Buchauszug Roger Rankel: „So geht Kundengewinnung heute!“

Buchauszug Roger Rankel, Autor und Vertriebsexperte: „So geht Kundengewinnung heute!“

 

 

Roger Rankel (Foto: PR)

 

Kapitel „Kampagnen“

 

DIE JAGD BEGINNT

Hinter dem Wort Kampagne verbirgt sich ein kraftvoller, kämpferischer Ansatz. Campagne kommt aus dem Französischen. Es bedeutet „auf das Feld stürmen“. Und wie das Militär braucht auch jedes Marketing eine klare Strategie. Clevere Feldherren holen sich den Sieg, weil sie raffiniert und gezielt vorgehen. Zu diesem strategischen Plan gehört zunächst einmal, dass Sie wissen, was Sie erreichen wollen. Ein klar definiertes Ziel am Horizont ist elementar wichtig.

Nachfolgend schauen wir uns gemeinsam sowohl gelungene und inspirierende Kampagnen an als auch solche, aus deren Fehlern wir etwas lernen können. Da vergleichende Werbung heute erlaubt ist, sind auch hier viele kreative Möglichkeiten gegeben. Gegenkampagnen sind ebenfalls ein pfiffiges Feld.

 

HUMOR IST, WENN MAN TROTZDEM LACHT

England, das Vorreiterland in Sachen vergleichender Werbung, hat vor einigen Jahren der deutschen Automobilindustrie eine Werbung voll vor den Bug geknallt. Die Engländer sind in Deutschland für ihren eigenwilligen Humor bekannt. Dieses Klischee nutzen sie gekonnt in einer witzigen Kampagne. Zu sehen waren zwei nebeneinander positionierte Autos. Gleicher Hintergrund, gleiche Ausleuchtung. Beide im Dunkeln mit strahlendem Scheinwerfer, aus gleicher Perspektive fotografiert. Ein BMW und daneben das Vergleichsmodell von Rover. Beide Modelle hatten in dieser Darstellung eine verblüffende Ähnlichkeit. Dazu schlau positioniert, der Hinweis auf den Preis und die Marke. Der Preis war natürlich bei BMW um einiges höher. Rover schnitt erheblich freundlicher für den Geldbeutel ab. Und nun kommt die Botschaft: Denn über diesem Foto stand „Ein großartiger Sinn für Humor, diese Deutschen.“ („Great sense of humour, these Germans.“).

 

TIPP: Was lernen wir dabei? Haben Sie Mut zum Vergleich. Und hauen Sie dabei humorvoll auf die 12!

 

HUMOR IST, WENN ES TROTZDEM KRACHT

Manchmal passiert es, dass ein Mitbewerber Sie provozieren möchte. Er startet eine Kampagne mit Frontalangriff. Sie können dann nach dem Motto „jede PR ist gute PR“ reagieren und die Faust in der Tasche machen. Viel souveräner und lässiger ist es aber, wenn Sie so reagieren wie eine Hamburger Werbeagentur, die eine Provokation in gleicher Münze zurückzahlte. Mit Humor versteht sich.

„Alkohol ist keine Lösung.“ „In Hamburg arbeiten die besten Werbetexter – und ich.“

Rechts das Fernet-Branca-Plakat. Es verstimmte die Werber, weil es behauptet, dass Werbetexter nur unter Alkoholeinfluss produktiv seien. Links die kreative Antwort, die in der Kombination von der Werbeagentur bei Facebook gepostet wurde. Sie wurde mit der Aufforderung versehen, eigene Plakatentwürfe einzusenden. Diesem Appell kamen die User begeistert nach. Eine bestehende Konfrontation wurde humorvoll für die eigene Social-Media-Kampagne

 

TIPP: Packen Sie den Stier bei den Hörnern. Anstatt sich durch Wut lähmen zu lassen, legen Sie den Schalter auf Angriff um. Dann haben Sie jede Menge Energie, mit der Sie zünden können. Kampagnen sind nicht nur auf Plakataktionen begrenzt, wie Sie am o.g. Beispiel erkennen. Alle Medien können zur Verbreitung kombiniert werden. Omni-Channel-Marketing nennt man das perfekte Zusammenspiel aller Kampagnenkanäle. Worauf warten Sie noch? Schlagen Sie zurück.

