Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Renato Fazzone, Deutschland-Chef der Unternehmensberatung FTI Consulting

Renato Fazzone (Foto: FTI/PR)
Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.
Restrukturierung, Cyber-Angriffe, Wirtschaftskriminalität, Reputationsschäden – das sind Fälle, in denen unsere Berater von FTI Consulting zur Hilfe geholt werden.
Womit beginnt Ihr Tag?
Um sechs Uhr aufstehen, dann eine halbe Stunde für mich mit einem Kaffee auf der Terrasse. Danach bereite ich die Trinkflaschen und Frühstücksboxen meiner drei Kinder – sie sind drei, fünf und acht Jahre alt – vor und bespreche mit meiner Frau, wer wen meiner drei Kinder zu Schule und Kita begleitet.
Was unterscheidet Sie von anderen im Auftreten und im Behave im Job?
Es kommt durchaus vor, dass ich die IT-Verkabelung beim Mandanten selbst in die Hand nehme und unter den Tischen die Stecker verschalte. Ich bin Sohn italienischer Einwanderer, bin in einer Hochhaussiedlung groß geworden und habe gelernt: Den Platz am Tisch bekommt man nicht automatisch angeboten. Man muss sich trauen, ihn einzunehmen.
… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?
Er muss manchmal lernen, sich zurückzuhalten. Er sollte einfach mal sitzen bleiben und andere machen lassen, die das können.
Tee oder Kaffee?
Espresso. Kein Filterkaffee. Da bin ich Italiener.
Ihr Spitzname ist…?
Rena
Verraten Sie eine Marotte.
Ich mache mir ständig Kaffee – und lasse ihn dann einfach irgendwo stehen ohne ihn getrunken zu haben. Danach mache ich noch weitere Tassen. Die dann an anderen Stellen herumstehen.
Was bringt Sie in Harnisch?
Unpünktlichkeit. Privat wie beruflich. Habe ich einen Termin, bin ich immer früher da. Das erwarte ich das auch von anderen. Und: Wenn ich merke, dass Menschen nicht richtig zuhören.
…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?
Dass ich ständig versuche, die Welt mit Fußballanekdoten zu erklären.
Was möchten Sie gerne in Rente machen?
Ein Restaurant betreiben, ganz klein, vier Tische und jeden Tag etwas Neues auf der Karte. Das würde ich gern machen. Aber ob ich mich das trauen würde eingedenk der harten und unromantischen Realität in der Gastronomie? Da bin ich mir nicht sicher.
Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Ehrlichkeit. Geradeheraus-Sein. Auch wenn die Wahrheit vielleicht weh tut. Und trotzdem zusammen lachen können.
Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?
Meine Playstation, meine Outdoor-Küche und mein iPad.
Was war Ihr peinlichster Moment?
Ich habe privat bei der Kochshow „MasterChef“ teilgenommen. Meine Aufgabe war, einen Biskuitteig zu machen. Das hatte ich noch nie gemacht und der Teig wurde hart wie Stein. Er war nicht nutzbar. Klar, dass dies viele meiner Kollegen und Kunden gesehen hatten. In den nächsten Wochen gab es für meine großartige Performance immer wieder Kommentare.
Auf welches Erlebnis hätten Sie lieber verzichtet?
Das war kurz nach Corona, bei einem virtuellen, internationalen Management-Meeting. Das T-Shirt in den Videokonferenzen mit meinem Technologie-Segment war für mich schon komplett normal geworden. Unser CEO sah das anders. Dessen Kommentare hierzu zogen sich durch das ganze Meeting. Bis heute bin ich mir nicht sicher, ob er das wirklich lustig fand. Das brauche ich so nicht wieder.
Welche Eigenschaft haben Sie von Ihrer Mutter übernommen?
Meine Mutter hat es nie als selbstverständlich angesehen, dass sie es zusammen mit meinem Vater in Deutschland ‚geschafft‘ hat. So ergeht es auch mir: von der Hochhaussiedlung im Frankfurter Vorort heute in die Glastürme der wichtigsten Unternehmen der Welt: Das ist für mich auch heute noch nicht selbstverständlich und dieses Gefühl verbindet uns sehr.
Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?
Profi-Fußballtrainer. Ein Praktikum bei Jürgen Klopp, wenn der wieder arbeitet. Da würde ich sofort und bedingungslos zusagen.


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