Fragebogen „Nahaufnahme“ mit Commerzbank-Aufsichtsrätin Sabine U.Dietrich mit dem Spitznamen „Tarzan Zwo“

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Multi-Aufsichtsrätin Sabine U.Dietrich, die zum Beispiel die Commerzbank oder MVV Energie kontrolliert.

 

 

Sabine U.Dietrich (Foto: PR)

 

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

Als Aufsichtsrätin und Beraterin unterstütze ich international Firmen, die sich in einer digitalen oder organisatorischen Transformation befinden, mit Schwerpunkten wie Internationalisierung, Effizienzsteigerung, Integration, Change Management, Restrukturierung und Digitalisierung von Geschäftsprozessen, Risiko- und Krisenmanagement und Diversity- und Inklusions-Management

 

 

Womit beginnt Ihr Tag?

Mit dem automatischen Hochfahren der Rollläden, ganz schnell gefolgt von einer großen Tasse Kaffee. Vorher bin ich nur begrenzt „ansprechfähig“.

 

 

Was unterscheidet Sie  von anderen im Auftreten und im Behave im Job?

Seit ich Vorstand war bei der BP Europa SE, und mir immer schon „Sein wichtiger als Schein“ ist, habe ich meinen Dienstwagen abgelehnt und fuhr lieber mit meinem privaten Smart 20 Kilometer ins Büro nach Bochum. Das war Ausdruck meiner Einstellung. Bei verschiedenen externen Gelegenheiten musste ich mir den Zugang zu für mich reservierten Parkplätzen erkämpfen. Man konnte sich nicht wirklich vorstellen, was ein Smart unter den ganzen schwarzen Limousinen zu suchen hatte.

 

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Für meine Mitarbeiter war das eine Katastrophe. Sehr schnell wurde ich angesprochen, ob die Firma die CarPolicy ändern möchte und man jetzt mit kleineren Autos Vorlieb nehmen müsse.

 

Tee oder Kaffee?

Am liebsten Champagner Rose, wenn die Tageszeit es dann zulässt

 

Ihr Spitzname ist…?

Als Kind haben meine Schulfreundinnen mich „Tarzan Zwo“ genannt, weil ich in den 70-ern eine tolle, rote, langhaarige Jacke hatte, die mich wirklich riesig erscheinen liess.

 

 

Verraten Sie eine Marotte.

Asiatisch kochen. Gerne, oft und für Freunde und Bekannte. Immer mit wechselnder Besetzung, um unterschiedliche Menschen zu vernetzen

 

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Langsamkeit, oder könnte man auch Unachtsamkeit dazu sagen? Schleppende automatische Telefonansagen (wer hat das bloss programmiert?), das Ausholen bis Adam und Eva in Meetings (gab es da nicht ein Pre-Read und können wir das voraussetzen?), Schlangen an der Supermarktkasse zur Stosszeit (will jemand seine Cent-Münzen loswerden?) …

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Dass ich mich über Vorgenanntes aufregen kann. Dabei habe ich mittlerweile Strategien entwickelt: nach 19:30 Uhr einkaufen gehen oder statt zu telefonieren schreibe ich schnell eine Mail und Meetings begrenze ich zeitlich, damit sich alle fokussieren.

 

Was möchten Sie gerne in Rente machen?

Die kalte Jahreszeit Dezember bis April in der Wärme verbringen.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Freundschaft und Verbindlichkeit. Durch viele berufliche Umzüge haben wir Freundschaften rund um den Globus geschlossen, die seit Jahrzehnten halten. Wir sind in Kontakt, mal mehr, mal weniger. Durch das tiefe, gewachsene Vertrauen muss man sich nicht regelmässig melden. Aber wenn Hilfe notwendig ist, kann man sicher sein, dass man hier Unterstützung findet.

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Mein E-Reader, das Internet, um in Kontakt mit meinen Freunden zu bleiben und asisatisches Essen.

(Foto: Privat)

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Nicht den Job übernehmen, aber einen Tag gerne begleiten: den gegenwärtigen Dalai Lama. Ich war Ende der 80er zufällig in einer Hotelhalle, als ich regelrecht Gänsehaut bekam. Als ich mich umgedreht habe, stand da ein Mann umringt von vielen Leuten. Wie sich herausstellte, der Dalai Lama, der die Atmosphäre in diesem Raum nur durch seine Präsenz verändert hat. Das hat mich nachhaltig beeindruckt.

 

 

(Foto: Privat)

„Meinen Motrorad-Führerschein habe ich schon Ende der 70-er gemacht habe und fährt seitdem auch“, erzählt Sabine U. Dietrich.  „Als ich das erste Mal mit dem Moped ins Büro kam und auf dem Vorstandsparkplatz parken wollte, kam gleich jemand von der Security, um mich des Platzes zu verweisen. Großes Amüsement und Begeisterung der Belegschaft folgte, als sich herausstellte, dass das mein Motorrad war und ich Mittags auf eine Tour gehen wollte.“

 

 

 

 

 

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