Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet ESA-Astronautin Nicola Winter, sie ist Mitglied der ESA-Astronautenreserve, ADAC-Pilotin, Bestseller-Autorin und Dozentin für Krisen- und Notfallmanagement

Nicola Winter (Foto PR/Nicola Winter)
Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.
Ich versuche, das Niveau von Führungskräften und Teams in deutschen Konzernen ein wenig anzuheben.
Womit beginnt Ihr Tag?
Mit Panik – um 7.20 Uhr springe ich 20 Minuten zu spät aus dem Bett, um meine Tochter aufzuwecken und irgendwie pünktlich in den Kindergarten zu bringen. Da schließt die Tür um 8.30 Uhr- und das ist im Moment die härteste Tür in meinem Leben.
Was unterscheidet Sie von anderen im Auftreten und im Behave im Job?
Ich bin einfach nett. Wir sind im Moment jeden Tag von so vielen mies gelaunten, gestressten Menschen umgeben, da macht es für viele schon einen großen Unterschied, wenn jemand einfach mal nett ist. Die Verkäuferin in der Bäckerei morgens, die Mitarbeiter an der Flughafen-Security, Teams-Sitzungen – ich bin einfach mal nett, lächle und frage die Menschen nach ihrem Tag. Pervers, dass das schon einen Unterschied macht. Ist aber so.
… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?
Meine Mitarbeiter müssen auch nie nach einer Gehaltserhöhung fragen, oder nach Frei an einem Brückentag. Ich bin selbst nicht nur Chefin, sondern auch Mitarbeiterin. Und wie doof ist es, seinen Mut zusammen nehmen zu müssen, damit die anderen den eigenen Wert erkennen? Tue ich meinen Leuten nicht an.
Tee oder Kaffee?
Sehr viel Kaffee. Habe kein Koffeinproblem…nur eins ohne.
Ihr Spitzname ist…?
Bam Bam. Die meisten meiner Pilotenkollegen kennen mich nur so – nach dem kleinen aus den `Feuersteins`.
Verraten Sie eine Marotte.
Ich hasse es, früh aufzustehen. Ich tue es, weil das Leben mich zwingt – aber vor zehn Uhr morgens bin ich nicht gut ansprechbar.
Was bringt Sie in Harnisch?
Menschen an Flughäfen… die in so einem Bummeltempo im Weg rumschlendern und dann immer an Engstellen stehen bleiben. Man nennt sie wohl auch Touris… aber nicht jeder ist im Urlaub – manche von uns haben es eilig!!
…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?
Das ich im Moment oft abgehetzt bin und erst kurz vor knapp einfliege, weil mein Terminkalender zu voll ist.
Was möchten Sie gerne in Rente machen?
Stricken, Kuchen backen, eine Lego-Welt im Keller erschaffen.

(Foto: Privat)
Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Herzlichkeit und Großzügigkeit. Menschen, die untereinander alles auf 30 Cent genau abrechnen müssen, sind nicht mein Ding.
Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?
Kaffee, Gummibärchen, Handy
Was war Ihr peinlichster Moment?
Eigentlich ist mir nichts peinlich – nur vor ein paar Wochen war meine Buchpremiere groß im Rahmen des Cologne Comedy Festivals angekündigt. Als super witzig und lustig… aber eine schöne Buchpremiere mit einem spannenden Vortrag und einer lustigen Comedyshow mit ´Crowd´ zu verbinden war …anspruchsvoll. Das war dann doch `interessant` für mich.
Auf welches Erlebnis hätten Sie lieber verzichtet?
Ich bin zwar eine ganz wunderbare Pilotin – setze mein Auto aber beim Parken regelmäßig gegen Bordsteinkanten, Zäune oder Pfosten.
Welche Eigenschaft haben Sie von Ihrer Mutter übernommen?
Absoluten Biss und Durchhaltevermögen, wenn‘s ungemütlich wird.
Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?
Verteidigungsministerin. Würde ich sofort machen – da könnte man auch schon in kürzester Zeit richtig was bewegen. Oder Raumfahrtmanager für Deutschland – da würde ich 24 Stunden durcharbeiten und mal wieder richtig Projekte anschieben! Zeit wär’s.
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