Ein Teller Meeresfrüchte mit McDonalds-Vorstand Gabriele Fanta: „Freestyle gibt´s bei uns nicht“

Gabriele Fanta gehört zu den ganz wenigen Vorständen hierzulande, die selbst einen Blog schreiben. Als sie bei McDonalds im Frühjahr den Vorstandsposten fürs Personal antrat, übernahm sie auch den People-Blog, den ihr Vorgänger Wolfgang Goebel schon vor mehr als sechs Jahren für Mitarbeiter, aber auch Kunden schrieb https://www.employerbranding-blog.de .

Ob sie auch twittert, so wie ihre Vorstandskollegin Janina Kugel bei Siemens oder Oliver Burkhard bei ThyssenKrupp? Nein, noch nicht. Das will sie erst, wenn sie eine Strategie und die Zeit dazu hat. Aber dann will sie es auch unbedingt selbst machen und nicht – wie mancher Politiker – von Assistenten erledigen lassen. Als frischgebackene Präsidentin vom Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) hat sie jedenfalls erst mal genug zu tun neben ihrem Job. Auf Twitter ist sie deshalb bislang nur privat unterwegs – und gut getarnt.

 

Das Rüstzeug bei Daimler gelernt

Schwer fällt Fanta das Texten nicht, hat sie doch mehrere Jahre Erfahrung in der Kommunikationsabteilung von Daimler gearbeitet und von deren Kompetenz sie noch heute mit Bewunderung spricht. „Da habe ich das Rüstzeug gelernt“, sagt sie. Nach drei Jahren mit diversen Praktika bei dem Autobauer startete sie dort nämlich durch und lernte dort vier Jahre lang das Handwerk.

Ich bin ein Konzernkind, erzählt Gabriele Fanta. Da fühle sie sich wohl. Da gebe es Regeln, die allen bekannt sind und an denen man gemessen werde. Es sei wohltuend für Arbeitnehmer, nicht überrascht zu werden, erzählt sie. Mit diesen Themen kennt sich Fanta als Personalvorstand bei McDonald´s aus. Und in Konzernen ohnehin, nach ihren Stationen bei Daimler, Chrysler, E.on und ENBW.

 

Gabriele Fanta

Gabriele Fanta im Düsseldorfer „Casa Luigi“

 

Straff geführt – und das muss so sein

Nach festen Regeln läuft es auch in den McDonald´s-Restaurants. Mehr noch, sie sind straff geführt und das muss auch so sein. Schließlich erwarten Konsumenten immer die gewohnte Qualität und immer dieselbe Zubereitungsart. Von Hygiene- und Lebensmittelvorschriften mal ganz zu schweigen, Salate etwa müssen nach einer bestimmten Haltezeit vernichtet werden. „Freestyle gibt es bei uns nicht. Für alle Produkte gibt es Standards. Videoschulungen und Pictogramme erläutern, wie jeder einzelne Burger garniert werden muss“, erzählt Gabriele Fanta.

 

Am Ray-Kroc-Tag an der Burger-Front

Das weiß die gebürtige Schwäbin auch aus eigener Erfahrung: Schließlich arbeitet auch sie am Ray-Kroc-Tag jedes Jahr zwei Tage in einem der Restaurants. Diese Einsätze machen nicht nur alle rund 500 Mitarbeiter aus der Münchner McDonalds-Verwaltung  zu Ehren des Ex-Konzernchefs, sondern alle McDonalds-Kollegen weltweit. Die TV-Sendung „Undercover Boss“ hätte bei McDonalds keinen Sinn, grinst sie.

Wie sie sich dann schlägt? Spaß macht es ihr jedenfalls, auch wenn sie am Autoschalter wegen einer neuen Software schon mal in Brass gerät. Sie vertippte sich immer wieder und der Restaurant-Manager musste mit seiner Zugangskarte kommen – während die Autoschlange immer länger wurde. Aber die Kunden nahmen´s nicht übel und merkten nicht mal, dass sie keine normale Mitarbeiterin vor sich hatten, erzählt sie.

 

Wenn alle Soßen gleich aussehen

Aufgefallen ist sie dagegen, als sie in der Restaurant-Küche die falschen Soßen für die Burger nahm. „Im Soßenportfolio habe ich immer wieder daneben gegriffen“, erzählt sie. Für sie sähen alle Soßen gleich aus – egal ob Ketch-up oder Currysoße. Sie habe nämlich eine leichte Farbblindheit. „Die Kollegen merken das als erste, mir selbst fällt das zunächst ja gar nicht auf.“ Und anders als die Stamm-Kollegen, die genau wissen, was wo steht, muss sie erst auf den Behältern ablesen, welche Soße in welchem Topf ist. Was natürlich länger dauert, als zielstrebig und ohne hinzusehen an die richtige Stelle zu langen.

 

Meeresfrüchte im Casa Luigi in Düsseldorf

Meeresfrüchte-Salat mit Octopus, Garnelen und Tintenfisch nach „Casa-Luigi“-Art

Überhaupt ist Essen und Kochen Gabriele Fanta wichtig. Ihre Wohnung in München, in der sie unter der Woche lebt, muss genauso geeignet sein, um Gäste zu bewirten wie ihre Wohnung in Stuttgart – ihrer Heimat, wo sie ihre Wochenenden verbringt. Hier im „Casa Luigi“ in der Düsseldorfer Altstadt hat sie sich einen Teller Meeresfrüchte mit Salat – genauer gesagt Octopus, Garnelen und Tintenfisch nach „Casa Luigi“ Art – bestellt.

„Bei mir zuhause koche ich nur freestyle, ich nutze momentan kein einziges Kochbuch“, sagt sie. Mit zehn Jahren hat sie kochen gelernt. Sie kocht nicht nur gerne für Freunde, sondern auch für viele. Und das ist gar nicht so einfach. Darauf ist sie stolz: „Ich schaffe es, auf den Punkt zu kochen – auch für viele, so dass es genau für alle reicht.“

Nur einmal machte es ihr ganz plötzlich keinen Spaß mehr: Als sie in ihrer Zeit in Michigan in den USA – damals war sie bei Chrysler Group – Lobster für ein Essen mit Freunden kaufte. Es stellte sich heraus, dass die Tiere noch lebendig waren und der Fischhändler sie erst vor ihren Augen tötete. Das war ihr zu viel, verständlicherweise. Zumal sie als gute Gastgeberin danach – ob sie wollte oder nicht – wenigstens etwas davon mitessen musste.

 

Gabriele Fantas Blog: https://www.employerbranding-blog.de

Fragebogen Nahaufnahme mit Gabriele Fanta: http://blog.wiwo.de/management/2016/05/30/fragebogen-nahaufnahme-mit-mcdonalds-vorstand-gabriele-fanta-ich-sollte-langsamer-sprechen/

 

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