 

KNAPP DANEBEN

Wichtig ist, dass die Kampagne einen Bezug zu Ihrem Produkt, Ihrer Idee und Ihren Kunden hat. Vielleicht erinnern Sie sich noch an die groß angelegte Plakatkampagne in den 90er Jahren von Benetton, die unter anderem eine blutverschmierte Uniform zeigte? Diese Visualisierung ging für einen großen Teil der Bevölkerung gar nicht. Die Menschen schauten erschrocken auf die Darstellungen und erkannten nicht die Verbindung zur Marke. Bestehende und potenzielle Kunden wandten sich von der Marke ab und boykottierten Benetton. Wir kennen Leute, die sich aufgrund dieser Kampagne sogar noch heute vor dieser Marke verschließen.

 

Aber wissen Sie auch, was wirklich dahinterstand? Benetton wollte nämlich mit der blutigen Soldatenkleidung auf das schwere Los dieser Menschen aufmerksam machen und soziales Engagement zeigen. Es ging nicht darum ihre Produkte zu bewerben. Ein Schuss, der klar nach hinten losgegangen ist.

TIPP: Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht. Überlegen Sie gut: Wollen Sie verkaufen oder Ihr Image entwickeln? Verstehen Sie zuerst die Sichtweise Ihrer Kunden. Dann schaffen Sie den inhaltlichen Transfer zu Ihrem Produkt oder Ihrer Marke.

 

MUT ZUR LÜCKE

Einen sauberen Start legte der südkoreanische Automobilhersteller Daewoo mit seiner Kampagne zur Markeneinführung hin. Hier wurde das Prinzip Neugierde bedient. Viele Plakatwände zierte plötzlich ein großer, roter Kussmund und sonst nichts! Kein Slogan, kein Markenname, nichts. Ganz schön mutig, nicht wahr? Hand aufs Herz, würden Sie das wagen? Alle rätselten, wer oder was dahintersteckte. Erst in Verbindung mit einigen Radiospots, die ausschließlich einen langgezogenen (von einer Frau) „gesungenen“ Daewoo-Laut ausstrahlten, kam häppchenweise Licht ins Dunkel. Damit war Daewoo in aller Munde (und aller Köpfe). Virales Marketing, bevor es den Begriff „virales Marketing“ überhaupt gab. Toll gemacht!

 

TIPP: Spielen Sie mit der Neugierde. Geben Sie nicht direkt alles preis, sondern lassen Sie die Tür nur einen Spalt offen. Flirten Sie ruhig ein wenig! Die Lust am Produkt so geschickt anzufeuern, hat eine positive und starke Sogwirkung.

 

 

Roger Rankel: „So geht Kundengewinnung heute!“- 384 Seiten, 29,90 Euro, Gabal Verlag. https://www.gabal-verlag.de/buch/so_geht_kundengewinnung_heute/9783869369655

 

KLEIN ABER WOW

Kampagnen können mit großen Budgets, aber eben auch mit kleinen erfolgreich umgesetzt werden. Die Idee ist das, was zählt. Knackig frisch kommen budgetoptimierte Kampagnen daher. Sie gewinnen durch mutige Bildersprache oder Wortwitz.

Eine entsprechend knackige Imagekampagne starteten deutsche Augenoptiker. Ohne viel Schnickschnack, aber extrem wirkungsvoll. Der Slogan: „Ich schleife keine Gläser. Ich schärfe deine Sinne.“ Ein gelungenes Wortspiel, das nicht den oberflächlichen Bedarf, sondern das tiefe Bedürfnis des Kunden betont. Merken Sie etwas? Wieder einmal geht es um Emotionen und Verständnis. Durchblick und Weitblick in einer Kampagne.

TIPP: Nicht das Budget entscheidet über den Erfolg einer Kampagne, sondern die Idee! Querdenker sind hier gefragt. Deshalb kreieren Sie intelligente, humorvolle Kampagnen. Diese sprechen sich herum und arbeiten so für sich selbst und Ihren Umsatz.

