Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Crowdfox-Chef Dirk Schäfer, der mit seinen Kunden lieber Zucchinis würfelt, statt sich in Power-Point-Präsentationen zu verlieren

 

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Dirk Schäfer, Chef des Einkaufsoptimierungsunternehmens Crowdfox und Ex-Geschäftsführer der Beratung Kerkhoff Consulting, die auf auf Einkauf und Lieferkettenmanagement spezialisiert ist.

 

Dirk Schäfer von Crowdfox (Foto: C.Tödtmann)

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

Crowdfox digitalisiert den Einkauf all jener Dinge, die niemand gern bestellt – vom Bürostuhl bis zum Toner. Damit es schneller, günstiger und ein Stück eleganter läuft.

 

Womit beginnt Ihr Tag?

Um sechs Uhr geht der Wecker. Dann folgt die Hunderunde bis 6:30 Uhr. Bis sieben Uhr gibt es eine Riesenschüssel Obstsalat für den Tag, dann bringe ich unser Kind zum Bus. Ab 7:30 Uhr bin ich am Rechner zuhause, ins Office fahre ich nach dem Stau und den ersten Videokonferenzen gegen zehn Uhr.

 

Was unterscheidet Sie von anderen im Auftreten und im Behave im Job?

Mein halber Freundeskreises stammt aus 25 Jahren Berufserfahrung. Unser Haus ist im Dauereinsatz: offene Küche, großer Esstisch, immer Gäste – Berufliches und Privates mischen sich. Ich habe schon Kundenbeziehungen mit „Lass uns mal zusammen kochen“ gestartet. Das schafft deutlich mehr Nähe und damit Vertrauen, gemeinsam Zucchini zu würfeln, als sich in PowerPoint auf Folie 108 zu verlieren. Auch in unserem Haus in Österreich laden wir regelmäßig Gäste aus dem beruflichen Umfeld ein. Für mich geht es am Ende immer um Beziehungen – egal ob privat oder im Job.

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

„Er redet oft über ganz andere Dinge als das, was auf der Agenda steht“. Und sie fragen sich manchmal, ob wir noch im Meeting oder schon im Off sind. Aber genau daraus entstehen oft die besten Ideen – und irgendwann merken sie: Er hatte trotzdem einen Plan. Also meistens zumindest.

 

Tee oder Kaffee?

Tee. Assam. Nie Darjeeling und schon gar nicht Earl Grey. Nie Kaffee.

 

Ihr Spitzname ist…?

Dirkovic – für den kroatischen Teil meiner Familie.

 

Verraten Sie eine Marotte.

Lego-Technik Modelle bauen. Ich habe über 150 Modelle zu Hause. Das Büroregal ist bestückt, der gesamte Keller ist voll. Meine Frau ist halbwegs begeistert. Die Nachbarskinder umso mehr.

 

(Foto: Privat)

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Einseitige Beziehungen, in denen der eine nur gibt, der andere nur nimmt. Und Geiz.

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Ich plane gern – vorzugsweise in nahtloser Abfolge von Terminen und Unternehmungen. Laut meiner Frau zu eng getaktet. Ich will nie wertvolle Zeit verschwenden. Leider fehlt es dadurch manchmal ein wenig an Spontanität.

 

Was möchten Sie gerne in Rente machen?

Ich bewerbe mich als Sommer-Betreiber der Wertschacher Alm in Kärnten.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Ich erzähle gern, ich höre gern zu. Und ich schätze es besonders, wenn andere Menschen das auch tun. Und wenn Sie die Fähigkeit haben, sich nicht ungefragt in mein Leben einzumischen.

 

Auf welche drei Dinge wollen Sie nie verzichten?

Mein Fahrrad, Berge, mein Navigationssystem.

 

Was war Ihr peinlichster Moment?

Wir waren zum Projektabschluss in Wien bis sechs Uhr morgens in einer Karaoke-Bar. Um acht Uhr war die Abschlusspräsentation beim Kunden. Wir fanden uns präsentabel. Der Kunde nicht. Wir wurden rausgeschmissen – alle. Ich habe mich gefühlt wie ein 19-jähriger Erstsemester. Das brauche ich nie wieder.

 

Auf welches Erlebnis hätten Sie lieber verzichtet?

Auf ein Fußballspiel in Wanderschuhen in den Schweizer Bergen, bei dem ich mir die Bänder gerissen habe.

 

Welche Eigenschaft haben Sie von Ihrer Mutter übernommen?

Genießen zu können.

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das? 

Lego-Designer.

 

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*