Führung: Von Küchentisch zu Küchentisch werden Mitarbeiter im Home Office nicht mehr von Insignien der Macht eingeschüchtert

Corona-Krise: Chrashkurs für Selbstführung für Vorgesetzte

Als Führungskraft plötzlich vom Küchentisch aus seine Mitarbeiter in deren Küchen nur virtuell zu führen, ist eine doppelte Herausforderung, findet Nils Schmidt, Führungsexperte und Vorstand beim DFK – Verband für Fach- und Führungskräfte. Dann gelten andere Gesetze als vorher. (Gastbeitrag)

 

Nils Schmidt

Selten haben Hierarchien – zumindest gefühlt – so wenig Einfluss in deutschen Büros wie jetzt in der Corona-Krise. Durch Home Office und Führung aus der Ferne werden Führungskräfte mehr und mehr zum Motivator und Coach ihrer Mitarbeiter – und müssen sich selbst ebenso motivieren. Die Pandemie wird Crashkurs in Sachen Selbstführung. Sich selbst zu führen heißt auch im Home Office, mit gutem Beispiel vorangehen. 

 

 

 

Hier Tipps zur Selbstführung für Vorgesetzte:

1. Werte und Haltung – denn ohne die Insignien der Macht wird´s schwieriger

Gerade in den Momenten, in den es schwierig wird für Unternehmen und Mitarbeiter, ist um so mehr Haltung gefragt. Ohne das große Eckbüro mit den vielen Fenstern sind Chefs nur noch ein kleines Livebild auf dem Computermonitor. Mit wenig Chance, über Erscheinung oder Gesten zu kommunizieren.

 

2. Eine Struktur geben – sich und dem Team

Selbstdisziplin und eine geregelte Struktur muss vorgelebt und für die Mitarbeiter auch über die Distanz fühlbar sein. Etwa durch regelmäßige Teammeetings. Welche Ausnahmen man sich als Führungskraft selbst gestattet – und welche dem Team, will gut überlegt sein. Dann klärt sich schon vieles. Das Vorgesetztenverhalten entscheidet über das Verhalten des Teams. All das beginnt in seinem Kopf.

 

3. Selbstreflexion – täglich und das schriftlich

Einige Minuten des Tages sind für die Selbstreflexion da. Das ehrliche Feedback sich selbst gegenüber zählt. Am besten immer zu einem fester Zeitpunkt gegen Ende des Arbeitstages. Und: Am besten schriftlich. Man stellt sich vor, dass man einen Mitarbeiter im Gespräch hat. Dabei geht es einzig und allein um konstruktive Selbstkritik und Motivation.“ Positive Dinge sollten schriftlich festgehalten werden. Auch für das Team, damit man bei Gelegenheit daran erinnern kann.

 

4. Ohne eigene Emotionen kann kein Mitarbeiter motiviert werden

Wichtig ist, Emotionen zuzulassen, weil auch sie Teil der persönlichen Motivation sind. Ohne Emotionen kann keiner andere motivieren und Leidenschaft erzeugen.  Mitarbeiter müssen ihrerseits vor Emotionen geschützt werden, die der Arbeit im virtuellen Team abträglich sind. Vor allem bei Wut und Ärger ist die wahre Quelle zu suchen. Liegt das Versäumnis im Team oder bei der Führungskraft? Missverständnisse durch unklare Ansagen oder Absprachen sind häufig eine Ursache, die sich leicht abstellen lässt.

 

 

 

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