 

TUN SIE DAS UNERWARTETE

Auch uns vom Lead-Loop® begegnen manchmal Kampagnen, bei denen sogar wir noch staunen. Die Automarke Saab hatte im Flughafen einen Promotion-Stand aufgebaut und ging proaktiv auf Flugreisende zu. Ein Saab-Mitarbeiter sprach uns mit einer ungewöhnlichen Frage an: „Sind Sie auf der Suche nach einem Taxi oder dürfen wir Sie in unserem Saab fahren?“ Marketer sind von Natur aus neugierig und immer interessiert an neuen Erfahrungen: „Wenn Sie so fragen, gerne den Saab.“ Wenige Minuten später saßen wir entspannt in einem neuen Saab-Modell. Mit persönlichem Chauffeur ging es zu unserem Wunschort. Chicer Saab statt Duftbaum-Taxi. Eine Aktion, die den Saab überhaupt erst auf den Schirm vieler Flugreisender brachte.

 

PR – IHRE PS FÜR DIE ÜBERHOLSPUR

Seien Sie kein Alleinkämpfer – lassen Sie doch die Presse für sich arbeiten. Durch Zeitungsartikel erhalten Sie im Handumdrehen neue Interessenten. Mit dem Kraftpaket PR können Sie neue Märkte und Zielgruppen erschließen.

MERKE: Offizielles Ziel der PR ist das Erzeugen einer positiven, öffentlichen Meinung. Sie ist stets mit Imagepflege, aber auch mit Imageaufbau oder -verbesserung verbunden. PR dient dazu, die Aufmerksamkeit oder den Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Dabei stärkt sie aktiv das Vertrauen in ein Unternehmen seitens der Öffentlichkeit. Ein positives Image dient der Umsatzsteigerung.

 

Wenn der Postmann keinmal klingelt

Sie erstellen regelmäßig Newsbeiträge für Ihre Website? Schade, wenn nicht mehr draus wird. Deshalb: Zünden Sie jetzt den PR-Turbo. Legen Sie einen Presseverteiler für regionale Zeitschriften und Fachmagazine an. Mit nur einem weiteren Klick leiten Sie Ihren Newsbeitrag in Highspeed an zahlreiche Medien weiter. Neukundengewinnung volle Fahrt voraus!

 

TIPP: Wenn Sie ohnehin einen Tag der offenen Tür (o. Ä.) planen, laden Sie einfach die örtliche Presse ein. Reporter sind froh und dankbar, Themen für weitere Artikel zugespielt zu bekommen. Der Clou: Sie bekommen kostenfreie Werbung mit hohem Verbreitungsgrad. Eine echte Win-win-Situation.

 

PLITSCH-PLATSCH-PR

Eine PR-Aktion besonderer Art startete ein Starnberger Fitness-Studio, das an einem schönen warmen Sommertag ein Strandbad mit 1000 Wasserbällen überrollte. Jeder Ball trug das Logo des Fitness-Studios. Gleichzeitig luden sie die örtliche Presse ein. Wie viel wird so ein Wasserball kosten? Sagen wir 20 Cent. Das heißt, dass für den minimalen Einsatz von insgesamt 200,- Euro jeder das Fitness-Studio wahrgenommen hat. Spaß inklusive. Durch die örtliche Presse war das Studio Stadtgespräch. Der finanzielle Einsatz war bereits mit der ersten Neuanmeldung wieder drin.

TIPP: Überlegen Sie, wie Sie mit wenig Budget viel Emotionen hervorrufen können. Denn Emotionen bleiben nicht nur im Kopf, sondern sind das Kerngeschäft der Presse.

 

WETTEN, DASS?

Werden Sie Wettkönig und Ihr Kunde auch

Apropos Neuanmeldungen. Einer unserer Kunden, die Landesbank in Österreich, startete eine Kampagne, in der sie 100,- Euro in Aussicht stellte. Wie das? Es gab eine Kundenwette: Falls die Einrichtung eines Girokontos länger als zwölf Minuten dauern würde, gäbe es eine 100,- Euro Gutschrift geschenkt.

 

Per Radio, Anzeigen und Mund-zu-Mund-Propaganda verbreitete sich diese originelle Aktion blitzschnell. Die Bank konnte zigtausend Neukunden begeistern, denn es gab entweder schnellen Service oder 100,- Euro. Gewinnen garantiert. Die Aktion war für die Bank ein gigantischer Erfolg. Die 100,- Euro, die manchmal gezahlt wurden, waren dagegen als Investition ein Taschengeld.

