PR: Wie sich die Ergo bei den Düsseldorfern in die Nesseln setzt – und womöglich nichts dafür kann

Inzwischen schrieb mir die Ergo dies:

Man habe gehört gerüchteweise, dass der Möhne-Ball 2015 auf dem alten Brauereigelände stattfindet.

sowie ein Statement:

Die Rheinterrassen waren für Altweiber 2015 nicht vermietet. Warum die Brauerei Frankenheim als Veranstalter diesmal nicht angemietet hat, weiß ERGO nicht.

Als uns die Location angeboten wurde, haben wir zugesagt. Die Diskussion zwischen dem Betreiber der Rheinterrasse und dem Veranstalter Frankenheim kannten wir nicht.

Ürbigens:

Die RP online schreibt dazu: „Philipp Wichert, im Gastrounternehmen Stockheim für die Rheinterrasse zuständig, gab „wirtschaftliche Gründe“ als Entscheidung an.“ http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/stadtgespraech/altweiber-moehne-treff-in-der-rheinterrasse-faellt-2015-aus-aid-1.4731861

 

…und im folgenden mein Blog:

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Partygespräch Düsseldorf, Samstagabend im Dezember: „Die Ergo macht uns Altweiber kaputt“, beklagt sich meine Freundin Simone (Name geändert) lautstark.

Bitte wie? Man weiß von merkwürdigen Sex-Skandalen und Damen mit bestimmten Armbändchen, deren Dienste nur Top-Ergo-Managern vorbehalten waren. Damals in Budapest. Man weiß in Düsseldorf auch von dem historischen Friedhof und dem direkt daneben liegendem Grundstück, das sich die Ergo von der Stadt Düsseldorf abgetrotzt hat. Der Schönheit der Umgebung hat´s nicht gedient, die Friedhof-Liebhaber warnen bei ihren Führungen vor Verschattung. So weit so ungeschickt in Sachen Imagepflege, mancher Kunde oder Fast-Kunde ging deshalb flöten.

KarnevalHanke

Aber Ergo als Karnevals- und Brauchtum-Zerstörer?

Die Geschichte geht so:  Für rund 4000 Jecke war in den vergangenen 20 Jahren die Rheinterasse eine der klassischen Locations, wo Altweiber die Post abging – und zwar die größte Veranstaltung in Düsseldorf, schreibt „Express“. Das ist der Donnerstag vor dem Rosenmontag, ein sehr wichtiger Feiertag im Rheinland. Mit Traditionspartys und überfüllten Brauerein, wo man morgens um kurz nach acht anstehen muss, um hineinzukommen undsoweiter.

Jetzt aber werden im Februar 2015 nur noch Ergo-Mitarbeiter dort feiern dürfen, wo sonst ganz viele Düsseldorf anlanden durften. Geschlossene Veranstaltung in der Rheinterasse – ausgerechnet an diesem Tag, wo traditionell jedermann mitfeiern darf. Hauptsache jeck und gesellig.

Da muss man sich wirklich fragen: wäre das nicht anders gegangen? Alle möglichen Locations gäbe es in der Nähe. Von der Tonhalle bis zum Interconti, die man mieten kann und die keine Brauchtumsorte sind. Und wenn´s die Messehallen gewesen wären, die man mit etwas gutem Willen mit dem Pendelbus ansteuern könnte von der Ergo aus. Aber die Düsseldorfer bei ihrem eigenen Volksfest ausschließen, das hätte man geschickter anpacken können, statt sich derart in die Nesseln zu setzen.

Passt das in Zeiten von Employer Branding? Sich vor Ort so unbeliebt zu machen? Statt selbst in den eigenen Räumen eine Party steigen zu lassen und – im Gegenteil – selbst ein paar hundert lokale Gäste einzuladen zu Bier und Brötchen? Eigentlich wäre es doch ganz einfach, sich in der Stadt auch mal beliebt zu machen.

http://www.express.de/karneval-in-duesseldorf/nach-20-jahren-schluss-aus-fuer-moehnetreff–4000-jecke-obdachlos-,5064818,29282446.html

 

Vorab: Mich erreichte ein Anruf der Ergo, dass der frühere Veranstalter Frankenheim selbst abgesagt hatte und man erst darauf hin die Ergo das Angebot bekam, die Location zu mieten. Sie war also frei zu haben.

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Alle Kommentare [1]

  1. Die Rheinterasse war eine Institution und in den 20 Jahren schon so eine Art „Familientreff“. Es ist sehr, sehr schade, dass es dieses Jahr keinen Möhnetreff dort gibt!!!