Je professioneller die Führungskräfte, umso weniger Burnout-Fälle in der Belegschaft

Was hilft, den Stress im Job zu minimieren? Ersten ein guter Chef, zweitens große Gestaltungsspielräume und drittens ausreichend Pausen. Kommt viel zu viel Arbeit dazu, hoher Zeitdruck und gleichzeitige Arbeit an mehreren Projekten, haben Sie gute Chancen auf einen Burnout. Oder wie auch immer man diesen Erschöpfungszustand bezeichnen mag, den es auch schon gab, bevor sich der Ausdruck Burnout in der deutschen Sprache Einzug hielt. Festgestellt wurde dies im Rahmen einer Untersuchung der Universität Dusiburg-Essen, teilt die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie mit.

Dass ein Burnout vorliegt, merkt man an diesen Symptomen: Der Betroffenen kann nicht abschalten und kann sich auch nicht mehr in seiner Freizeit erholen.

Die Tipps zur Gegenwehr lassen sich vom Angestellten jedoch nur sehr begrenzt beeinflussen:  Gute Führungsqualität des Vorgesetzten schützt ihn vor einem Burnout – gerade das dürfte eins der weit verbreitesten Phänomene sein. Funktioniert doch in den meisten Unternehmen die Beförderungspraxis und Fuhrungskräfte-Auswahl nach dem Motto: Den besten Schraubendreher machen wir zum Chef, dem Oberschraubendreher – und dann ärgert sich die ganze Abteilung die nächsten Jahre über unprofessionelles Management.

Ein fast aberwitziges Ergebnis der Untersuchung: Insbesondere die sehr leistungs- und lösungsorientierten Kollegen sind gefärdet.Denn ihnen bürdet man immer mehr auf – genau weil sie zuverlässig und gut alles abarbeiten.

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Alle Kommentare [3]

  1. Hallo Frau Tödtmann, Danke für den interessanten Beitrag. Gefällt mir, dass sie praktisch das Peter-Prinzip erwähnen: der beste Schraubendreher kann der schlechteste Menschenlenker sein.

  2. Hallo Frau Tödtmann, sehr wahr, herausforderndes Thema. Was, wenn es in der ganzen Firma keine Menschenlenker an den Schlüsselpositionen gibt? Der erste Menschenlenker an der „richtigen“ Position ist auch der erste weitere Burn-Out-Kandidat oder Mobbimg-Opfer, weil er anders ist und dich in einer Verteidigungsrolle befindet. Dazu „Insbesondere die sehr leistungs- und lösungsorientierten Kollegen sind gefärdet.Denn ihnen bürdet man immer mehr auf – genau weil sie zuverlässig und gut alles abarbeiten.“ aus meiner eigenen Erfahrung: Ja, ich war genau so eine lösungsorientierte Kollegin und bekam immer mehr… weil ich es ja so schnell und gut kann. Diese als Kompliment verpackte Menschenverachtung war für mich das Schlimmste. Vielen Dank für den guten Artikel.

  3. Leider richtet sich die Beförderungpolitik ja auch nur selten danach, wer gut führen kann oder wer ein guter Teamplayer ist, wird Chef.

    Und ja, Sie haben recht: es ist ungerecht, immer denen noch mehr Arbeit obendrauf zu packen, die sich abrackern, um zuverlässig zu sein – und die anderen sich dadurch noch weniger einbringen müssen.