Frauenquote für die Gleichstellung: Die Männerquote von über 90 Prozent

Vom Institut für Mittelstandsforschung (IfM) kamen denn auch noch mal – pünktlich zum Internationalen Frauentag – Zahlen zu Frauen in deutschen Führungsetagen: In großen Familienunternehmen sind es 7,5 Prozent Frauen, dagegen in großen „managergeführten Unternehmen“ nur 4,9 Prozent.

 

Einsame Top-Managerinnen

An der Spitze befindet sich nicht mal in jedem siebten Großunternehmen eine Frau. Und wenn, dann ist sie dort recht einsam: Nur in 1,3 Prozent der Großunternehmen sind zwei oder mehr Frauen im Top-Management, so das IfM.

Kay bezweifelt gar, dass die Frauenquote reicht und wünscht sich darüber hinaus  Anreize für Gründerinnen.

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Devise: Zur Not eben auch eine Frau – der Kontrolle zuliebe

Weil Eigentümer von Familienunternehmen unbedingt die Kontrolle über die Firma behalten wollen, sind sie selbst oder Familienangehörige deshalb die einzige Lösung, so Rosemarie Kay, Vize-Chefin des IfM. Und das sind dann eben manchmal auch  Frauen, wenn sie in die Eigentümerfamilie geboren wurden und keine männlichen Nachfahren zur Verfügung stehen.

Übrigens: Interessant ist, dass gerade solche Erbinnen an der Spitze von Familienunternehmen oft vehement die Frauenquote bekämpfen, sich damit in der Presse exponieren. Sie geben in der Öffentlichkeit vor, keine besseren Startbedingungen als eine familienfremde Frau gehabt und sich ihre Position nur aufgrund ihrer Fähigkeiten erkämpft zu haben.

So, als wäre es ein Stigma, als Frau für die Frauenquote zu sein. Stichwort: Vorauseilender Gehorsam? Fragt sich bloß, wem gegenüber.

 

„Ich bin eine Quotenfrau“

Mir imponiert deshalb Sabine Christiansen, die nicht nur inzwischen in mehreren Aufsichtsräten – beispielsweise bei Freenet – sitzt, sondern die Chuzpe und den Mut hatte in einem Interview (ich glaube mich zu erinnern, dass es in der „Bunten“ war) ausdrücklich zu sagen, dass sie eine Quotenfrau war. Natürlich.

Und das genau ist der wunde Punkt, wenn andere erfolgreiche Frauen so tun, als hätten sie es ohne Quote geschafft. Wie kommen sie nur darauf, dass nicht auch sie genommen wurden, weil sie eine Frau sind? Denn immerhin gibt´s die freiwillige Selbstverpflichtung schon über 13 Jahr lang.

 

Frauenanteil an Top-Führungspositionen in Großunternehmen grafik.blog

Quelle: Berechnungen des IfM Bonn.

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