Christiansen: „Ich bin eine Quotenfrau“ – Normalo-Frau will (doch) die Quote

Es kommt eben immer darauf an, wen man befragt. Fielen in den vergangenen Monaten ausgerechnet die Frauen durch Illoyalität gegenüber „den restlichen“ Frauen auf , die es selbst an die Spitze geschafft hatten und keine Sorgen mehr machen brauchen. So zeigt ein repräsentative Umfrage unter 1000 Frauen des britischen Marktforschungsinstituts YouGov jetzt doch ein anderes Bild: Danach wollen 56 Prozent der Befragten Damen in Deutschland eine feste Quote – und nur noch 35 Prozent nicht.
Ausser acht blieb leider – wie meist – die Mütterquote, wie sie schon in der CSU gefordert wurde. Denn die Frauen mit Kindern – und manchmal auch einem mann dazu – sind es ja, die stärker diskriminiert werden als kinderlose Frauen.
Bester Beleg: All die Damen an der Spitze in den Dax-Vorständen, aber auch die neue IBM-Chefin Martina Köderitz oder die Ikea-Anführerin Petra Hesser konnten sich auf ihre Karriere konzentrieren – und mussten nicht nebenbei als Zweit-Company, einen Familienbetrieb managen. Einzige Ausnahme unter den Managerinnen, die mir spontan einfällt: Regine Stachelhaus von Eon, sie hat ein Kind.

Frauen fördern andere Frauen nicht.


Dass Frauen an der Spitze dafür sorgen, dass auch andere Frauen hoch kommen, ist längst – auch durch Studien – widerlegt. Hätten Sie es bislang getan, wäre das peinliche Problem der niedrigen Frauenquote gerade in den deutschen Chefetagen vielleicht nicht gar so dramatisch. Und dass sie alleine sich nicht lange an der dax-Spitze halten können, haben alle Damen wie Christine Licci oder Karen Dorepaal in der Epoche vor der derzeitigen Damenriege bewiesen. Sie kamen und waren rasch wieder weg vom Fenster.

Sabine Christiansen: „Ich bin eine Quotenfrau.“

Doch zurück zur fadenscheinigen Begründung der derzeitigen Machthaberinnen: Frau wolle keine Quotenfrau sein. Dabei: Wer sagt den Ladies eigentlich, dass sie selbst keine waren? Ist es nicht immer schon schick gewesen, mal eine Vorzeigefrau zu installieren für die Political Correctness? Vermutlich waren sie´s alle, aber man sprachs nur hinter vorgehaltener Hand aus. Selbst Sabine Christiansen erzählte neulich freimütig in der „Bunten“, dass sie natürlich eine Quotenfrau war. Und warum auch nicht. Wenn über 90 Prozent der Männer bislang Quotenmänner sind und sich dafür auch nicht schämen. und wer sich dafür schämt, kann ja individuell ein an sonsten tolles Job-Angebot in den Wind schlagen – aber muss er es gleich allen anderen versauen?

Verängstigte Männer

Dass die Männer die Frauenquote nicht wollen, ist evident:
Jeder Gesetzeszwang ist lästig, egal ob Frauenquote oder Abgasvorschriften.
Manch einer fürchtet sich tatsächlich vor einer Fraueninvasion, die ihn womöglich seinen Stuhl kosten könnte. Was angesichts der Demographie und dem Führungskräftemangel, von dem die ersten Unternehmensberater schon berichten, unwahrscheinlich ist.
Ganz abgesehen davon, dass sie schlicht Angst vor einer vermeintlichen Unberechenbarkeit von Frauen haben. Aber das jedenfalls dürfte eine Frage der Zeit sein, sie lernen sie dann ja kennen.
Und zuguterletzt: Jeder, der Angst vor Machtverlust hat, wird seine Macht verteidigen.

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