Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Daniel Schneider, Gründer und Geschäftsführer des Immobilienentwicklers Monoplan. Mit Standorten in Zürich, Frankfurt und Athen betreut er Hotelmarken weltweit wie Ameron oder Innside.

Daniel Schneider (Foto: PR/Schneider)
Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.
Wir entwickeln und planen Hospitality- und Immobilienprojekte von A bis Z, von der Analyse bis zur Eröffnungs-Zeremonie.
Womit beginnt Ihr Tag?
Erstens Kaffee um 6.20 Uhr, zweitens Kaffee um 6.30 Uhr, News Update, was in der Welt geschah, bis 6.40 Uhr, und bis die Kids aufstehen, genieße ich die Ruhe vor dem Sturm.
Was unterscheidet Sie von anderen im Auftreten und im Behave im Job?
Früher mit Small Talk, als wir noch eine kleine Familie waren – und heute zumindest mit einem Satz oder Spruch in der Muttersprache des Mitarbeiters … Und das sind einige!
… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?
Die alten Hasen kennen das Ritual und sehen das, denke ich, auch als solches – bei den neuen und jüngeren Mitarbeitern strahlt mir oft eine Mischung aus Unverständnis und fast schon peinlicher Berührung entgegen
Tee oder Kaffee?
Kaffee. Tee nur nach zu viel Alkohol, der Wiesn oder wenn ich krank bin. Ausnahme sind Besuche bei meinen Eltern beziehungsweise meiner Mutter – dann immer Ostfriesen-Tee.
Ihr Spitzname ist …?
Im Geschäft „Brenner“, bei den Mitarbeitern „Dori“ (Chef-Alzheimer). Privat „Doc Schneider“, alias Doc Holiday, dem Freund von Wyatt Earp – Spieler, Revolverheld und Zahnarzt.
Verraten Sie eine Marotte.
Ich trete beim Laufen nicht auf Fugen von Platten auf Gehwegen, sondern weiche ihnen aus – schon seit meiner Kindheit.
Was bringt Sie in Harnisch?
Wenn ich die Haustür öffne und von einer wilden Sammlung von Schuhen, Jacken, Rucksäcken, Hundehaaren und Paketen im Eingang begrüßt werde.
…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?
Mein Fetisch am Sonntag: mit der gesamten Familie zu frühstücken und dafür gefeiert zu werden, alles vorbereitet zu haben.
Was möchten Sie gerne in Rente machen?
Ich plane, anders zu arbeiten und mich sukzessive auf Dinge zu fokussieren, die mir besonders Spaß machen. Hotels und Reisen sind nun mal das, was ich besonders gut und gerne mache.
Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Intelligenz, Bescheidenheit und Motivation, wenn man das, was man macht, mit Hingabe und Passion macht. Das kann das Kochen für die Familie, Tennisspielen oder die Arbeit auf der Großbaustelle sein. Try to be best in what you do – egal was es ist. Das finde ich sowohl privat als auch geschäftlich bewundernswert und inspirierend.
Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?
Spiegel-Online-Abo, Adidas-Superstar-Schuhe und meinen Toaster, denn ich toaste alles
Was war Ihr peinlichster Moment?
Während meiner Zeit als Mitglied der Geschäftsleitung eines Architekturbüros, also vor meiner Selbstständigkeit, wurde ich zu unserer Niederlassung in Brasilien geschickt, um dem dortigen Geschäftsführer auf die Finger zu schauen und einen Bericht über seine Eignung zu schreiben. Dieses Feedback fiel vernichtend aus – leider habe ich beim Versand des Berichtes den Geschäftsführer versehentlich in cc: gesetzt und ich konnte quasi live zusehen, während er die E-Mail an seinem Schreibtisch gegenüber las … ein heißer Moment! Am Ende musste er gehen und ich wurde Geschäftsführer.
Auf welches Erlebnis hätten Sie lieber verzichtet?
Auf die Zeit während Covid. Wir mussten als Shareholder enorm viel Geld in die Firma einlegen und auf unseren Lohn verzichten, da wir keinen Mitarbeiter entlassen und auch keine Kurzarbeit angemeldet haben. Parallel hatten wir einen Mietvertrag für unser Büro unterschrieben und waren im Ausbau der Mietflächen, und die Bank hat ihre Finanzierungszusage zurückgezogen. Das war hart und wir haben enorm geblutet.
Privat war die schwere Tabletten- und Alkoholabhängigkeit meines Vaters im Alter für mich ein einschneidendes und emotional enorm schwieriges Erlebnis mit allen Tiefpunkten, die dazugehörten.
Welche Eigenschaft haben Sie von Ihrer Mutter übernommen?
Dass es immer und an Allem eine Chance und etwas Positives gibt – wie bei Monty Python
Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?
Aktuell Außenminister der USA, gleichzeitig auch der nationale Sicherheitsberater – sicher ein sehr spannender Job, in dem man viel bewirken könnte…

(Foto: Privat)
„Meine erste Rolex war ein Geschenk meines ersten Bauherrn mit der Gravur `Dolce Vita 2006`. In dem Jahr habe ich mich selbstständig gemacht, deshalb hat sie einen besonderen Wert für mich,“ erzählt Daniel Schneider.
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