Fragebogen „Nahaufnahme“ mit Digitalexperte Peter Borchers, der im Büro und in Meetings seine Leute fotografiert

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Peter Borchers, Mitgründer der U-School für unternehmerische Führungskräfte an der ESCP Business School. Zuvor gründete er Hubraum, den Inkubator der Deutschen Telekom und baute für die Allianz die Digital-Einheit Allianz X auf. Außerdem war er Mitglied des Digitalbeirats der Bundesregierung.

 

Peter Borchers (Foto PR/ Robert Lehmann)

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

Mich gibt es in drei Rollen: Erstens begleite ich Führungskräfte als Sparringspartner und Beiratsmitglied beim Aufbau und Betrieb von Innovationsprogrammen und im Zusammenspiel mit Startups, zweitens bin ich Angel Investor und drittens Affilitate-Professor für Unternehmertum und Führung an der ESCP Business School Paris.

 

Womit beginnt Ihr Tag? 

Wenn die Kinder mich nicht früher aus dem Bett holen, versuche ich bis sieben Uhr zu schlafen. Bevor ich in die Termine des Tages starte, sichte ich die Nachrichten und nehme ich mir – nach Möglichkeit – noch eine Stunde lang Zeit, um konzentriert und still an einem Thema zu arbeiten.

 

Was unterscheidet Sie sich von anderen im Auftreten und im Behave?

Ein Fotoapparat ist seit meiner Jugend mein treuer Begleiter. Heute habe ich meist eine handliche und analog bedienbare – aber digitale – Fuji X100V bei mir. Ich mag es, Momente im Bild einzufangen, auch im Büro oder bei Meetings.

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

… dass sie für die Teamfotos lieber die Dienste eines professionellen Fotografen in Anspruch nehmen wollen.

 

(Foto: Privat)

 

Tee oder Kaffee?

Beides. Meist erst einen Espresso, dann einen grünen Tee.

 

Ihr Spitzname ist…?

Pete – aus dem Englischbuch der siebten Klasse. Aber nur Freunde aus der Schul- und Studentenzeit nennen mich so.

 

Verraten Sie eine Marotte.

Ich wache morgens eigentlich immer ohne Wecker auf, stelle mir zu Beginn meines Arbeitstages dafür aber teilweise ein Dutzend Weckzeiten für den Rest des Tages am iPhone ein – jeweils zehn Minuten vor allen Meetings und Telefonaten. Sehr praktisch, um keinen Termin zu verpassen.

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Wenn Leute meine Zeit verschwenden. Zeit ist mir sehr wertvoll. Dennoch bin ich dagegen, sich in jeder Hinsicht zu optimieren oder gar zu versuchen, möglichst viel in möglichst wenig Zeit zu packen. Ich finde vielmehr, dass man seine Zeit gut und bewusst einsetzen sollte – auch und gerade für Ruhephasen, zum Nachdenken, Lesen oder für Sport.

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Dass ich oft keine Zeit habe.

 

Was möchten Sie gerne in Rente machen?

Endlich noch mehr Zeit haben, die ich mir uneingeschränkt selber einteilen kann. Ich würde gerne eine Grand Tour durch die zahllosen und einzigartigen kleinen Regionen Europas machen. Europa ist so reich an alten Traditionen, vielfältigem Essen, faszinierenden Dialekten – da gibt es viel zu entdecken. Die Tour würde ich gerne so bald wie möglich in die Tat umsetzen.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Wieder das Thema Zeit: wenn Menschen ihre Zeit sinnvoll und zielgerichtet einsetzen. Dazu gehört es, gut priorisieren zu können, also fokussiert, konsequent und ausdauernd das tun, was sie sich vorgenommen haben – ohne Ablenkung, ohne Hadern. Eine Eigenschaft, die man oft bei erfolgreichen Unternehmern findet.

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Vor fast zwanzig Jahren habe ich mir von meinem ersten Bonus bei der Telekom eine stählerne Taucheruhr gekauft, die ich sehr liebe. Natürlich gehört auch einer meiner Fotoapparate auf diese Liste. Und eine gute, funktionale Reisetasche – für die Grand Tour durch Europa.

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Rennfahrer in den wilden 1960-er und 1970-er Jahren. So etwa am 13. und 14.06.1970 einer der drei Fahrer des Wagens mit der Startnummer 23 bei den 24h von LeMans gewesen zu sein. Damals gewann Porsche mit dem sagenhafte Modell 917K erstmals dieses ikonische Rennen des Langstreckensports.

 

 

 

 

 

 

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