Berufsverbote für Banker – in London

Sind unter den Londoner Bankern mehr Gesetzesbrecher als denen in Deutschland? Von April 2011 bis April 2012 bekamen 47 Bankangestellte in der Londoner City Berufsverbote – und zwar lebenslängliche. Und das waren schon weniger als im Vorjahr: Da wurden 71 Banker mit dieser harten Strafe belegt und 2010 waren es 56. Zum Vergleich: 2003 – noch bevor die Finanzkrise in Sicht war – traf dieses lebenslange Berufsverbot in London nur vier Menschen, wie das österreichische Blatt „Die Presse“ berichtet.

Warum die Berufsverbote ausgesprochen wurden? Verschiedene Gesetzesbrüche im Zusammenhang mit Marktmissbrauch. In 2011 lauteten die Vorwürfe wohl  Fälschen von Rechnungen, geheime Absprachen oder irreführende Informationen an Investoren.

Und was machen die Banker mit Berufsverbot? „Die Presse“ weiß es: sie gehen in die Schweiz, weil sie dort außerhalb der Kontrollmöglichkeiten der britischen Behörden sind.

http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/1259806/Grossbritannien_Banker-mit-Berufsverboten-belegt?_vl_backlink=/home/wirtschaft/international/index.do

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Weiterer Lese-Tipp „Süddeutsche Zeitung“:

Banker in Deutschland: Immer mehr Banker leiden unter der Arbeitsverdichtung in ihrem Job, den Anforderungen ihrer Manager, dem Verkaufsdruck und daran, dass sie Kunden Produkte verkaufen müssen, die ihnen nicht gut tun. Sondern nur der Bank. Die Folge: Sie müssen ins psychische Behandlung. Und was fällt ihren Unternehmen dazu ein? Was wollen die Banken unternehmen, um diesem Dilemma abzuhelfen? Sie wollen künftig Einzelhandelsverkäufer und Hotelfachleute einstellen – denn die verstünden nicht, was für Produkte sie da an den Kunden bringen und hätten dann auch keine Skrupel.

Verantwortungsgefühl sieht anders aus.

http://www.sueddeutsche.de/karriere/banker-mit-burn-out-schon-wieder-die-zielvorgaben-verfehlt-1.1045737

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/strategie/berufsverbote-wenn-manager-nicht-mehr-managen-duerfen/2532422.html

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Alle Kommentare [1]

  1. Die Unternehmen der Finanzindustrie und Banken haben schon vor 2003 verbindliche Verhaltensregularien und ethische Grundsätze für alle Mitarbeiter aufgestellt. Sollten Einzelne dagegen verstoßen, dann kann man den Unternehmen nicht per se mangelndes Verantwortungsgefühl vorwerfen. Diese haben gerade ein fundamentales Eigeninteresse, dass eklatante Verstöße u.a. mit einem Berufsverbot belegt werden.