 

WIN-WIN

Das Prinzip der Kundenwette nutzte auch McDonald’s vor einiger Zeit. Die Fast-Food-Kette wettete mit ihren Kunden, dass die Bearbeitungszeit am Drive-in-Schalter eine
bestimmte Minutenanzahl nicht überschreite. Andernfalls bekäme der Kunde das Essen gratis. Wieder ein schönes Beispiel dafür, wie man mit Spaß den Spieltrieb der Kunden nutzen kann. Nun sind Sie an der Reihe: Überlegen Sie, wie Sie ohne Risiko eine Wette mit Ihrem Kunden eingehen können. So gewinnen Sie auf jeden Fall.

 

SNEAK PREVIEW

Wir dürfen zu diesem Zeitpunkt noch nicht alles verraten, daher nur ein Appetizer: Bald wird eine der größten Kampagnen, die die Versicherungsbranche je gesehen hat, an den Start gehen. Die potenziellen Kunden werden dazu animiert, ihren Kfz-Schein abzufotografieren und einzusenden. Falls es nicht gelingen sollte, eine günstigere Kfz-Versicherung anzubieten, bekommt der Kunde 150,- Euro geschenkt. Aufmerksamkeit garantiert! Wetten, dass? Mit welcher Wette können Sie Ihre Kunden anlocken und -triggern? Eine bestimmte Dienstleistung? Ein Extra-Service? Wie schaffen Sie es, die Menschen hervorzulocken?

 

Testen Sie ganz einfach selber, wie schnell Google Ihre Website lädt. Gehen Sie auf diesen Link und geben Sie Ihre Domain ein. https://developers.google.com/speed/page¬speed/insights/?hl=de

 

WETTEN, DASS WIR ES SCHAFFEN, IHRE WEBSITE SCHNELLER ZU MACHEN?

Sollten wir es nicht schaffen, dass Ihre Website nachweislich schneller lädt, müssen Sie nichts bezahlen. Sind wir erfolgreich, kostet Sie diese Dienstleistung nur 45,- Euro netto. Gehen Sie auf die Wette ein? Dann senden Sie uns eine E-Mail mit dem Betreff „Kundenwette: schnellere Website an service@website-helden.de.

TIPP: Verknüpfen Sie die Kundenwette mit einem Ereignis. Zum Beispiel, dass Ihre Kunden etwas gratis bekommen, wenn die Nationalmannschaft Weltmeister wird, an einem bestimmten Kalendertag hitzefrei ist oder Ähnliches. Einmal querdenken, bitte. So eine Aktion ist sehr wirkungsvoll, da Ihre Kunden nicht nur einem Termin entgegenfiebern, sondern auch Sie und Ihre Wette ständig im Bewusstsein haben. Übrigens: Das ist einfach umzusetzen und funktioniert auch toll in den Social Media.

 

AUS UNSEREM NÄHKÄSTCHEN

Im Folgenden präsentieren wir Ihnen zwei originelle Kampagnen, an deren Konzeption und Durchführung wir selbst beteiligt waren.

 

KURVENWUNDER ODER: WARUM IST DIE KAMPAGNE KRUMM?

Starten wir mit der Kampagne, die ein aktuelles Thema aufgreift und ganz simpel, aber wirkungsvoll für ihre eigene Inszenierung nutzt: Zu dieser Zeit kam das megaschlanke iPhone auf den Markt. Die Medien kritisierten, es sei zu dünn für den täglichen Gebrauch. Wenn man es in der hinteren Hosentasche trägt, verbiegt es sich beim Draufsetzen. Sofort kam uns die Idee, dieses Ereignis als einen cleveren Scherz für die Kampagne eines Büroartikel-Herstellers zu nutzen. Man nehme: das curved Visitenkarten-Etui unseres Kunden. Das ist nämlich genau deshalb gekrümmt (curved), damit man sich darauf setzen kann, und zwar ohne dass die darin aufbewahrten Visitenkarten geknickt werden!

 

Gedacht, getan! Zwei perspektivisch gleiche Fotos entstanden; einmal das curved Visitenkarten-Etui und einmal (natürlich mit Bildbearbeitung) das gekrümmte iPhone. Die Message war geboren! Um das Ganze noch zu verstärken, schrieben wir unter das Etui „Das original Curve Case“ und provokant unter das iPhone „Die Kopie“. Darüber als Headline: „Oft kopiert, nie erreicht.“ Diese Print-Kampagne kam bei unserem Kunden, den Endkunden und dem Noch-nicht-Kunden super an. Sie bewies Selbstbewusstsein und Humor, verknüpft mit einem aktuell diskutierten Thema. BAM! Ein emotionaler Volltreffer, der im Kopf bleibt.

