Drei Eigenschaften der Queen sollten alle Führungskräfte haben

Ihre Majestät, Queen Elizabeth II  ist ein Vorbild als Mensch und Managerin, analysiert Personalberater Marco Neumueller von Odgers Berndtson (Gastbeitrag). 

 

 

(Foto: C.Tödtmann)

 

London bridge is down – es sind vier Worte, die das Land Großbritannien für einen Moment zum Schweigen bringen. Dieses Mal ist es die halbe Welt. Ihre Majestät Queen Elisabeth II weilt nicht mehr unter uns. Mit ihr geht eine Persönlichkeit, die ihresgleichen sucht, menschlich wie auch als Managerin. Mehr als 70 Jahre navigierte sie  nicht nur ihr Land, sondern auch ihre Familie durch eine Vielzahl von Herausforderungen aller Art. In ihrer Regentschaft durchlebte und meisterte sie Kriege, politische Umbrüche, persönliche und familiäre Dramen – und blieb doch immer sie selbst mit einer enormen Disziplin und Eigenschaften, die sie zu einer der größten Führungspersönlichkeiten der Geschichte machen.

In unserer heutigen Welt, die sich rasant ändert und von massiven Unsicherheiten geprägt ist, können sich Führungskräfte drei Eigenschaften von Ihrer Majestät abgucken:

 

Gelassenheit

Während der Regentschaft Queen Elisabeth II gab es Zeiten von Krieg und Frieden, globale Pandemien, wirtschaftliche Hochphasen und Rezessionen, Familienskandale und persönliche Schicksalsschläge. Sie scheint all das stets mit stoischer Ruhe und Gelassenheit ertragen zu haben. Auch in Zeiten, in denen sich die öffentliche Meinung gegen sie zu wenden schien. Im beruflichen Alltag ist man ständig  mit Herausforderungen unterschiedlichster Art konfrontiert. In der Ruhe liegt jedoch die Kraft. Das Streben nach Gelassenheit heißt auch, mal eine Pause einzulegen, tief durchzuatmen und die Fassung zurückzugewinnen. Sie ist die Brücke zwischen Problem und Lösung.

So sagte schon der Theologe Reinhold Niebuhr: „Ich wünsche mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Marco Neumueller (Foto: Odgers Berndtson/PR)

 

Disziplin

Zählt man die Charaktereigenschaften von Königin Elizabeth II auf, so darf Disziplin nicht fehlen. Bis zuletzt lebte und arbeitete die Queen mit bedingungsloser Hingabe: ein Leben voller Pflichten und eiserner Disziplin. Ihr Dienst für die Monarchie hatte stets Vorrang vor allen persönlichen Befindlichkeiten. Disziplin ist eine unabdingbare Voraussetzung guter und wirkungsvoller Führung. Disziplin fängt im Denken an und überträgt sich auf das Handeln. Wenngleich Disziplin aktuell kein Modewort mehr zu sein scheint, ist sie eine absolut zeitlose Qualität und Voraussetzung für Leistung und Erfolg im beruflichen Kontext.

Konkret heißt das: tun Sie stets das, was Sie sagen, lösen Sie versprochene Leistungen ein, stellen Sie an sich selbst die höchsten Ansprüche, halten Sie Regeln ein und kämpfen Sie fürs Erreichen Ihrer Ziele.

 

Humor

Königin Elizabeth II. nahm zwar ihre Pflichten sehr ernst – sich selbst eher weniger. Unvergessen bleibt das Video anlässlich ihres Platin-Thronjubiläums, als sie die berühmte Kinderbuchfigur Paddington Bär zum Tee im Buckingham Palace empfing und ihrem Gast dabei verriet, was sie in ihrer Handtasche aufbewahrte: ein Marmeladenbrot „for later“. Humor ist ein zentraler Erfolgsfaktor für Leistung. Humor sorgt für Entspannung, hält die Motivation hoch und ermöglicht Begegnung auf Augenhöhe. Er sollte Teil des Repertoires eines zeitgemäßen Führungsstils sein.

 

 

 

 

 

 

 

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Alle Kommentare [2]

  1. Diese Soft-Skills sind nicht nur für Führungskräfte interessant, sondern eigentlich für jeden Einzelnen. Ob Führungskraft oder Fachkraft. Diese Eigenschaften sind essenziell für den beruflichen Alltag.

  2. Gelassenheit, Disziplin und Humor. Wow, aus diesem Blickwinkel habe ich die Queen noch nie betrachtet. Aber tatsächlich war das Wohl einer der Schlüssel ihrer erfolgreichen Regentschaft.

    Selbst muss ich wohl noch an all diesen Eigenschaften arbeiten. Vor allem die Kombination dieser drei in der Arbeit muss gelernt sein. Ein Vorbild habe ich jetzt aber glücklicherweise 🙂

    Vielen Dank für den Beitrag!