als bekäme man sie zum Mindestlohn.


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