 

Machen ist wie wollen, nur krasser!

Wenn Sie also eine Kampagne inszenieren wollen, die ein aktuelles Thema aufgreift, machen Sie es einfach! Schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Kampagne: Sie „klauen“ sich ein Stück weit den Glamour und Bekanntheitsgrad des Vergleichsartikels und setzen Ihrem Produkt die Siegeskrone auf.

 

DIESE KAMPAGNE IST (S)TOLL!

STOLL, ein Produzent von Frontladern, trat an uns heran. Sie hatten Umsatzeinbußen festgestellt und wünschten sich von uns eine Kampagne, die wieder zu steigenden Verkaufszahlen führen sollte. So viel vorab: Wir waren erfolgreich. Zu Beginn analysierten wir den Grund für den Umsatzeinbruch. Es zeigte sich, dass der Marktanteil unseres Kunden extrem hoch war. Hört sich eigentlich gut an, war aber ein echtes Problem. Denn die Kunden besaßen teilweise 30 Jahre lang denselben Frontlader. Fazit: Weil die Produkte so langlebig und robust sind, fehlte es an Neukäufen. Problem erkannt, Gefahr gebannt. Die Idee: STOLL greift die bekannte Abwrackprämie auf. Um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erzielen, nannten wir diese Kampagne „Tausch deine Alte“. Gemeint war: Tausch deine alte Schwinge (den Frontlader eines Traktors). Unterstützt wurde der Slogan durch ein Bildmotiv, das einen resignierten Mann und seine nervige Ehefrau zeigte. Natürlich war die Doppeldeutigkeit des Wortes „Alte“ gewollt.

 

Beim Tausch der alten Schwinge in eine neue bot STOLL eine Eintauschprämie von bis zu 750,- Euro an. Zudem wurde ein Aktionszeitraum von zwei Monaten definiert. Durch diese zeitliche Verknappung verstärkten wir die Gier der Käufer. Die Resonanz war sehr groß. Der gesamte Markt sprach über diese Kampagne. Was jedoch noch wichtiger war: Die Verkaufszahlen stiegen innerhalb von drei Wochen deutlich an. Jetzt sind Sie an der Reihe: Welche Kampagne fahren Sie als Nächstes?

 

E-MAIL-KAMPAGNEN – EIN KÖNIGREICH FÜR EINE MAIL

Bezogen auf den Kosten-Nutzen-Faktor sind E-Mail-Kampagnen extrem erfolgreich. Sie sind unendlich skalierbar, ohne dass die Kosten steigen. Wie viele Kunden springen auf eine E-Mail an? Gehen wir vorsichtig mal von 2 – 3 % aus. Das bedeutet bei 200 versendeten E-Mails ca. 5 Kundenreaktionen. Wenn Sie jedoch 200.000 E-Mails versenden, erhalten Sie 5000 Reaktionen. Noch Fragen? Gleiche Kosten, höherer Umsatz, einfach genial!

 

Laut einer Studie einer der weltweit führenden Unternehmensberatungen sind E-Mails fast 40 mal effektiver als klassisches Facebook- und Twitter-Marketing zusammen! Beides hat seine Daseinsberechtigung, aber das Ergebnis zeigt, E-Mail-Marketing hat die Nase vorne. Um E-Mails zu verschicken, brauchen Sie Adressen. Sicher haben Sie einen Adressenpool, aus dem Sie schöpfen können. Wie Sie diesen sinnvoll strukturieren oder woher Sie bei Bedarf weitere Adressen erhalten, erfahren Sie auch noch in diesem Kapitel.

