Mit Betriebskindergärten ist Frauen-Gleichbehandlung nicht zu erreichen

Wenn jede zweite Frau gar keine Kinder hat, läuft das Gerede von den mangelnden Vereinbarkeit von Beruf und Familie ins Leere – und Männer müssen sich neue Argumente suchen, warum Frauen seit mehreren Jahrzehnten so benachteiligt werden. Zumindest für diesen Teil der weiblichen Belegschaft.

Männer mag die hohe Zahl überraschen, Frauen nicht: 62 Prozent der weiblichen Führungkräfte in Deutschland haben schon Diskriminierungen wegen ihres Geschlechts im Job erleben müssen.Egal wie alt, egal ob Teilzeit- oder Vollzeitjob und egal, ob kinderlos oder nicht. Die Umfrage kommt vom Berufsverband die Führungskräfte (DFK) in Essen – er vertritt 25 000 Manager bundesweit -, befragt wurden 130 Managerinnen und die Umfrage ist repräsentativ.Dass die Zahl so hoch ist, überrascht denn auch den DFK-Geschäftsführer Ulrich Goldschmidt.

 

Ausgebremst – und zwar nicht von Kindern zuhause

Für eine weitere Frage wurden denn auch zusätzlich 450 Männer in Führunsgpositionen befragt: Warum denn nun so wenig Frauenan die Führungsspitze vordringen – zumal ja keine zweite Frau gar keine Kinder hat – und diejenigen, die es zum Beispiel in einen Dax-Vorstand geschafft haben, fast alle keine Kinder haben.
Witzigerweise suchen die Befragten dennoch permanent den Grund bei der Kinderbertreuung: 32 Prozent der Männer glauben, dass die Frauenkarrieren stagnieren wegen Kindern. Wie sie sich die Stagnation dann bei den vielen kinderlosen Frauen erklären, würde mich mal interessieren.

Gerade mal 22 Prozent der Manager kommen zu der Einsicht, dass die zentrale Ursache dieser ausgebremsten Karrieren bei den Männern zu suchen ist, die ja fast immer über die Karriere der Frauen entscheiden. 24 Prozent ihrer Kolleginnen sehen das genauso.

 

Frauen sind einfach schlecht in Eigen-PR

18 Prozent der Managerinnen haben immerhin verstanden, dass sie sich schlecht vermarkten im Job.
Und auch zur Perspektiven befragte der DFK die Führungskräfte: 40 Prozent der Managerinnen unter 40 Jahren fordern einen Kulturwandel in den Unternehmen. Bei dern Frauen über 50 Jahre liegt die Zahl bei 45 Prozent. Von den jüngeren Frauen träumen dagegen 25 Prozent von Führungspositionen als Teilzeitstellen – und zwar für Männer wie Frauen. Dass sich viele mehr und qualifiziertere Kinderbetreuung wünschen, ist auch nicht erstaunlich.

Die Einsicht von Ulrich Goldschmidt ist denn auch: Mit dem Einrichten von Kindergärten sei es nicht getan. Diese Idee sei ein Holzweg. Eine „klare Botschaft an die Unternehmensleitungen mit konkreten Zielvorgaben und konsequenter Förderung von Frauen“ sei erforderlich.

http://www.die-fuehrungskraefte.de/startseite/news-detailansicht/?tx_ttnews[tt_news]=1695&cHash=3ad7a5c1bae50dd0b3414a674f5a4aa3

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Alle Kommentare [3]

  1. Frau Tödtmann, ich denke, dass Sie einen der Hauptgründe selber liefern: Die Männer seien an allem schuld, sagen die Frauen! Kein Wort von Ihnen über die merkwürdige Tatsache, dass auch fast alle Erfindungen und Patente von Männern gemacht werden. Kein Wort von Ihnen zur Frage, weshalb die vielen ausgebremsten und ach so diskriminierten Frauen es nicht machen wie viele Männer, nämlich einfach eine Firma gründen, sich hoch verschulden, alles auf eine Karte setzen, zehn Jahre lang 70-80 Stunden die Woche bis zum Umfallen arbeiten um sich dann später von Frauen wie Ihnen vorhalten zu lassen, dass sie erfolgreiche MÄNNLICHE Chefs sind. Was hinderte SIE zum Beispiel, mit IHRER tollen Geschäftsidee und zehn Jahren totalem und radikalem Einsatz ihrer Arbeitskraft, es ebenso zu machen wie viele Männer?

    Zudem kann ich Ihnen aus eigener Erfahrung sagen, dass viele Frauen (alle, die ich beruflich und privat kenne) offenbar aufgrund anderer Präferenzen schlicht nicht Chef werden WOLLEN und es sind eben nicht wir Männer, welche das zu bewerten oder zu erklären haben. Ihre Herangehensweise ist hingegen die beste Erklärung, weshalb man uns Männer auch fesseln und knebeln könnte – ihr Frauen werdet es in Führungspositionen uns niemals gleichtun, weil Frauen zwar gerne ANDERE Frauen in Führungspositionen vertreten sehen (es sei denn, es ist die eigene Kollegin…), aber bitte nicht selber führen wollen – schon gar nicht mit allen Konsequenzen, die dazugehören („So bekloppt können doch nur Männer sein“ – hört man dann, BEVOR Mann erfolgreich ist – danach wurde Frau natürlich diskriminiert).

  2. Diese Ergebnisse sind erschreckend – aber leider nicht ganz verwunderlich in einem Land, dessen Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Selbstdarstellerin Kristina Schröder ist.

  3. Nächstes Thema: Die Benachteiligung von Frauen jenseits der 45/50 bei der Arbeitsplatzsuche. Das wäre dann endlich mal ein Thema, bei dem Männer nicht nur Beklagte sondern gleichermaßen auch Betroffene sind.