Ein Teller Currynudeln mit Katharina Scheja: „Wer Kriminelles plant, sollte Single bleiben.“

IT-Anwältin Katharina Scheja von Dentons wurde von Software-Fälschern mit dem Auto verfolgt – und brachte sie hinter Gitter.

 

Katharina Scheja von Dentons

Katharina Scheja von Dentons

 

Dass Anwalts-Arbeit auch mal bedrohlich werden kann, hat Katharina Scheja – IT-Top-Anwältin bei der US-Kanzlei Dentons – in ihren ersten Berufsjahren zu spüren bekommen. Mindestens 14 Tage lang wurde sie von einem Auto verfolgt, wenn sie zur Arbeit fuhr und wieder zurück nach Hause. Sogar am Wochenende fuhr ein Wagen hinter ihr her. Scheja meldete es den Sicherheitsexperten von Microsoft, ihrem damaligem Arbeitgeber, und die rieten ihr, abzuwarten. Sie solle erst dann die Polizei benachrichtigen, wenn einer der Verfolger direkt Kontakt zu ihr aufnähme, sie oder ihre Kinder beim Kindergarten anspreche oder gar bedrohe.

 

Die Verfolgung hörte dann schlagartig auf, als bei der Staatsanwaltschaft gegen die Software-Fälscher Strafanzeige erstattet wurde und diese aktiv wurde. „Sie hatten wohl eingesehen, dass diese Art von Druckaufbau nicht mehr zielführend war“, sagt sie. Wer es war, kam nie heraus. Abschrecken ließ sie sich jedenfalls nicht. http://blog.wiwo.de/management/2016/03/22/wiwo-top-kanzleien-die-renommiertesten-it-anwaelte-bei-jeder-softwareumstellung-wackelt-die-ganze-firma/

 

 

Ex-Frauen als wertvolle Tipp-Geber

Das war damals, als sie bei dem amerikanischen IT-Unternehmen arbeitete. Scheja hatte 1993 bei Microsoft angefangen, als der Anteil raubkopierter Software noch bei 75 Prozent lag – gegenüber legaler mit 25 Prozent, erzählt sie. Und dass sie es mit ihrem Team in den nächsten zehn Jahren schaffte, dieses Verhältnis umzukehren: durch jahrelange, mühselige rechtliche Kampagnen vor Zivil- und Strafgerichten, Presse- und Aufklärungsarbeit, erzählt sie. Am Ende war ihr Programm europaweit das Erfolgreichste im Konzern, erinnert sie sich.

 

brot Basils

 

Microsoft setzte ,mit ihrer Hilfe bei manchen Schädigern siebenstellige Schadenersatz-Summen durch und sie sorgte dafür, dass die Fälscher für mehrere Jahre ins Gefängnis wanderten. Besonders blieb Scheja aber in Erinnerung, „wie praktisch alle großen Aktionen gegen die Software-Fälscher überhaupt erst in Gang kamen“: Nämlich durch Strafanzeigen verärgerter Ex-Partnerinnen und deren Beweismittel. Die Erkenntnis der Frankfurterin: „Merke: Wer Kriminelles tut, bleibt besser Single.“

 

Wenn mitdenkende Kühlschränke Fehler machen

Nun sitzen wir im „Basils“ in Düsseldorf  an der Haroldstraße Richtung Rhein, wo man mittags öfter allen möglichen Anwälten der umliegenden Top-Kanzleien begegnet von Glade Michel Wirtz, Bird & Bird, Mayer Brown oder Luther. Scheja  – sie betreut als Mandanten übrigens die deutsche Lufthansa – hat sich einen Teller Rigatoni mit Putenfleisch und Currysoße bestellt und die Nudeln schmecken ihr auch.

Rigatoni in Currysoße mit Putenfleisch im "Basils" in Düsseldorf

Rigatoni in Currysoße mit Putenfleisch im „Basils“ in Düsseldorf

 

Ruckzuck landen wir beim Modethema Internet of Things. „Also ich würde keinen mitdenkenden Kühlschrank in meinem Haushalt haben wollen“, erzählt sie. Nicht nur weil sie keinesfalls riskieren will, dass sich das Gerät selbst mit Nachschub versorgt, dann etwas schiefgeht und gleich palettenweise Milch vom Supermarkt angeliefert wird. „So wie bei Loriot´s ‚Pappa ante Portas‘ gleich Dutzendweise Senfgläser für die nächsten Jahre anrollten“, lacht sie.

Die IT-Expertin sieht eine ganze Menge unüberschaubarer Risiken: Was ist, wenn ein Systemhacker bemerkt, wenn der Kühlschrank zehn Tage Bestellpause einlegt und den durchaus richtigen Schluss zieht, dass ich in Ferien bin und er prima einbrechen kann?“

 

Was nur gängelt, wird sich von selbst erledigen

Scheja will auch nicht gegängelt werden von Haushalt- und sonstigen Geräten. Sie wäre total genervt, wenn ihre Zahnbürste sie anpiepsen würde, weil sie beispielsweise noch nicht die volle Zahnputzzeit erreicht hätte. Sie vermutet, dass sich viele Gimmicks von selbst erledigen werden und nur die sinnvollen überleben. Und überhaupt: „Hauptsache, es gibt einen Off-Schalter, mit dem sich all diese Dinge auch ausschalten lassen.“ Das wichtigste Thema aber werde es sein, wie man diese Systeme  vor Hackern sichern kann. Und da wird sicher noch viel auf die Unternehmen zukommen.

 

WiWo-Top-Kanzleien IT-Recht: http://www.wiwo.de/finanzen/steuern-recht/wiwo-top-kanzleien-die-besten-anwaelte-fuer-it-recht/13076936.html

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