 

Kooperieren statt kopieren

Die direkte Weitergabe von E-Mail-Adressen ist aus datenschutzrechtlichen Gründen untersagt. Es gibt jedoch einen legalen Weg, wie Sie von Mail-Kontakten eines anderen profitieren können. Diese Methode funktioniert so:

 

Perfekte Symbiose

Suchen Sie sich einen Kooperationspartner mit einem lukrativen Adressenpool. Überlegen Sie, wie dessen Kunden von Ihrem Service oder Ihrem Wissen profitieren können. Anschließend schickt Ihr Kooperationspartner seinen Kunden eine E-Mail, um Ihren Service oder Ihr Wissen zu empfehlen. Durch einen Link in der E-Mail gelangen die Kunden dann auf Ihre Landing Page. Nun sind die Kunden zwar auf Ihrer Website, aber wie kommen Sie jetzt an deren E-Mail-Adresse? Ganz einfach …

 

Willst du mit mir gehen? Ja, ja oder ja?

Auf Ihrer Landing Page erwartet den Kunden zusätzlich zu einer herzlichen Begrüßung ein Feld, in dem er seine E-Mail-Adresse eintragen soll. Doch wie schaffen Sie es, die Kunden dafür zu begeistern? Indem Sie ihnen ein Goodie, auf das sie ganz sicher nicht verzichten möchten, in Aussicht stellen. Dieses Goodie könnte zum Beispiel ein Gratis-E-Book, ein Coupon oder sonstiger Service sein. Wichtig ist, dass das Goodie Ihren Kunden einen echten Mehrwert bietet. So haben die Noch-nicht- Kunden selbstständig auf Ihre Seite geklickt und sind mit ihren Einträgen zu Ihren Leads geworden.

 

TIPP: Geben Sie Ihrem Kooperationspartner einen Vorteils-Code, den er in seiner Empfehlung weiterleiten kann. Durch diesen Code können Sie Ihre neu gewonnenen Leads immer dem entsprechenden Partner zuordnen. Am besten: Sie gehen direkt mehrere Kooperationen ein.

 

DER E-MAIL-NEWSLETTER

Außen hui, innen yes!

Was führt zum Erfolg Ihres E-Mail-Newsletters? Tag für Tag landen etliche E-Mails im Posteingang Ihrer Kunden. Die Erkenntnis: Sie haben jede Menge Newsletter-Konkurrenz. Wichtig ist also, dass der User seinen Nutzen sofort erkennt, am besten schon im Betreff. Denn hier scheidet sich bereits die Spreu vom Weizen. Wenn Ihre Kunden erst eine ganze Minute opfern müssen, um zu erkennen, dass sie das aktuelle Thema nicht interessiert, ist die Wahrscheinlichkeit einer frustrierten Abmeldung deutlich höher.

ACHTUNG: Kunden von heute sind sehr selbstbestimmend. Bevor Sie überhaupt „Newsletter“ sagen können, hat sich ein Kunde eventuell schon von selbigem abgemeldet.

 

Machen Sie Ihren Noch-nicht-Kunden auf besondere Angebote aufmerksam. Definieren Sie z. B. ein bestimmtes Aktions-Zeitfenster, das ihn zum Reagieren animiert. Auch bewährt haben sich monetäre Vorteile wie Rabatte o. Ä. Mit relevanten Informationen zu regionalen oder fachlichen Themen gewinnen Sie ebenfalls Fans. In jedem Fall gilt: Der Newsletter muss unbedingt für den Empfänger von Interesse sein.

 

Spiel, Spaß, Spannung

Ein gutes Beispiel ist hier der Newsletter des Drogeriemarktes dm. Um die Markenbeziehung z. B. zur Zielgruppe der Mütter zu festigen, enthält der Newsletter im Herbst nicht nur neueste Schaumbäderideen oder Schminktipps einer YouTuberin. Auch Drachenbau-Anleitungen für die Kinder unterstützen die emotionale Bindung zur Marke. Ein Foto-Wettbewerb, bei dem man ein Bild seines selbstgebauten Drachens einschicken kann, rundet das Erlebnis ab. All das ist interaktives Newsletter-Marketing mit modernen Mitteln.

 

TIPP: Jetzt sind Sie an der Reihe. Denken Sie „kundisch“! Erforschen Sie den Alltag Ihrer Kunden und binden Sie ent-sprechende Themen in Ihre Newsletter mit ein.

