Führungskräfte ohne Digitalstrategie (10) – Die Digitalisierung entfremdet Mitarbeiter von Unternehmen. Von Ulrich Goldschmidt

Manager reden zwar von Digitalisierung – lassen ihren Worten aber keine Taten folgen. Laut der Studie „Führung und Digitalisierung“ des DFK-Verbands für Fach- und Führungskräfte wird die Digitalisierung Mitarbeiter von ihren Unternehmen entfremden.

In der Studie „Führung und Digitalisierung“ des Berufsverbandes DFK – Verband für Fach- und Führungskräfte unter mehr als 1.500 Fach- und Führungskräften sagen 57 Prozent der Befragten. Die Gefahr: Dass Mitarbeiter nur als Arbeitskrafteinheit in einem Zahlenwerk gesehen werden. Das können sie überall haben, auch bei der Konkurrenz. Dies ist Folge zehn und der Schluss der Serie. 

 

Ulrich Goldschmidt

 

Mehr als jede zweite Führungskraft hat die Sorge, dass Digitalisierung dafür sorgt, dass ihre Mitarbeiter weniger treu seien und sie ihnen eher von der Fahne gehen. Die Studie zeigt: Nur 15 Prozent der Befragten glauben, dass die Digitalisierung eine stärkere Bindung zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitern bewirkt. Aber 57 Prozent sehen die Gefahr der Entfremdung. In Zeiten des demographischen Wandels und des allseits  beklagten Fachkräftemangels ist das ein Punkt, dem die Unternehmen erhöhte Aufmerksamkeit widmen sollten – ihn aber bislang noch so gar nicht auf der Agenda haben.

Der Grund für diese Entfremdungsgefahr liegt exakt in denselben Punkten, die zugleich auch für die positiven Effekte verantwortlich sind: Das Arbeitsumfeld, das Arbeitsleben empfinden Mitarbeiter als zunehmend technologisiert. Bindung hat aber nichts mit Technik zu tun, so hilfreich und sinnvoll ihr Einsatz auch sein mag, sondern hat ganz viel mit konkreten menschlichen Beziehungen zu tun. Und wenn ein Mitarbeiter diese technologischen Effekte in jedem beliebigen Unternehmen nutzen kann, ist das kein Grund, der ihn in seiner derzeitigen Firma hält. Anstelle von Bindung entsteht Beliebigkeit und – im schlimmsten Fall – Heimatlosigkeit im Beruf.

Stellschraube Führungskompetenz

Die einzige Möglichkeit gegenzusteuern: Über die wichtigste Stellschraube Führung. Denn „gute“ Führung heißt eben auch, nicht die Technologie sondern den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Die Technologie, die Digitalisierung soll dem Menschen dienen, nicht umgekehrt. Technologie darf niemals dazu führen, den Menschen Wertschätzung und Respekt zu entziehen und sie zu einem bloßen Objekt im Berufsleben zu machen.

Auf die Gefahr hin, als Sonntagsprediger daher zu kommen: Mitarbeiter müssen spüren, dass ihre Company sie in all ihrer Individualität wahr nimmt und schätzt und dass sie nicht auf eine bloße Arbeitskrafteinheit in einem Zahlenwerk reduziert werden.
Wertschätzende, dienende Führung kann die Bindung geben, die ein rein technologischer Ansatz nimmt.

Unternehmen die ihre Führungskräfte danach auswählen, haben einen klaren Vorteil.

 

 

 

 

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