Exklusiv-Studie: Familienfreundliche Unternehmen? Pustekuchen, nicht mal in Stellenanzeigen wird angetäuscht

Exklusiv im Management-Blog: Um Familienfreundlichkeit bemühen sich die wenigsten Unternehmen, zeigt eine Adecco-Analyse der Stellenanzeigen über ein Jahr lang.

 

 

Elf Millionen haben Kinder, aber die Unternehmen ignorieren das lieber

Rund acht Millionen Paare haben Kindern und fast drei Millionen Alleinerziehende ebenso. Doch der deutsche Stellenmarkt im Rahmen des Adecco Stellenindex zeigt, welche Berufsgruppen sich wirklich durch Familienfreundlichkeit auszeichnen und wie hoch der Anteil an konkreten Maßnahmen ist. Analysiert hat er Personaldienstleister dafür mehr als 3,6 Millionen Stellenanzeigen von Mai 2018 bis April 2019.

Das Ergebnis: Nur fünf Prozent aller Stellenanzeigen erwähnen Familienfreundlichkeit. Das sind nur 180.000 Stellenanzeigen von 3.600.000 Anzeigen insgesamt.

Der Sektor Wissenschaft und Bildung liegt mit gerade mal zwölf Prozent an der Spitze. Wissenschaftliche Mitarbeiter, Dozenten und Professoren können offenbar am ehesten Vereinbarkeit von Familie und Beruf erwarten.

Auf Platz zwei stehen Gesundheits- und Sozialberufe mit elf Prozent. In dieser, von Frauen dominierten Berufsgruppe zeichnet sich ab, dass viele Arbeitgeber bereits die
Relevanz von familienfreundlicheren Arbeitsbedingungen erkannt haben, wenn sie Fachkräfte anlocken wollen.

Auf Platz drei: Rechts- und Steuerwesen mit neun Prozent. Steuerfachangestellten, Steuerberatern bis hin zu Volljuristen versprechen viele Arbeitgeber familienbewußte Arbeitsmodelle. Überraschend ist aber laut Adecco: In Anzeigen für Sekretariat und Verwaltung mit ebenfalls hohem Frauenanteil versprechen nur sechs Prozent Familienfreundlichkeit in den Anzeigen. Der Durchschnitt: fünf Prozent.

 

Gastronomie ungeeignet für Mitarbeiter mit Familie

Gerade mal zwei Prozent der Stellenofferten im Gastgewerbe verheißen Familienfreundlichkeit. Schwierig sind die Arbeitszeiten, insbesondere Nachtschichten und Feiertags- oder Wochenendeinsätze.

 

Konkrete Maßnahmen von Kita-Zuschuss bis Betriebkindergarten? Fehlanzeige

Kinderbetreuung wie Betriebskindergarten oder andere Betreuungsangebote benennen nur 0,6 Prozent (rund 21.000) der Anzeigen.

Betreuungsangebote gibt es vor allem für den Bereich Gesundheit und Soziales sowie Wissenschaft und Bildung. Auch IT-Mitarbeiter bekommen Betreuungsangebote zu 0,8
Prozent – und das ist bereits überdurchschnittlich oft.

Noch seltener bieten Unternehmen Betreuungs- oder Kita-Zuschüsse an (0,3 Prozent). Die, die es tun, gehören wieder hauptsächlich zur Gesundheitsbranche, gefolgt von Consulting & Beratung, IT- und technischen Berufen.

Absolute Ausnahme: Angebote für Eltern-Kind-Büros (0,1 Prozent der Anzeigen). Der Wissenschafts- und Bildungssektor steht vorne an mit einem Anteil von 0,8 Prozent. Auch die IT-Branche bietet diese spezielle Büroform an – wenn auch extrem selten (0,2 Prozent). Sonderurlaub aus familiären Gründen bietet das Handwerk (sieben Prozent der Anzeigen) an erster Stelle, noch vor Transport und Logistik (sechs Prozent).

 

 

Blogger-Relevanz-Index 2018

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