Ein Steak mit Antipasti mit Arbeitsrechtler Arno Frings: Manager-Boni? Abschaffen!

Boni? Die hält Arno Frings für „Fehlanreize“  Viel zu kurzfristig. Und überhaupt: „Manager sollen für die Sache arbeiten.“ Da hält er es mit Management-Guru Reinhard Sprenger, der ebenfalls ganz gegen Boni ist.

Angela Merkel bekomme schließlich auch keine Boni, wettert Frings. Und ebenso wenig dürften Organe von Gesellschaften Prämien erhalten. Sie seien ja schließlich keine Handelsvertreter.

Arbeitsrechtler Arno Frings

Arbeitsrechtler Arno Frings

Schließlich besteht das Risiko, dass Boni dazu führen, dass deren erste Priorität nicht mehr die Company ist, sondern ihre Prämien.

Arbeitsrechtler Frings weiß, wovon er spricht. Er ist ein alter Hase. Hat viel gesehen und mit-erlebt. In seinen Jahren bei der Allianz als Vorstandsassistent und später als Anwalt bei Orrick (früher Hölters & Elsing). Kürzlich hat er sich mit seinem Sieben-köpfigen-Team selbständig gemacht, residiert auf der Königsallee und die Kanzlei heißt Fringspartners. Das hat er schon lange im Sinn gehabt, erzählt er vergnügt.

Hier im „Alex“ hat er sich ein Steak mit Antipasti bestellt. Wir sitzen da, wo früher eins der drei Restaurants von Kunstberater Helge Achenbach „Monkeys“ waren. Ihn sah man fast jeden mittag hier sitzen, ein wenig sah es aus wie Hof halten. Nachdem er inhaftiert wurde, waren die Restaurants nur noch wenige Wochen geöffnet und standen dann monatelang leer.

Inzwischen sind die Affen-Statuen verschwunden, werden wohl versteigert. Das gestylte Interieur mit den Kunstwerken ist weg, stattdessen ist hier jetzt ein Kettenrestaurant – dem die Kette allerdings nicht unbedingt anzumerken ist. Frings schmeckt sein Steak gut, den Salat und die Antipasti nicht so sehr. Der Service ist so aufmerksam, dass man – wie bei Loriot – im Gespräch unterbrochen wird.  Nur um immer wieder zu fragen, ob alles recht sei. Der gute Wille zählt, Frings bleibt geduldig und höflich.

Steaks mit Antipasti im Düsseldorfer "Alex"

Steaks mit Antipasti im Düsseldorfer „Alex“

Was ihn gerade umtreibt? Die Altersgrenze, die viele Partner der großen Beratungsgesellschaften wie PWC oder Deloitte in ihren Verträgen stehen haben. „Die sind ein heißes Thema, denn sie sind regelmäßig rechtlich unwirksam“, sagt Frings. Dann wollen die Partner mit 56 oder 62 Jahren – beides sind gängige Grenzen – plötzlich doch nicht mehr abtreten. Oder sie wollen wenigstens ihre Abfindung hochtreiben. Denn so eine Grenze verstößt ganz klar gegen die Diskriminierungsvorschriften, sagt der Düsseldorfer. Und viele dieser Top-Manager würden gegen diese Alters-Klauseln inzwischen zu Felde ziehen. Die Fälle kommen freilich nie vor ein Gericht. Das Unternehmen will keinen Präzedenzfall schaffen, der Manager nicht seinen guten Ruf bekleckern mit dem Image eines Quertreibers oder eines Illoyalen.

Wofür diese Altersgrenzen gut sind, wenn Top-Leute doch so rar sein sollen? Um Jüngeren Platz zu machen, die sonst vielleicht von der Fahne gingen.

 

http://www.fringspartners.de/index.php

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