Dating-Plattformen: Parship und Elitepartner, ein Match made in heaven. Ein Gastkommentar von Daniela Seeliger

Marry me

Das Bundeskartellamt hat die Fusion von zwei großen Online-Dating-Plattformen erlaubt. In dem recht engen Markt bleibt ausreichender Wettbewerb bestehen. Ein Gastkommentar von Daniela Seeliger, die die EU-und Kartellrechtsfachgruppe von Linklaters leitet und an keinem Verfahren, das Dating-Portale beim Amt betrifft, beteiligt ist.

Hier die Pressemitteilung vom Bundeskartellamt im O-Ton: „Das Bundeskartellamt hat den beabsichtigten Erwerb aller Geschäftsanteile an der EliteMedianet, Hamburg, durch einen Investmentfonds der Oakley Capital Limited, London, im Hauptprüfverfahren freigegeben. Betroffen ist der Markt für Online-Datingplattformen, auf dem EliteMedianet mit den Datingplattformen  www.elitepartner.de und www.academicpartner.de tätig ist. Im Portfolio der Oakley Capital Limited befindet sich bereits heute die Parship GmbH mit der Plattform  www.parship.de.“

 

Kartellrechtsexpertin Daniela Seeliger von Linklaters

Kartellrechtexpertin Daniela Seeliger von Linklaters

 

Gleich zwei der langjährigen liebevollen Partnerschaften von Dating-Börsen hat es dieses Jahr ereilt: Das Aus. Erst Parship. Dort kriselte es schon länger. Für Holtzbrinck zuletzt eine stagnierende Beziehung. Kein Entwicklungspotential. Im April dann die offizielle Verlautbarung Parship wird zukünftig von einem Engländer, Oakley, gehalten.

Dann die zweite Schockwelle. Ausgerechnet Elite Partner und Academic Partner, die ebenbürtigen Partner für Akademiker, sind wieder auf dem Markt. Auch hier passt es schlicht nicht mehr. „Tomorrow“ hat genug von beiden und konzentriert sich jetzt aufs Reisen.

Und wieder ist es Oakley, der Engländer, der den Elite-Dating-Börsen tröstend beispringt. Um letztlich, wen nimmt es Wunder, das zusammenzuführen, was jetzt verlassen wurde: Parship und Elite. Ein Match made in Heaven. Zwei Portale der ersten Dating-Stunde in Liebe und Synergie miteinander vereint.

Was könnte es Schöneres geben? Doch halt: Es prüfe, was sich ewig bindet. Das Bundeskartellamt muss dem Paar noch seinen Segen erteilen. Denn in Liebe entbrannte Dating-Portale mit 99 Matching-Punkten hin oder her, das Amt hat sein Auge auf die Entwicklungen bei Online-Portalen geworfen. Können doch hier Vereinigungen schnell zu viel Marktmacht führen.

Und so ging es für Parship und Elite in die Zitterpartie die tiefer gehende Prüfung seitens des Amtes. Würde das Feedback des Marktes, insbesondere der Wettbewerber und Kunden, das Liebes-Aus besiegeln? Auf dem Wettbewerbsmarkt geht es – anders als gemeinhin auf dem Partnerschaftsmarkt – letztlich darum, genügend Ausweichmöglichkeiten zu haben. Groß auf der einen Seite das Erstaunen: Parship und Elite sind nicht einzigartig. Friendscout24 und die moderne junge Generation Tinder oder Lovoo sind starke Wettbewerber.

Immer neue Spieler drängen auf den Markt. Dating ist heutzutage ein schnelllebiges und sich rasch änderndes Geschäft. Und last but not least führen auch die Nutzerumfragen zu keinem entsetzten Aufschrei.

An dieser Stelle beruhigt, dass das Know-how des vom Amt eigens gegründeten internen Think Tank zu Internetportalen mit einfließen konnte.

Groß dann am Ende die Erleichterung: Eine Freigabe. Nun darf geheiratet werden. Herzlichen Glückwunsch und für die Zukunft nur das Allerbeste.

 

http://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Meldung/DE/Pressemitteilungen/2015/22_10_2015_Dating_Plattformen.html;jsessionid=6611D46329EF013F390F90FB7B4B0801.1_cid362?nn=3591568

 

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Alle Kommentare [1]

  1. Ich glaube hier wird ein Aspekt völlig vergessen, denn der Markt ist nicht statisch sondern ständig in Bewegung. Es kommen nicht nur täglich neue Player auf den Markt sondern auch die Art und Weise wie man „dated“ verändert sich schon wieder. Man nehme nur snapchat als Beispiel her!