Serie mit Frank Dopheide, Chef der Agentur Deutsche Markenarbeit: Die Glaubenssätze der Top-Manager. Teil 2: Ich jogge, also bin ich

Die zehn beliebtesten Glaubensätze der Führungskräfte, um in der Öffentlichkeit ein gutes Bild abzugeben. Von Frank Dopheide, Gründer von Deutscher Markenarbeit in Düsseldorf. 

Teil 2: Der Marathonmann. Ich jogge, also bin ich.

 

Frank Dopheide, Gründer der Agentur Markenarbeit, die aus Managern marken machen will

Frank Dopheide, Gründer der Agentur Markenarbeit, die aus Managern Marken machen will

Der Manager von heute ist der Chief Energie Officer seines Unternehmens. Er ist der Akku, der mit seiner Spannung die Organisation in Bewegung hält. Die Ansprüche an ihn und seine Wirkungskraft steigen Jahr um Jahr. Das tägliche Stemmen schwerer Entscheidungen genügt nicht, um Stärke und Durchsetzungskraft zu dokumentieren und weiterhin in der Premier League der Wirtschaft zu spielen. Heute muss sich der Topmanager auch abseits seines Schreibtisches als austrainiert zeigen: am frühen Morgen und in aller Öffentlichkeit.

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Joggingschuhe statt Cognac-Schwenker

So hat der Joggingschuh den Cognacschwenker aus dem Zentrum der Macht verdrängt. Das 200 Gramm leichte Hightech-Kleidungsstück, atmungsaktiv und mit Gel-Einlage wird zum ständigen Begleiter der wirtschaftlichen Elite. Schwitzen gehört zum Geschäft. Sie laufen schon vor dem Frühstück um die Alster oder in der Dunkelheit auf dem Laufband des Fünf-Sterne-Hotels. Man sieht sich und wird gesehen. Das erkennende Zunicken der nachtaktiven Sportfreude sorgt dabei zugleich für die Lockerung des Trapezius Maximus im Nackenbereich und macht den Kopf locker.

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Lauf-Lemming oder doch lieber wie Churchill, Adenauer & Co.?

Die ganz Austrainierten unter den Führungskräften schließen sich einer bekannten Laufgruppe an, zuletzt gesehen im Silicon Valley inklusive bewegungsfreudigem Vize-Kanzler und medialer Verbreitung. Da schlägt der Wirtschaftskapitän zwei Fliegen mit einer Klappe. Doch weil alle diesem Trend hinterherlaufen wie die Lemminge, ist der Einzelne in der Menge nicht mehr erkennbar. Und ob die Inszenierung als lauffreudiger Einzelkämpfer eine wünschenswerte Aussage ist, bleibt fraglich. Übrigens,  die meist respektierten Führungsfiguren der Manager sind Winston Churchill, Konrad Adenauer und Charles de Gaulle. Ein Foto mit Joggingschuhen bei den Dreien ist nicht überliefert.

Vielleicht versuchen Sie es mal mit Boule.

 

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Alle Kommentare [6]

  1. Soso. Churchill, Adenauer und de Gaullle sind also die „meist respektierten Führungsfiguren der Manager“. Und Laufen ist für Herrn Dopheide scheinbar eine total verrückte Trendsportart. Dass Menschen, die den ganzen Tag in Fliegern und Meetings sitzen, auch irgendwann mal ihren Hintern lüften und Sauerstoff aufnehmen müssen, um keinen Koller zu kriegen, auf die Idee kommt er nicht. Im Übrigen kann man vielleicht beim Golfen einen eleganten Eindruck hinterlassen, beim Laufen kriegt man einen roten Kopf, schwitzt und riecht schlecht. Es wäre also für repräsentative Zwecke nicht geeignet und wird infolgedessen auch nicht so genutzt.
    (An dieser Stelle Streichung da beleidigender Inhalt)

  2. „Glaubenssätze“ von Agentur-Managern: Mit möglichst provokanten Thesen irgendwie viral werden. Herr Dopheide ist vermutlich viel zu schlau, um das zu glauben, was er hier schreibt.
    Eine Schande für diesen Blog ist aber, dass Frau Schmitt zensiert wird. Sie ist eine hochangesehene seriöse Autorin, selbst erfolgreiche Bloggerin und fester Bestandteil der „Lauf-Szene“. Jeder Leser kann sich sicher sein, dass Frau Schmitt hier niemals einen wirklich beleidigenden Inhalt posten würde.
    Ich sags mal so: Herr Dopheide will provozieren, will Viralität, der Blob erlaubt dies nicht. Pech für Herrn Dopheide. Aber letztlich wohl gut für den Leser.

  3. …warum darf Frau Heidi Schmitt den Artikel denn nicht als „groben Unfug“ bezeichnen, wenn sie damit recht hat???

  4. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Frau Schmitt beleidigende Inhalte als Kommentar hinterlassen würde. Beleidigend finde ich dagegen, dass in diesem Artikel der Läufer an sich generell als Einzelkämpfer hingestellt wird. Das mag für Nichtläufer vielleicht so aussehen, ist es meiner Meinung nach aber nicht. Wahrscheinlich schreibe ich auch genau deswegen diesen Kommentar.

  5. Sehr geehrte Damen und Herren,
    Frank Dopheide beschreibt hier ein zunehmend stärker beaobachtbares Phänomen der heutigen Zeit, bei dem selbstverständlich Einzelfälle die Regel bestätigen: Der Trend des eloquent-smarten aber doch energetisch unnahbaren Tausendsassas in der Managerposition wird vermehrt zur standard Maßgabe. In Hinblick auf Burnout und zunehmenden Erfolgsdruck als zu tragendes Kreuz der modernen Berufswelt, ist dies jedoch ein Lebensmodell, das offenkundig Nährboden für Kritik bietet und mit dem sich wohlmöglich nicht jeder so leicht identifizieren kann. Es wird nicht derjenige angesprochen, der sich hin und wieder eine Auszeit genehmigt, sondern jener, der eine Hetzattitude verkörpert, die ihm und seinen Mitarbeitern mehr schlecht als recht tut. Es sollte hier einfach der Grundsatz „weniger ist manchmal mehr“ als Anregung in den Raum geworfen werden. Insgesamt ist der Artikel aber sachlich und auf der Erfahrungsgrundlage einer beeindruckenden Vitae Frank Dopheides verfasst worden, weshalb man auch in den Kommentaren und Diskussionen um das Thema und diesen Artikel mehr Sachlichkeit und weniger Polemik oder gar Beleidígungen fordern kann. -meine Meinung

  6. @Dennis Schiffer:
    1. Der „Artikel“ selbst ist bestenfalls eine Glosse. Er beinhaltet in deutlich erkennbarem Maße Polemik.
    2. Mir ist nicht erkennbar, dass die Kommentare im Grad der Polemik an die Äußerungen von Herrn Dopheide heran reichen.
    3. Wie kommen Sie bloß darauf, „in den Kommentaren“ weniger (…) Beleidigungen zu fordern? Lesen Sie wirklich die gleichen Kommentare wie ich? Ich sehe keine einzige Beleidigung.