Arbeitsverdichtung produziert Fehler

Was sind die Ursachen für Fehler in der Pflege von Kranken und älteren Menschen? Arbeitsverdichtung, zu wenig Zeit und Personalmangel, lautet das Ergebnis, das einer repräsentativen Befragung der Hochschule Bremen unter 1 100 Mitarbeitern aus 76 Seniorenheimen und Krankenhäusern herauskam. ImKlartext: Zu viel Arbeit für zu wenig Mitarbeiter sorgt für Fehler im Job. Klingt banal, oder? War aber denjenigen, die für die Arbeitsverdichtung sorgen, trotzdem wohl nicht klar. Oder ist es ihnen nur egal? Weils in diesem Bereich – bei Kranken und Ptienten,die relativ wehrlos sind – schwerer nachweisbar ist als bei einem Industrieprodukt? Oder weil´s die eigene Prämie gefährden würde, wenn man der Qualität der Arbeit Vorrang einräumen würde?

Klar ist aber auch: Diese Fehler können dennoch teuer zu stehen kommen, womöglich nur zeitversetzt. Wenn sich die Führungskräfte schon in Sicherheit gebracht haben. Ins nächste Unternehmen.

Die andere Variante: Auch den Unternehmensberatern, die die Entlassungen anraten, ist es egal, was dieFolge ist. Dass allzu arbeitsverdichtete Mitarbeiter teure Fehler verursachen. Dann sind auch die Unternehmensberater längst über alle Berge und in der nächsten Firma. Sind weiter vagabundiert. Hauptsache, sie haben ihre Honorare kassiert mit den immer gleichen, simplen und fruchtlosen Ratschlägen für ihre Auftraggeber.

Was aber weder Management noch Berater begreifen, aber Profis für Gesundheitsmanagement wie der Bielefelder Professor Badura  längst erkannt haben: Die psychischen Erkrankungen, die durch diese Überbelastung namens Arbeitsverdichtung entstehen, sind am Ende des Tages für die Unternehmenauch teuer. Wenn die wenigen Mitarbeiter lange ausfallen, Verdienst-Chancen nicht wahrgenommen werden können und nötige Arbeiten unerledigt bleiben. Denn psychische Erkrankungen dauern lange. Sie werden schon eins der ganz großen Probleme der Unternehmen sein, prophezeien Experten wie Badura.

Doch das Fazit, das Überlastung für mehr Fehler sorgt, dafür hätte man eigentlich keine Umfrage oder Untersuchung gebraucht. Das liegt doch auf der Hand. Auch wenns die Unternehmensberater in keinem Beipackzettel als Nebenwirkung aufführen.

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Alle Kommentare [1]

  1. „Doch das Fazit, das Überlastung für mehr Fehler sorgt, dafür hätte man eigentlich keine Umfrage oder Untersuchung gebraucht. Das liegt doch auf der Hand.“

    Für diese `Erkenntnis` hätte man in der Tat keine weitere Umfrage gebraucht. Gerade in dem Pflegebereich macht doch v.a. Claus Fussek immer wieder auf die eklatanten Fehler und Mängel aufmerksam. – Bisher aber leider als Rufer in der Wüste…

    Bedenken sollte man aber zumindest auch, dass zum einen psychische Erkrankungen sich nicht erst dann zeigen, wenn der oder die Pflegekraft nicht mehr zur Arbeit kann. Viel eher zeigt sich so etwas schon davor im Umgang mit den zu pflegenden Personen (hier besteht die Gefahr der `Verdinglichung` der Heimbewohner). Zum anderen muss man bei einer solchen Diskussion auch die Angehörigen der Heimbewohner mit ins Boot holen, die mit einem gewissen Interesse, sowie einer kritischen Betrachtung der Zustände, im Kleinen so manches erreichen können.