 

Die Cross-Selling-Mail

Jetzt kommen wir zu weiteren Highlights des E-Mail-Marketings. Binden Sie Cross-Selling-Produkte mit ein. Dies sind ergänzende Produkte. Wie das funktioniert? Wenn beispielsweise jemand über Ihren Online-Shop ein Sofa gekauft hat, bieten Sie ihm doch nachträglich per E-Mail das passende Sofakissen dazu an. Frei nach dem Motto:
„Übrigens, ich hätte da noch was für Sie …“ Mit erfolgreichen Cross-Sellings optimieren Sie Ihren Ertrag. Kaum Mehrkosten – deutlich mehr Umsatz. Warum? Weil es günstiger ist, einem Bestandskunden ergänzende Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen, als einen Erstauftrag zu generieren.

 

Tic Tac Tagging

Ein sehr hilfreiches Tool bei der Erstellung relevanter E-Mails ist das Tagging. Tagging bedeutet so viel wie Etikettieren. Hier ein Beispiel: Was passiert, wenn Sie in einem Newsletter ein Produkt bewerben, das der Kunde bereits gekauft hat? Die Folge wäre, dass der Kunde den Newsletter als nervig empfindet und sich möglicherweise direkt davon abmeldet. Mit Tags passiert so etwas nicht. Denn da erhält dieser Kunde das Tag ‚Produkt XY gekauft‘. Folglich wird er aus dem entsprechenden Verteiler aussortiert. Gleichzeitig ist er damit aber qualifiziert für die Cross-Selling-E-Mail: „Lieber Kunde, Sie sind ein stolzer Besitzer unseres Produktes XY. Schauen Sie mal, was es dazu Passendes gibt …“ Ein Tag optimiert also einen kompletten Verkaufsprozess. Diese Tags können Sie auch wunderbar nutzen, um Ihre Kunden zu sortieren. Tags wie z. B. Familie, Hundeliebhaber o. Ä. helfen Ihnen dabei. Mit diesen Tags können Sie dann gezielt E-Mails an entsprechende Gruppen versenden. Diese Tags können jederzeit manuell oder automatisiert erweitert oder angepasst werden. So sorgen Sie für zufriedene Empfänger.

 

6 TIPPS FÜR ERFOLGREICHES E-MAIL-MARKETING

1. Zwei Ziele, eine E-Mail
Verfolgen Sie immer zwei Ziele: Ihr eigenes (Verkauf) und das des Users (Nutzen). Passen Sie die Inhalte der E-Mails entsprechend an.

2. Der Betreff verkauft die E-Mail
Machen Sie gleich im Betreff klar, worum es in Ihrer E-Mail geht. So brauchen die Kunden die E-Mail nur zu öffnen, wenn sie wirkliches Interesse am aktuellen Thema haben. So vermeiden Sie Abmeldungen.

3. Personalisierte Ansprache
Sprechen Sie Ihre Kunden per Namen an. Wenn Kunden den eigenen Namen lesen, fühlen Sie sich persönlich aufgewertet und thematisch angesprochen.

4. Goodies
Kunden lieben Goodies! Selbsterklärend, oder?

5. No-go No-reply
Adressen von einer No-Reply-Adresse, auf die man nicht antworten kann, sind unbeliebt und wandern oft in den Papierkorb. Denn Kunden möchten wissen, wer ihnen schreibt. Kunden möchten die Möglichkeit haben, zu antworten.

6. Auf den Werktag kommt es an
Dienstags landen am meisten E-Mails im Papierkorb. Gefolgt von mittwochs und donnerstags. Warum? Weil hier mit Abstand am meisten E-Mails versendet werden. Setzen Sie sich ab, indem Sie Ihre E-Mails montags oder freitags versenden. Sogar der Samstag ist laut Statistik erfolgreicher.

FAZIT
Kampagnen besitzen eine große Sogwirkung. Mit originellen Kampagnen in unterschiedlichen Medien sind Sie bestens aufgestellt. Seien Sie mutig und beweisen Sie Humor. Gehen Sie neue Wege und überraschen Sie. Haben Sie hierbei stets Ihr eigenes Ziel und den Nutzen Ihrer Kunden gleichermaßen im Fokus. Ein gutes E-Mail-Marketing hat hierbei ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis. Jetzt wissen Sie, wie es geht! Triggern Sie Ihre (potenziellen) Kunden gekonnt an. Denken Sie immer daran: Jeder Trigger ist der Beginn einer Kundenreise!

 

 

 

 

Blogger-Relevanz-Index 2019

Blogger-Relevanz-Index 2019: Blogs von Frauen

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*