Die Digitalisierung der Arbeit plagt die Berater – LAB & Company Consulting-Trendbarometer

 

Egal ob Management-, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder IT-Berater: die Mehrzahl von ihnen ächzt unter der immer höheren Arbeitsbelastung durch die Digitalisierung der Arbeit, also unter den elektronischen Medien und insbesondere ausufernden E-Mailverkehr und die ständige Erreichbarkeit.

Für das LAB & Company Consulting Trend-Barometer antworteten im Februar 2015 immerhin 728 Consultants – davon 13 Prozent Frauen – , von denen die Hälfte 150 000 Bruttogehalt bekommen. Im Detail waren es:  34 Prozent Managementberater, 18 Prozent Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, 15 Prozent Industrieberater und 14 Prozent IT-Berater.

Heraus kam: Frauen leiden stärker als Männer darunter. Männer versuchen sich zu retten, indem sie viel delegieren, Frauen machen dagegen Yoga.

Dass ausgerechnet Yoga – statt dem sonst so oft genannten Joggen – so ein beliebter Dreh gegen „Überbelastung und verschwimmenden Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit“ ist, überrascht zwar an der Stelle, aber bitteschön. Hauptsache, es hilft.

Das gilt übrigens umso eher, wenn die Beraterinnen Kinder haben: 77 Prozent von Ihnen kritisieren die faktisch permanente Präsenz – ein Drittel mehr als die Männer mit 58 Prozent.

Marcel Ramin Derakhchan, Geschäftsführender Gesellschafter von LAB & Company warnt deshalb: „Die Digitalisierung der Arbeitswelt dient der permanenten Verbesserung der Qualität und dem heiligen Gral der Ergebniserzielung in immer höherer Geschwindigkeit. Sie dient aber nicht den Menschen und ihren Bedürfnissen.“ Er rät, die „Erwartungskultur an permanente Erreichbarkeit und sofortige Reaktionen auf Mails zu ändern“.

 

Weitere Ergebnisse des 1. LAB Consulting-Trendbarometers:

„Welche Faktoren als Folge der   Digitalisierung empfinden Sie als Belastung?“
Belastungsfaktoren durch Digitalisierung Männer Frauen
E-Mail-Flut 63 % 63 %
Präsenz und Erreichbarkeit 58 % 69 %
Informationsmenge 51 % 43 %
Fließende Grenzen Arbeit und Freizeit 47 % 56 %
Erwartete Reaktionsgeschwindigkeit 40 % 46 %

 

 

„Wie gleichen Sie die   zunehmende Arbeitsbelastung aus?“
Schutzmechanismen Männer Frauen
Delegation 50 % 34 %
Konzentration auf Familie und Kinder 37 % 26 %
Reisen 25 % 29 %
Reduzierung digitaler Medien in Privatleben 24 % 35 %
Yoga, Meditation 12 % 37 %

 

 

Zum Unternehmen:

LAB & Company ist eine international tätige Personalberatung, spezialisiert auf die Suche und Auswahl von Top-Führungskräften in allen wichtigen Marktsegmenten. LAB & Company gehört zu den Top 20 der führenden Personalberatungen in Deutschland mit Büros in Düsseldorf, München und Wien.

 

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Alle Kommentare [2]

  1. Genau so sieht es aus. Die eigene Erwartungshaltung kollidiert mit der Realität. Aus meiner Sicht, ist es mit dem Joggen oder dem reinen delegieren von Teilbereichen oder Aufgaben aber leider noch nicht getan. Wir versuchen gerade etwas Ähnliches bei uns und testen daher gerade die „Entschleunigung“. Ist nicht wirklich was Neues, aber wir versuchen es Reell zu leben und das ist eigentlich das schwierigste daran.

  2. Eine interessante Studie.

    Wieder einmal wird belegt, dass E-Mails nicht grade nur ein Segen für das Business sind.

    In Managementkursen jeglicher Branche und sogar bei Consultants könnte man vermutlich bald mit Kursen wie „Mailen. Aber richtig“ oder „Nicht hektisch mailen. Gekonnt informieren“ Geld verdienen. Denn langsam kommt vielen Menschen die Erkenntnis, dass zu viel, mit zu wenig Sinn und Verstand und oftmals kaum den Prozess fördernd gemailt wird.

    Konzerne wie VW schalten ja schon aus. Und verlieren dadurch sicher keinen Umsatz.

    Die fließende Grenze zwischen Arbeit uns Freizeit haben sich viele Berater und Firmen gerne ins Haus geholt. Homeoffice, mobile work etc. Trends! Damit wurde Personal angeworben. Nun nervt es das Personal.

    Wer aber aber mit dem Satz kommt „Arbeit gehört ins Büro“ (hat nicht auch Marissa M. dies neulich konstatiert), der wurde lange belächelt.

    Mal sehen wie sich die Arbeitswelt entwickelt. Mal provokativ:

    Vielleicht ist konzentriertes Arbeiten von nine to five ohne halbprivate Themen im Job und Freizeit ohne dienstliche Themen an der Kinderschaukel doch effizienter als es alle 70-Stunden-mobile-Worker glauben. Arbeitswissenschaftler haben da bestimmt eine Meinung zu. Ich ahne sogar welche. 😉