Fragebogen „Nahaufnahme“ mit All3Media-CEO Taco Rijssemus, der nie ohne seine Yogamatte reist

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Taco Rijssemus, CEO der Fernsehproduktion All3Media für Deutschland, Niederlande und Belgien, die ihren Hauptsitz in London hat

 

Taco-Rijssemus (Foto: PR/All3Media)

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

All3Media ist ein international führendes Medienunternehmen, das Bewegtbildinhalte für TV- und Streaming-Plattformen sowie Social Media entwickelt und produziert.

 

Womit beginnt Ihr Tag?

Um sechs Uhr mit Yoga. Dann gibt es eine Tasse Kaffee mit meinem Terminkalender.

 

Was unterscheidet Sie von anderen im Auftreten und im Behave im Job?

Ich komme mit dem Fahrrad zur Arbeit. Der CEO auf dem Fahrrad überrascht die meisten dann immer noch. Und ich spreche meine Mitarbeiter überall an – auch auf dem Gang.

 

 … und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Auch wenn es anfangs für einige gewöhnungsbedürftig war, dass der CEO einen plötzlich so direkt anspricht. Manche fühlen sich überfahren. Man ist diese offene und direkte Kultur nicht gewohnt.

 

Tee oder Kaffee?

Vorzugsweise immer Kaffee. Um meinen Blutdruck ein wenig in Schach zu halten, bin ich am Nachmittag erst vor einiger Zeit auf Tee umgestiegen.

 

Ihr Spitzname ist…?

Meistens ist es eine Abkürzung aus ‘Taac’ oder man nennt mich ‘Mus’, von Rijssemus abgeleitet. Auf Niederländisch bedeutet dies übrigens ‘Spatz’ – meine Freunde finden das sehr lustig.

 

Verraten Sie eine Marotte.

Ich habe eine große Vorliebe für Sprachen. Für mich als Niederländer ist es ein Privileg, in Deutschland zu arbeiten. Jedes Mal, wenn ich ein neues Wort, eine neue Aussprache höre, schreibe ich es auf. Das Wort Marotte habe ich hier zum ersten Mal gehört – und auch notiert 😊. Das ist dann wohl meine Marotte.

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Für mich als Holländer die Bürokratie. Für alles gibt es ein Gesetz. Ohne Legal-Experten kann man selten loslegen. Natürlich gibt es diese Bürokratie auch in anderen Ländern, aber Deutschland ist schon sehr speziell. Leider werden dadurch und die vielen Vorschriften vielversprechende und innovative Initiativen behindert beziehungsweise verlangsamt. Dabei hat Deutschland in Sachen Innovation so viel zu bieten. Aber man bremst sich gerne selbst aus.

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Meine Direktheit. Die stößt nicht nur auf Gegenliebe.

 

Was möchten Sie gerne in Rente machen?

Ich möchte gerne wieder schreiben. Ich habe meine Karriere als Journalist gestartet und wenn ich eines sehr vermisse, dann ist es das Schreiben. Ich versuche meine Schreibenergie schon öfters in regelmäßigen Blogs für das Team münden zu lassen. Aber ich freue mich auf später, wenn ich dafür mehr Zeit habe. Meine Mutter hat mit 78 Jahren angefangen zu schreiben. Sie hat schon fünf Romane geschrieben, die auch alle publiziert worden sind. So könnte auch meine zweite Karriere aussehen.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Den Mut, andere Wege zu gehen, ohne das Ergebnis zu kennen. Nennen Sie es Unternehmertum. John (de Mol) steht ganz oben auf dieser Liste.

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Ich habe zwar eine buddhistische Einstellung und wage zu behaupten, dass ich auf die meisten materiellen Dinge verzichten kann. Außer auf meine Ski… und als passionierter Yogi habe ich auch meistens eine Yogamatte bei mir. Zudem kann ich als Niederländer auch nur sehr bedingt auf mein Fahrrad verzichten.

 

Was war Ihr peinlichster Moment?

Als ich an der Sorbonne studierte. Der Professor kam 15 Minuten zu spät und entschuldigte sich für seine „fünf Minuten“ Verspätung. Ich erinnerte mich an eine Szene aus JL Godards „À Bout de Souffle“, in der Jean Seberg zu JP Belmondo sagt: „Les Francais disent toujours 5 minutes pour un quart d’heure“. Ich fand es sehr lustig und zitierte dies prompt. Mein Professor fand es nicht lustig. Ich fand meine daraufhin nicht bestandene mündliche Prüfung auch nicht lustig. Es war peinlich, aber lehrreich.

 

Auf welches Erlebnis hätten Sie lieber verzichtet?

Alles zum Thema Covid…

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Ich fahre mehrmals im Jahr ins Pitztal, wo ich dann mit einem befreundeten Skilehrer auf Skitour gehe, irgendwo aufsteige und dann in dieser großartigen Landschaft wieder abfahre. In einem anderen Leben hätte ich gerne seinen Job.

 

(Foto: Privat)

 

 

 

 

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