Kundenorientierung: Die Geheimnisse eines guten Dienstleisters

Arrogante Verkäuferinnen in Parfümerien plagen schon jahrzehntelang die Kundinnen. Wie sie einen erst mal von oben bis unten mustern, ganz offen und ohne Scham. Wie sie einen von oben herab behandeln und das Gefühl ermitteln, man sei nicht gut genug für ihren Laden. Immer wieder war das ein Thema von „Brigitte“-Kolumnistinnen. Selbst eine gestandene Unternehmerin aus derselben Branche habe ich schon auf der Düsseldorfer Königsallee in einer Parfümerie über eine Parfümerie-Angestellte schimpfen hören „Was bildet die sich ein – mit dem Gehalt?“

 

Vermutlich war dieses Phänomen ein Grund, wieso sich der Online-Handel für Düfte und Cremes schnell etablierte. Doch einen Branchenprofi gab es, der sich immer schon darüber ärgerte: Frank Schnitzler, der Duftpapst aus Düsseldorf. Er machte schon vor Jahren im „Handelsblatt“ seinem Ärger Luft über Parfümerie-Verkäuferinnen, die Kunden vertreiben.

 schnitzler

Heute, nachdem er seine Parfümerie-Kette Schnitzler verkauft und eine jährliche, internationale Duftmesse für Hersteller und Händler mit dem Namen „Global Art of Perfumery“ mit über 100 Austellern ins Leben gerufen hat, hat er diese Malaise immer noch nicht vergessen. Im Gegenteil. Er lässt Angelika Sewing, eine Lehrmeisterin für Parfümerieverkäuferinnen und Direktorin beim Vertreiber von Exklusiv-Parfums Nobilis Fragrances auf der Messe referieren – über Kundenorientierung.

 

Und wenn man so liest, was Sewing im einzelnen den Duft-Geschwadern beibringen will, wünscht man sich, dass auch so manche Arzthelferin oder andere Dienstleister hier in die Schule ginge:

– Dass sie zuallererst mal hinhören sollen. Um dann dem Kunden Schritt für Schritt zum gewünschten Duft zu führen – der seinen    Kaufwunsch oft nicht in genaue Worte fassen könne.

– Dass sie nicht dem Kunden das andrehen sollen, was ihrem persönlichen Geschmack entspricht, sondern dessen Vorliebe bedienen.

– Und dass sie ihrem eigenen Ego widerstehen und neutral bleiben müssten, eben professionell sein.

Dann käme man auch mit den schwierigsten Kunden zurecht.

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Alle Kommentare [2]

  1. Danke für das Klarmachen einfachster Dienstleistungsanforderungen. Leider finden sie in der Praxis nach wie vor viel zu selten Anwendung. Und wenn, dann ist man als Kunde selig, schwärmt, inspiriert andere und bleibt!