Karin Holloch gründet: Eine Top-Compliance-Anwältin pfeift auf die Partnerschaft in einer internationalen Law Firm und startet in der Düsseldorfer City durch

„In Düsseldorf eröffnet eine weitere Compliance-Boutique. Karin Holloch (52) kehrt Jones Day den Rücken und macht sich unter Holloch Compliance selbstständig. Bei Jones Day war sie knapp vier Jahre“, vermeldete das Fachblatt „Juve“ vor weniger Tagen. Und weiter: „Für Jones Day bedeutet der Weggang von Holloch einen Verlust.“ Präventive Compliance-Programme, Compliance-Management und interne Untersuchungen für globale Mandanten in Europa, den USA und Asien sowie Beratung zu Korruptionsprävention und Exportkontrolle“ sind Einsatzgebiete der Düsseldorferin. Korruptionsbekämpfung ist ihr Lieblingsthema, erzählte sie bereits hier im Management-Blog https://blog.wiwo.de/management/2019/09/08/ein-teller-kartoffel-waldpilzsuppe-mit-jones-day-anwaeltin-karin-holloch-nut-integere-erkennen-schlawiner/ Ihre neue Adresse ist die Bolkerstrasse nahe bei der Oper und der Kö.

 

Hollochs Ankündigung kam – ob Zufall oder nicht – vor ein paar Tagen am Weltfrauentag und sie erzählt mir am Telefon eine Anekdote aus den Anfangstagen ihrer Karriere: Vor 20 Jahren, als sie gerade nach mehreren Jahren Studium und Job aus Russland zurückgekehrt war und ihre Anwaltszulassung frisch in der Tasche hatte, startete sie im Berliner Büro einer großen deutschen Kanzlei durch. „Voll Enthusiasmus und gerade mal eine Woche an Bord schickte ich morgens am 8. März eine E-Mail an das ganze Büro, in der ich meinen Kolleginnen herzlich zum Internationalen Frauentag gratulierte. Ich berichtete dabei, dass in Russland dieser Tag intensiv gefeiert wird – mit Pralinen und anderem Schönem für die Damen.“ Und dann explodierte binnen Minuten ihr E-Mail-Postfach.

 

Katrin Holloch (Foto: C.Tödtmann)

 

Fast jeder im Büro reagierte darauf. Zwei Lager bildeten sich,  recht genau nach Geschlecht verteilt, erzählt Holloch: „Meine damaligen Kolleginnen, fast ausschließlich Sekretärinnen, freuten sich riesig und bedankten sich. Meine Kollegen, ausschließlich Anwälte, überzogen mich mit Häme.“ Die Kommentare: Mal gab es Nachfragen, ob ich Sozialistin sei, andere forderten Feierlichkeiten zum Männertag und wieder andere, dass die Wagenladungen Geschenke schon auf dem Weg seien. Sarkasmus pur. „Seitdem habe ich an jedem 8. März meinen Kolleginnen und auch meinen Mandantinnen gratuliert“, erzählt sie weiter.

Bevor sie Partnerin bei den Law Firms Jones Day und McDermott Will & Emery wurde, war Holloch elf Jahre bei der Metro als Inhouse-Juristin für die Tochtergesellschaften in Bulgarien, Kasachstan, Polen, Rumänien, Russland und der Ukraine tätig und leitete die Compliance-Aktivitäten der Real-Group.

 

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